Bonaparte ist der Künstlername des Schweizer Songwriters und Produzenten Tobias Jundt (* 20. Oktober 1978 in Bern). Bonaparte wurde nach einem mehrmonatigen Road-Trip 2006 in Barcelona gegründet und seine Musikrichtung wird oft als „Visual Trash Punk“ bezeichnet. Jundt versammelt für Live-Shows eine Vielzahl wechselnder Performer und Musiker um sich. Bonaparte spielte zwischen 2006 und 2019 weltweit über 700 Konzerte u. a. in Europa, Neuseeland, den USA, China oder Russland. In: bonaparte.cc.
Anfang Dezember 2019 gab Bonaparte in Berlin ein (angebliches) Abschiedskonzert.Anarchie statt Abschiedsstimmung. In: Die Tageszeitung, 3. Dezember 2019. Doch gab es – ausweislich seiner eigenen Webseite – in den Folgejahren weitere Auftritte.Bonus-Tour
Im Juni 2023 kündigte die Band an, künftig wieder aktiv zu sein. Zunächst wurde eine zweigeteilte „The Quiet & the Riot“ Tournee angekündigt, welche im Februar 2024 in München startete. Auf Instagram kündigte Bonaparte darüber hinaus an, auch neue Musik veröffentlichen zu wollen.
Klang Der Sound Bonapartes zeichnet sich durch einfache, dem Punk angelehnten Harmonien aus. Besonders an Bonaparte ist der sehr raue und rustikale Sound. Er klingt teilweise nach primitiven Aufnahmetechniken („Wohnzimmerakustik“, auch Low Fidelity oder lo-fi genannt), und zwar vermutlich durchaus gewollt. Gleichzeitig ist der Sound von Bonaparte (vor allem auf der zweiten Platte) stark von digitaler Musik beeinflusst, sodass durch diese musikalische Kombination ein komplexer Klang entsteht.
Texte mini|Bonaparte live bei Rock am Ring 2017 mini|hochkant|Bonaparte (2010) Bereits wenige Zeilen des Albums Too Much vermögen die Zielsetzung Bonapartes zu verraten: „You know Tolstoi / I know Playboy […] / You Know Too Much Too Much“. Die Berliner Zeitung bezeichnet die Band daher als „analoge Bohème“ und stellt fest, dass der Sinn des Lebens in der Welt von Bonaparte nicht aus Erkenntnisgewinn besteht, sondern auf Luststeigerung abzielt.Analoge Bohème. In: Berliner Zeitung, 8. Oktober 2008 Tobias Jundt, der Kopf der Band, widerspricht dieser Aussage jedoch. Er setze sich dafür ein, dass beides existieren darf und muss. motor.de
Bühnenpräsenz Die Shows von Bonaparte zeichnen sich durch eine expressive Bühnenperformance aus, die von der Kritik gefeiert wird: Der Berliner tip berichtete: „da, wo sie waren, stand hinterher eine verschwitzte und weich gerockte Menge mit Zeilen im Ohr“. In: tip Berlin. Der Tagesspiegel bezeichnet sie als „Vielvölkerstaat, regiert vom Partykaiser“, die einen Trash-Zirkus entfesselt.Bonaparte: Blut, Schweiß und Würstchen. Tagesspiegel.de
Jundt tritt hierbei mal alleine, meist aber in größerer Besetzung auf, wobei diese auch wechselt. Zum Kreis von Bonaparte gehören eine unbestimmte Anzahl Künstler. Wie bereits in den Songtexten, geht es Bonaparte auch bei der Bühnenperformance um Grenzüberschreitung. Strippende Menschen im Tierkostüm machen das Konzert zu einer grotesken Show, deren Erotik mal fasziniert, mal abschreckt. Auch Tiere treten, in Form verkleideter Akteure, immer wieder in den Shows auf.
Auszeichnungen 2008: RadioAward Für Neue Musik der ARD-Jugendwellen Fritz, You FM und MDR Sputnik Sputnik.de 2009: Musikexpress Style Award 2010: Live-Entertainment-Award (LEA): Bester Clubact 2009 2016: Schweizer Musikpreis, Nomination
Diskografie Studioalben 2008: Too Much (Bonaparte/Label Staatsakt) 2010: My Horse Likes You (Staatsakt) 2012: Sorry, We’re Open (Staatsakt/Warner) 2014: Bonaparte (Staatsakt/Warner) 2017: The Return of Stravinsky Wellington (Bonaparte/Believe) 2019: Was mir passiert (Columbia/Sony Music)
Andere Alben (Live, Remixes & Soundtracks) 2009: Remuched (Doppel-Album mit Remixen und Live-Material, Staatsakt) 2010: Computer In Love (10" Remixe u. a. Modeselektor, Siriusmo, Jason Forrest) 2011: Rave Rave Remix (12" Remix EP u. a. Housemeister) 2011: 0110111 – Quantum Physics & A Horseshoe (Live-Album, Staatsakt) 2020: Le Nouchi Clan (Live in Berlin 2019) (Live-Album, Bonaparte) 2024: The Quiet (Live at Pierre Boulez Saal, Berlin) (Live-Album, Bonaparte)
Singles 2008: Too Much 2010: Fly a Plane Into Me 2010: Computer In Love 2012: Quarantine 2013: Manana Forever 2014: Into The Wild 2016: White Noize / Nobody Under The Sun 2017: Melody X 2019: Château Lafite 2019: Big Data (feat. Farin Urlaub & Bela B) 2021: Weinbar (Live in Abidjan) 2022: Keine Zukunft (I - III) 2021: Last Two Lovers / Untitled #2 2023: Mushroom Hat / Untitled #3 2023: People vs. Money / Fuck Money 2024: Ermutigung (Original: Wolf Biermann) 2025: Braun (mit Bela B)
Gratis Downloads 2010: Things Are More Like They Are Now (Gratis Download) 2012: Louie Louie (Gratis Download) 2014: Under Construction (Gratis Download)
Videoalben 2011: 0110111-Quantum Physics & A Horseshoe (Konzertfilm) (Staatsakt/Warner)
Kollaborationen 2016: Mule & Man (Bonaparte & Kid Simius): One Hand Clap (EP) (Staatsakt/Caroline) 2020: Bonaparte & Acid Pauli: Good Morning / Not Today (2 track) 2021: Bonaparte & Sophie Hunger: 1 / Daft Punk spielen in meinem Haus (EP) 2022: Bonaparte & Kid Simius: Good Things (EP) 2024: Bonaparte & Wolf Biermann
Soundtracks unter Studio Bonaparte 2015: Becks letzter Sommer (Soundtrack) 2019: Jerks, Season 3 (Joyn) (Soundtrack) 2020: Der Göttliche Andere / Divine (Warner Bros) (Soundtrack) 2021: Jerks, Season 4 (Joyn) (Soundtrack) 2023: Jerks, Season 5 (John) (Soundtrack) 2024: Viktor Bringt's (Amazon) 2024: The Wagner Brothers - Original Soundtrack (ZDF) (Studio Bonaparte, Bonaparte, Kid Simius) 2024: From The Archives #001 2025: Schwarze Schafe - Die Serie 2025: From The Archives #002 - The Kumasi Sessions (Fun In The Church)
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Einzelnachweise
Kategorie:Alternative-Rock-Band Kategorie:Electropunkband Kategorie:Deutsche Band Kategorie:Napoleon Bonaparte als Namensgeber