Milk ist eine US-amerikanische Filmbiografie mit Sean Penn als Harvey Milk, einem US-amerikanischen Bürgerrechtler der Schwulen- und Lesbenbewegung und dem ersten offen schwulen Volksvertreter Kaliforniens. Regie führte Gus Van Sant nach einem Drehbuch von D. Lance Black.
Die Weltpremiere fand am 28. Oktober 2008 in San Francisco statt. Am 26. November 2008 startete der Film in ausgewählten US-Kinos, in Deutschland feierte Milk am 19. Februar 2009 Premiere.Release dates for Milk, abgerufen am 12. November 2008 Der Film erhielt zahlreiche Preise, darunter Oscars für Drehbuch und Hauptdarsteller.
Handlung Die Handlung spielt in den Jahren 1970 bis 1978. Der in New York lebende Bürgerrechtler Harvey Milk zieht mit seinem Freund Scott Smith nach San Francisco, in den von zahlreichen Homosexuellen bewohnten Stadtteil Castro. Er setzt sich für die Rechte Homosexueller ein und fasst den Entschluss, Politiker zu werden. Für den jüngeren Aktivisten Cleve Jones wird er zum Mentor. Seine Kandidaturen – unter anderem für das Parlament des Bundesstaats – scheitern.
Milk kandidiert für den Stadtrat; Anne Kronenberg leitet seinen Wahlkampf. In dieser Zeit beginnt er eine Beziehung mit dem Mexikaner Jack Lira.
Milk wird gewählt und kämpft gegen Kündigungen, die wegen homosexueller Orientierung ausgesprochen wurden. Er protestiert gegen ein geplantes Referendum auf Bundesstaatsebene mit dem schwulen Lehrern verboten werden soll, ihren Beruf auszuüben. Es kommt zu einer Auseinandersetzung mit Stadtrat Dan White, in deren Verlauf dieser Milk und den Bürgermeister George Moscone erschießt. Während die Motive der wirklichen Tat nie vollständig geklärt werden konnten, deutet der Film an, dass womöglich verdrängte Homosexualität bei Dan White eine Rolle gespielt haben könnte.
Entstehung mini|hochkant|Sean Penn bei Dreharbeiten zu Milk, 2008 Harvey Milk Sean Penn Tobias Meister Cleve Jones Emile Hirsch Dirk Stollberg Dan White Josh Brolin Marcus Off Scott Smith James Franco Markus Pfeiffer Jack Lira Diego Luna Tobias Müller Anne Kronenberg Alison Pill Manja Doeringsprecherforscher.de, abgerufen am 25. August 2009 Danny Nicoletta Lucas Grabeel Dirk Petrick Bürgermeister George Moscone Victor Garber Frank-Otto Schenk Dick Pabich Joseph Cross Oliver FeldCineclub, abgerufen am 25. August 2009 Senator John Briggs Denis O’Hare Olaf Reichmann Denton Smith Boyd Holbrook David Goodstein Howard Rosenman Jürgen Kluckert Jim Rivaldo Brandon Boyce Stefan Krause
Der Film wurde in San Francisco und in Atherton gedreht.Filming locations for Milk, abgerufen am 12. November 2008 Die Produktionskosten wurden auf 15 Mio. US-Dollar geschätzt.Box office / business for Milk, abgerufen am 12. November 2008 Der bekannte zeitgenössische New Yorker Künstler Jeff Koons hat einen Gastauftritt als kalifornischer Lokalpolitiker. Die deutsche Synchronisation entstand 2009 im Auftrag von Constantin Film bei der Synchronfirma FFS in Berlin. Die Dialogregie und das Schreiben der Synchronbücher übernahm Christoph Cierpka.
Kritiken
Milk erhielt ein sehr gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils wohlwollende Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein. Metacritic ermittelt aus den vorliegenden Bewertungen „Einhelliges Lob“ und stuft den Film als „Pflichtprogramm“ ein..
Kirk Honeycutt schrieb in der Zeitschrift The Hollywood Reporter vom 2. November 2008, die „grandiose Filmbiografie“ richte sich an ein „interkulturelles Publikum“. Sie sei der erste „große Film“, der die Bürgerrechte aus der Perspektive der Schwulenbewegung thematisiere. Der „ausgezeichnet ausgeführte“ Film zeige Menschen und den Zeitgeist, ohne die Details zu vergessen. Penn gehöre zu jenen Darstellern, die deren Kunst vollständig beherrschten. Er benutze Stimme, Körperbewegungen, Dialogzeilen und „etwas Undefiniertes“ in seiner Psyche, um in eine andere Person zu schlüpfen. Brolin als Dan White wirke „überraschend sympathisch“., abgerufen am 12. November 2008
Emanuel Levy schrieb auf www.emanuellevy.com, der Film sei sehr gut, aber nicht großartig. Einige Teile seien emotional wirkungsvoll, sie würden jedoch kein zufriedenstellendes Porträt des Protagonisten ergeben. Sean Penn solle für seine beste Darstellung seit Mystic River eine weitere Oscar-Nominierung bekommen., abgerufen am 12. November 2008
Todd McCarthy schrieb in der Zeitschrift Variety vom 2. November 2008, der Film zeige „geschickt“ und „liebevoll beobachtet“ einen Teil des Lebens von Harvey Milk. Er sei vor allem wegen der „überraschenden und gänzlich gewinnenden“ Darstellung von Sean Penn bemerkenswert. McCarthy lobte ferner das „unübertrefflich ausdrucksvolle“ Spiel von Josh Brolin., abgerufen am 12. November 2008
Franz Ther schrieb in den OÖN vom 20. Februar 2009, dass hier Gus van Sant seine filmische Handschrift hauptsächlich auf Kamera und Schnitt beschränkt habe, wobei auch Archivmaterial benutzt wurde. Tonbandaufzeichnungen von Harvey Milk, die von diesem ein Jahr vor seinem Tod gemacht wurden, seien der rote Faden des Geschehens. Für Sean Penn sei dies eine Paraderolle, in der er eindrucksvoll seine Ausdruckspalette einsetze, von kindlicher Unbefangenheit bis zu politstrategischer Schlitzohrigkeit.OÖN vom 20. Februar 2009 Ein Schwuler mit Power verbreitet Angst und Hoffnung
Christina Krisch schrieb in der Kronen-Zeitung vom 19. Februar 2009, dass der Regisseur diese verstörende Chronik eines angekündeten Todes in eine bewegende, fast dokumentarisch anmutende Zeitreise einbette, die eine aus den Fugen geratene Gesellschaftsordnung fokussiere.Kronen-Zeitung vom 19. Februar 2009
Auszeichnungen
Literatur Harvey Milks Biografie von Randy Shilts erschien unter dem Titel Harvey Milk – Ein Leben für die Community im Bruno Gmünder Verlag.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2008 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmbiografie Kategorie:Filmdrama Kategorie:Homosexualität im Film Kategorie:Gus Van Sant