Herbert H. Schultes (* 31. Oktober 1938; † 2020) war ein deutscher Designer.
Wirken Schultes prägte als Chefdesigner der Siemens AG maßgeblich Erscheinungsbild und Produkte des Unternehmens. Neben seiner Aufgabe als Designmanager hat er stets eigene Entwürfe für kleinere Unternehmen entwickelt. In zahlreichen Institutionen setzte er sich für die Belange des deutschen Designs ein. 1996 stellte er sein Konzept des „Design light“ vor: „Es reicht nicht aus, die Produkte nur ökoeffizient, sprich in ökologischer Hinsicht befriedigend zu gestalten; sie müssen auch in Zukunft qualitativ hochwertig, verlässlich, sicher und attraktiv sein, und zwar in dem Maße, dass es trendy, in oder gar chic ist, diese Produkte zu besitzen und zu benutzen.“
Nach dem Ingenieur- und Designstudium in München, das er als Stipendiat des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie absolvierte, arbeitete er von 1961 bis 1967 als Designer bei der Siemens AG und war Assistent des Chefdesigners Edwin A. Schricker (1921–2008).
1967 gründete er zusammen mit Norbert Schlagheck in München Schlagheck Schultes Design (heute: Schlagheck Design).
1985 wurde Herbert H. Schultes Chefdesigner der Siemens AG. Unter der Leitung von Schultes wurde die Designabteilung 1997 durch Zusammenschluss mit der Messebauabteilung des Konzerns ausgegliedert und firmierte zunächst als Siemens Design & Messe GmbH, ab 1999 als designafairs GmbH. 1997 bis 2000 war Schultes Geschäftsführer des Unternehmens.
Als Vorsitzender des Auftrittes der Bundesrepublik Deutschland war er maßgeblich an der Vorbereitung und Ausführung der International Design Conference Aspen (IDCA) beteiligt, die 1996 unter dem Motto „Gestaltung: Visions of German Design“ stattfand. Es ist die bis heute umfassendste und bedeutendste internationale Präsentation deutschen Designs.
Schultes war am Aufbau des Studienganges Industriedesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München beteiligt, danach lehrte er Industriedesign an den Kölner Werkschulen. Er war berufenes Mitglied der Freien Akademie der Künste Mannheim, Kulturforschung und -vermittlung. Produkte, die er oder Design-Teams unter seiner Leitung entwarfen, sind im Museum of Modern Art, New York und Chicago Athenaeum Museum of Architecture and Design zu sehen.
Vorstandsmitglied IF International Design Forum Hannover (bis 1996) Vorstandsmitglied Internationales Design Zentrum Berlin (bis 1998) Vorsitzender des Vorstandes und Initiator der Gründung des Design Zentrum München IDCA Aspen, Board Member of International Council Bauhaus-Universität Weimar: Initiator und Mitbegründer des Institutes für Design Light
Bis zu seinem Lebensende arbeitete Herbert Schultes in seinem Studio am Ammersee in der Nähe von München.
Entwürfe (Auswahl) Schmalfimkameras Movex S/SV für Agfa-Geveart, 1967 makro pocket für Agfa-Geveart, 1978 Kleinbildkamera Optima 1035 für Agfa-Geveart, 1978 Stuhl duktus für Bulthaup, 1996 Kinder-Regenstiefel für Elefanten, 1981 Stehleuchten Athene (2005), Orion, Numa (1996), Ops und Pilos für ClassiCon, München Tisch- und Stehleuchte Orbis für ClassiCon, 1994 Halogenstrahler für Osram und Siemens, 1984 Mobile Küche system 20 für Bulthaup, 1997 Küchensystem b3 für Bulthaup, 2004 Mirrorwall für Duravit
Ehrungen 1995 Siemens Design erhält die Auszeichnung Design Team des Jahres (Design Zentrum Nordrhein Westfalen, Essen)red dot design team of the year bei red-dot.org. zahlreiche awards des Industrie Forum Design Hannover, Design Center Stuttgart, red dot design award, Essen 1997 Designpreis der Landeshauptstadt München, 2001 Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 2002 Bundespreis „Förderer des Designs“, Bundesministerium für Wirtschaft 2009 Ehrenmitgliedschaft des Deutschen Designer Clubs, abgerufen am 10. Februar 2014. für sein Lebenswerk
Literatur Siemens Industrial Design – 100 Jahre Kontinuität im Wandel (deutsch, englisch), Hrsg.: Hans Hermann Wetcke, Design Zentrum München, Ostfildern, 2006, ISBN 3-7757-9181-7. Szenenwechsel – German Design Goes Rocky Mountain High (deutsch, englisch), Hrsg.: Design Zentrum München, Hans Hermann Wetcke, Frankfurt 1997, ISBN 3-931317-37-4. Wie viel Design verträgt das Klima? – How much design can the climate take? – Starnberger Gespräche (deutsch, englisch), Hrsg.: iF International Forum Design, Hannover 2008, ISBN 978-3-00-025908-1.
Einzelnachweise
Weblinks
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