Djefatnebti war der Name einer altägyptischen Königin der 3. Dynastie, die gemäß Günter Dreyer vielleicht mit König (Pharao) Huni liiert war.
Belege Der einzige bislang sichere Beleg für eine Königin dieses Namens ist ein tönerner Bierkrug, der auf Elephantine gefunden wurde. Er ist mit schwarzer Tinte beschriftet. Insgesamt fanden sich drei beschriftete Krüge. Die erste Inschrift auf dem ersten Krug nennt das Jahr eines Horusgeleites und den Bau eines Gebäudes, dessen Name jedoch nicht erhalten ist. Die zweite Inschrift nennt ein weiteres Horusgeleit sowie das „11. Mal der Schätzung von Heliopolis“. Die dritte Inschrift nennt das Jahr des Erscheinens des Königs von Ober- und Unterägypten, das „3. Mal des Bekämpfens der Räuber“ und erwähnt den Tod der Königin Djefatnebti. Besagte Schätzungen (Steuererhebungen) fanden in der Regel alle zwei Jahre statt, womit die Inschrift um das 22. Regierungsjahr des nicht genannten Herrschers datiert. Die Inschrift stammt somit wahrscheinlich aus den Jahren kurz davor oder kurz danach. Da nach einer Interpretation von Günter Dreyer kein anderer König als Huni während der 3. Dynastie länger als 22 Jahre regierte, weist er Djefatnebti diesem Herrscher als Gemahlin zu. Seine Interpretation ist jedoch nicht allgemein akzeptiert, da die Aufschriften Huni nicht explizit erwähnen.Günter Dreyer: Drei archaisch-hieratische Gefäßaufschriften mit Jahresnamen aus Elephantine. Wiesbaden 1987, S. 98–109.Silke Roth: Die Königsmütter des Alten Ägypten von der Frühzeit bis zum Ende der 12. Dynastie. Wiesbaden 2001, S. 385.
Jochem Kahl, Nicole Kloth und Ursula Zimmermann tendieren zwar ebenfalls zur Zuordnung Djefatnebtis an Huni, kritisieren aber Dreyers Methode: sie machen geltend, dass die Tintenaufschriften chronologisch nicht den sogenannten Viehzählungen folgen, die tatsächlich alle zwei Jahre stattfanden und während der 2. und 4. Dynastie maßgebend waren. Die Inschriften folgen stattdessen Ereignisangaben, wie es für die 1. und 3. Dynastie üblich war. Daher sei gar nicht sicher, aus welchem Regierungsjahr der Eintrag zu Djefatnebtis Tod stamme. Rein orthografisch passe die Inschrift in die Zeit des Beginns der 4. Dynastie (also unter Huni und Snofru).Jochem Kahl, Nicole Kloth, Ursula Zimmermann: Die Inschriften der 3. Dynastie. Wiesbaden 1995, S. 168–171.
Identität Über die Identität der Djefatnebti ist fast nichts bekannt. Die Krugaufschrift weist ihr lediglich den Titel „Weret-hetes“ (zu Deutsch „Die Große des Hetes-Szepters“) zu, was ein typischer Königinnentitel des Alten Reiches ist. Weitere Informationen zu dieser Person fehlen und ihre Begräbnisstätte ist ebenfalls unbekannt.
Literatur Silke Roth: Die Königsmütter des Alten Ägypten von der Frühzeit bis zum Ende der 12. Dynastie. Harrassowitz, Wiesbaden 2001, ISBN 3-447-04368-7. Jochem Kahl, Nicole Kloth, Ursula Zimmermann: Die Inschriften der 3. Dynastie: Eine Bestandsaufnahme. Harrassowitz, Wiesbaden 1995, ISBN 3-447-03733-4. Günter Dreyer: Drei archaisch-hieratische Gefäßaufschriften mit Jahresnamen aus Elephantine. In: G. Dreyer, J. Osing (Hrsg.): Form und Maß – Beiträge zur Literatur, Sprache und Kunst des Alten Ägypten. (= Festschrift G. Fecht.). Harrassowitz, Wiesbaden 1987.
Einzelnachweise
Kategorie:Königin (Ägypten) Kategorie:Geboren im 28. oder 27. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 28. oder 27. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Frau Kategorie:3. Dynastie (Ägypten)