Nightmare Detective (jap. 悪夢探偵, Akumu Tantei) ist ein japanischer Spielfilm von Regisseur und Drehbuchautor Shin’ya Tsukamoto.
Handlung Der Film beginnt mit der Einführung eines Hauptcharakters, des „Nightmare Detectives“. Ein Mann um die fünfzig Jahre sitzt in einem Raum auf einer Matte und trinkt. Unter einem schwarzen Umhang, taucht plötzlich Kyoichi Kagenuma, der Nightmare Detective auf. Dieser teilt ihm mit, dass er von der Seele seiner Tochter verfolgt würde und dass er ihn zurückbegleiten solle. Der Mann weigert sich jedoch, mit ihm mitzukommen. Kagenuma erwacht, nachdem er durch eine Art Flüssigkeit aus dem Traum des Mannes zurückgekehrt ist, in einem Zimmer. Dort liegt dieser Mann schlafend auf einem Bett und ein Teil seiner Familie steht um ihn herum. Der Sohn des Mannes hatte den Nightmare Detective beauftragt, in den Traum des Mannes zu gehen und diesen zu bewegen, wieder in die richtige Welt zurückzukommen. Die Familienmitglieder sind erzürnt, da sie auch auf Informationen über den Nachlass des Mannes gehofft haben. Sie wollen, dass Kagenuma geht und geben ihm abschätzig etwas Geld, welches er aber nicht annimmt. Beim Verlassen des Zimmers schnappt er noch einige Gedanken der Familie auf, die aber nur um das Erbe des Mannes kreisen. Die Gesichter der Familienmitglieder beginnen sich zu verzerren und Kagenuma verlässt den Ort mit den Worten: „Ich hasse es.“
Danach kommt es zu einem ersten Selbstmord. Ein junges Mädchen, das Selbstmord begehen will, sitzt vor einem Tokioter Hochhaus und telefoniert mit ihrem Handy mit einem Gleichgesinnten. Sie hat eine Schere in der Hand und schaut sich diese fortwährend an. Der Gesprächspartner sagt ihm Laufe des Gespräches: „Ich habe dich gespürt.“ Das Mädchen bricht das Gespräch ab und will sich zu ihrer Wohnung begeben. Doch sie hört seltsame Geräusche und wird von etwas Unsichtbaren angegriffen. Sie flieht in ihre Wohnung und ersticht sich dort mit ihrer Schere.
Der Tatort bringt die ermittelnden Detektive auf den Plan. Es sind die junge Keiko Kirishima und ihre beiden Kollegen Wakamya, der etwa im gleichen Alter ist und Ishida, der schon länger bei der Mordkommission ermittelt. Keiko kommt mit einem Abschluss von der Universität und einigen Auszeichnung von ihrer vorherigen Ermittlungsarbeit im Finanzwesen. Die Ermittlungsarbeit auf der Straße kommt für ihre Kollegen mit einem freiwilligen Abstieg gleich. Deshalb wird sie von Ishida nicht ernst genommen. Ihre Kleidung mit Minirock und Pfennigabsätzen unterstützen dies. Der Fall wird von Ishida sofort als Selbstmord abgetan, doch Keiko besteht auf weitere Ermittlungen und lässt auch das Handy des Opfers, welches es noch in der Hand hält, überprüfen.
Die Überprüfung des Mobiltelefons ergibt, dass die angezeigte Nummer auch bei anderen Selbstmorden gewählt wurde. Ein Mann hatte sich im Schlaf erstochen, vor den Augen seiner Frau.
Der Vorsitzende der Mordkommission wählt nun zwei Wege, wie das Team dem Täter, der Zero getauft wird, auf die Spur kommen soll. Ishida soll versuchen mit Zero zu telefonieren und diesem vorspielen, er wolle Selbstmord begehen. Keiko soll die übernatürliche Seite des Falles untersuchen. Sie ärgert sich darüber, macht sich aber nach der mit ihrem Kollegen Wakamya an die Arbeit. Durch einen Tipp eines Mitarbeiters suchen sie Kagenuma auf, der in einem heruntergekommenen Haus wohnt. Sie finden ihn schlafend, anscheinend gefangen in einem Traum auf. Dabei wälzt er sich hin und her und lässt sich schließlich von seiner besorgten Mutter aufwecken. Als er wach ist, klärt ihn Wakamya über den Fall auf und bittet ihn um Unterstützung. Als Antwort schüttet Kagenuma Wasser, dass ihm Keiko zuvor hingestellt hatte, in die Richtung der Ermittler. Diese verlassen daraufhin das Zimmer, Keiko lässt noch ihre Karte da. Ishida versucht indes erfolglos, den Mörder zu erreichen. Keiko studiert die Tatortfotos und wird von Wakamya unterbrochen, der ihr nahelegt sich nicht zu rebellisch zu verhalten. Keiko gibt zu sich nicht unterordnen zu können. Keiko geht nach Hause und schläft ein. Wakamya ruft sie an und sagt ich, dass er den Mörder erreicht hätte. Keiko ist alarmiert und fährt zum Polizeirevier. Vorher bittet sie Kagenuma ihr zu helfen. Kagenuma und Keiko treffen auf dem Polizeirevier ein und finden den schlafenden Wakamya auf einer Pritsche. Kagenuma klinkt sich in den Traum von Wakamya ein und trifft dort auf Zero, in Form eines messerschwingenden Monsters. Kagenuma schafft es nur, das Monster zu verletzen und wird bewusstlos. Wakamya ist dem Monster ausgeliefert und wird in seinem Traum getötet. In der realen Welt sticht er sich, wie das vorherige Opfer, mit einem Messer immer wieder in Bauch und Hals. Kagenuma kommt ins Krankenhaus. Keiko besucht ihn dort und schläft an seinem Bett ein. In ihrem Traum begegnet sie sich selbst und sieht wie sie sich selbst den Hals zudrückt. Kagenuma kommt in ihren Traum und weckt sie damit auf. Keiko entschließt sich sofort, Zero selbst anzurufen und einen Suizidwillen zu heucheln. Sie schlägt Kagenuma vor, dass sie beide gemeinsam dadurch Zero zur Strecke bringen könnten. Kagenuma will sich nicht weiter mit dem Fall befassen, Keiko tätigt den Anruf trotzdem. Sie erreicht Zero, der ihr erklärt, dass er wüsste, dass ihr Suizidwunsch echt wäre und sagt auch: „Ich habe dich gespürt“. Keiko legt erschreckt auf und fährt noch mal auf das Revier. Sie trifft auf Ishida, der ihr mitteilt, dass sie Recht habe mit ihrer Vermutung, dass Zero seine Opfer durch deren Träume tötet. Keiko ist aufgebracht und befiehlt ihm den Mörder in der realen Welt zu fassen, während sie ihm im Traum stellen will. Anschließend geht sie in ihre Wohnung und merkt, dass sie in großer Gefahr ist. Sie kocht sich Kaffee und versteckt alle Messer in ihrem Haushalt. Wenig später schläft sie doch ein und befindet sich nun in ihrem Traum. Dort geht sie durch ihre Wohnung und findet das gleiche Messer, mit welchem sich die vorherigen Opfer getötet haben, auf ihrem Sofa. Sie wacht noch einmal auf und eilt zu Kagenuma ins Krankenhaus und bittet ihn erneut um Hilfe. Beide schlafen ein und befinden sich in der von Zero gesteuerten Traumwelt. Keiko irrt durch ein düsteres Chemielabor einer Schule. Dort ist auch Zero als Monster und verfolgt sie. Sie kann sich in einem Schacht hinter einer Metalltür verstecken, doch das Monster findet einen Weg hinein. Bevor das Monster sie angreifen kann taucht Kagenuma auf und kämpft mit dem Monster. Während des Zweikampfes gibt es einige Flashbacks, die erklären, dass Zero als Kind in genau diesem Chemielabor zur Strafe in den Schacht gesteckt wurde, in dem Keiko sich versteckt. Dort musste er mit ansehen wie seine kleine Schwester unglücklich starb. Der Zweikampf endet mit einer Niederlage Zeros, der sich durch das Fenster wirft und überfahren wird. In der realen Welt wurde Zero in dieser Zeit durch einen Notarzt ins Krankenhaus geliefert. Er hatte sein Handy in der Hand, das er nicht loslassen wollte. Er stirbt im Krankenhausbett. Keiko und Kagenuma erwachen in Kagenumas Krankenzimmer. Wenig später treffen sie sich erneut an einem See. Keiko beschließt, dass sie mit ihrer Polizeiarbeit weitermachen will, obwohl die wahren Zusammenhänge des Falles wohl niemand glauben wird. Kagenuma will seine Fähigkeit, in Träume anderer Menschen zu gelangen nicht mehr als Strafe sehen, sondern dies nutzen.
Die Helden des Films
In Nightmare Detective gibt es zwei Helden, die sich begegnen und die typische Reise des Helden durchführen. Dabei müssen sie ihre vertraute Welt verlassen und verschiedene Prüfungen bestehen. Beide erscheinen auch als Schwellenhüter, Mentor oder Auftraggeber.
Keiko als Everyman Hero
Keiko repräsentiert den Everyman Hero, der die typischen Stationen der Reise des Helden durchläuft. Sie muss verschiedene Prüfungen bestehen, erhält Aufträge und bringt durch ihr Verhalten Wendepunkte. Auf ihrem Weg macht sie eine große Wandlung durch. Keiko etabliert die Deadline für das Finale und gewinnt mit einem Gefährten den Showdown gegen das Böse.
Die erste Hauptfigur befindet sich in der ersten Sequenz schon auf dem Weg in eine andere Welt. Auf der Fahrt mit ihren Kollegen, wird sie von Ishido über die Vorzüge des Blaulichtfahrens belehrt. Am Tatort angekommen, kritisiert er ihr unangemessenes Outfit mit Stöckelschuhen und Minirock. Ein Hinweis darauf, dass sich bald etwas verändern wird, denn passt sie sich nicht richtig an die Umgebung an, wird sie von der Umgebung angepasst werden. Es scheint als müsse sich Keiko noch an das neue Umfeld gewöhnen. Sie sträubt sich dagegen und erwidert barsch ob dies ein Befehl sei. Gleich darauf in der nächsten Sequenz wird sie mit der Leiche des vermeintlichen Suizidopfers konfrontiert. Angeekelt wendet sie sich ab, kann nun aber der Situation nicht entkommen und muss sich unter Beweis stellen. Als sie den Raum mit der Leiche betrat, betrat sie auch eine neue Welt, die mit ihrer vorherigen Schreibtischarbeit nicht mehr viel zu tun hat. Ihr guter Universitätsabschluss hilft ihr in dieser Situation nicht weiter. Sie ist jetzt da, wohin sie wollte, und muss mit dieser Prüfung zurechtkommen. Beim Anblick der Leiche schlägt Ishido seinem Kollegen vor, etwas essen zu gehen. Keiko weist ihn zurecht. Ihre professionelle Haltung, die durch ihre Backstory des Einser-Studiums später erklärt wird, kommt hier zum ersten Mal hervor. Keiko besteht auf weitere Untersuchungen, da sie einen Verdacht hat. Ishido ist genervt, da für ihn der Fall klar scheint. Keiko kommt vom Schreibtisch direkt auf die Straße. Sie hat ein ausgezeichnetes Studium und einige Erfolge in der „Verbrechensbekämpfung“ (Filmzitat) vorzuweisen. Sie will praktische Erfahrung an den Orten des Geschehens sammeln. Ihr Einstieg in die Mordkommission beginnt mit der Tatortbegehung. Erst in einer späteren Sequenz wird sie dem gesamten Kollegium vorgestellt. Dort steht sie regungslos neben ihrem Vorgesetzten und schaut angriffslustig zu ihren Mitarbeitern.
Keikos anfänglicher Verdacht bestätigt sich und es kommt zu weiteren Ermittlungen in diesem Fall. Zu Keikos Unmut wird Ishido beauftragt, den Mörder durch einen Telefonanruf zu ködern, während sie die übernatürliche Seite des Falles untersuchen soll. Dies ist ein Wendepunkt, denn Keiko muss nun jemanden kontaktieren, der angeblich in die Träume anderer Menschen eindringen kann. Sie erhält einen Auftrag, der sie von ihrem eigentlichen needs abbringt und diese im Laufe des Geschehens ändert. Dieser Mode zwingt sie auf der anderen Seite zu ermitteln, wobei es ihr eigentliches Bedürfnis ist, mehr praktische Erfahrung an realen Tatorten zu sammeln. Deshalb ist sie auch unzufrieden und weigert sich anfänglich, lässt sich aber von Wakayama dazu bringen weiterzumachen. Zusammen mit Wakayama fährt sie zu Kagenuma. Als sie sein Haus betritt und sieht wie er sich krampfhaft auf dem Boden wälzt, ist sie schon über die Schwelle in eine weitere neue Umgebung getreten. Sie trifft dort auf einen weiteren Held des Films, der gleichzeitig ihr Gefährte wird. Nachdem sie den Auftrag erhalten hat auf der übernatürlichen Seite zu ermitteln, beauftragt sie nun Kagenuma ihr dabei zu helfen. Kagenuma kommt ihr auch nach anfänglicher Weigerung zu Hilfe. Im Polizeirevier beschäftigt sich Keiko mit den Tatortfotos und schläft dabei ein. Wakayama weckt sie und bittet sie nach Hause zu gehen. Indirekt kritisiert er auch ihr rebellisches Auftreten gegenüber Ishido. Keiko gibt zu sich nicht unterordnen zu können. Dies ist in diesem Fall ein Mangel, da in bei der Polizei und generell in Japan strenge Hierarchien vorherrschen.