mini|Grundaufstellung der Bälle beim Snooker, wobei die Position des weißen Spielballs im D variabel ist
Farbe WertRot1 PunktGelb2 PunkteGrün3 PunkteBraun4 PunkteBlau5 PunktePink6 PunkteSchwarz7 PunkteWeißSpielball mini|hochkant|Joe Davis (um circa 1920) dominierte im Snooker die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts mini|hochkant=0.7|Steve Davis, 6-facher Weltmeister und dominierender Spieler der 1980er-Jahre mini|hochkant=0.7|Stephen Hendry, 7-facher Weltmeister und dominierender Spieler der 1990er-Jahre: Führte die „lange Rote“ und das Spiel auf die Mitteltaschen als Standard im modernen Snooker ein mini|hochkant=0.7|Ronnie O’Sullivan, 7-facher Weltmeister: Der noch aktive Engländer hält mehrere Snooker-Rekorde mini|hochkant=0.7|John Higgins, 4-facher Weltmeister: Der noch aktive Schotte gewann bisher über 30 Weltranglistenturniere In diesem Artikel gibt es eine umfassende Übersicht über die Begriffe und Regeln des Snookersports. Die Aussagen zu den Regeln folgen den offiziellen Regeln der World Professional Billiards and Snooker Association (WPBSA) in der Fassung vom 8. Mai 2022, in Bezug auf die verwendeten Bezeichnungen auch den Regeln der nationalen Verbände von Deutschland (DBU), Österreich (BSVÖ) und der Schweiz (SBV) für den deutschsprachigen Raum.
Allgemeine Begriffe für alle Billardsportarten finden sich hier:
Begriffe mit eigenem Eintrag in dieser Liste sind beim erstmaligen Vorkommen im Text anderer Kapitel kursiv geschrieben.
Auf der rechten Seite sind einige der bisher bedeutendsten Snookerspieler der Geschichte abgebildet.
16-Reds-Clearance Eine 16-Reds-Clearance ist eine Total Clearance, bei der in einem Break neben 15x Rot+Farbe + alle sechs Farben im Endspiel auf die Farben zusätzlich zu Beginn ein Free Ball als Rote und eine weitere Farbe gelocht werden. Einen solchen Freeball bekommt man, wenn der weiße Ball, noch bevor der erste rote Ball gelocht wurde, nach einem Foul des Gegners auf alle roten Bälle gesnookert ist. Für ein Maximum Break sind in diesem Fall 155 Punkte erforderlich (147 Punkte für normales Maximum + 1 Punkt für den Free Ball + 7 Punkte für Schwarz), da dafür immer die maximal mögliche Punktzahl nötig ist. Die bisher einzigen je in einem Profiturnier erzielte 16-Reds-Clearances spielten 2004 der Schotte Jamie Burnett während seines Qualifikationsspiels gegen Leo Fernandez für die UK Championship mit 148 Punkten und Ronnie O’Sullivan bei den World Open 2026 mit 153 Punkten. Letzteres ist damit das bisher höchste offiziell dokumentierte Break im Profisnooker.
Abweichung hiervon, siehe: Six-Red-Snooker und Snooker Shoot-Out.
Ablage und sichere Ablage Als Ablage bezeichnet man die Stelle auf dem Tisch, auf der der weiße Spielball nach dem Stoß liegenbleiben soll. Ist man gut im Break, und das Tischbild gibt eine Fortsetzung her, wählt man beim Stoß mittels entsprechendem Effet und Tempo eine Ablage möglichst günstig zum nächsten eigenen Ball on. Kann man nur noch den nächsten Ball on sicher lochen oder will man direkt nur eine Safety spielen, wählt man eine sichere Ablage, möglichst weit entfernt vom nächsten Ball on für den Gegner und/oder sehr nah an einer Bande. Auf eine sichere Ablage des Spielballes kommt es zudem vor allem bei einer Re-spotted black oder einem Black ball game an.
Ablaufen Werden Bälle sehr langsam gespielt bzw. angespielt, kann es dazu kommen, dass der Ball von der geraden Linie abweicht, ohne dass der Spieler einen Effet mitgegeben hatte. Dieses unerwünschte, weil der Präzision des Stoßes abträgliche Verhalten, nennt man Ablaufen. Speziell wenn der Spieler versucht einen Ball sehr dünn anzuspielen, kann dies zu einem Foul und Miss führen. Auch kann es dadurch passieren, dass ein angespielter Ball, der entlang einer Bande in die nächste Tasche laufen soll, die Bande verlässt und damit die Aufnahme beendet.
Absichtlich vom Spieler am Tisch bewegte Bälle Wird ein Objektball vom Spieler am Tisch anders als durch das Anspielen mit dem Spielball oder während einer Konsultationsphase absichtlich bewegt oder in die Hand genommen, ist das ein Foul. Es wird in Höhe des Wertes des Ball on oder des höchsten am Foul beteiligten Balls, soweit dieser höherwertiger ist als der Ball on, mindestens jedoch mit 4 Punkten bestraft. Macht der Spieler am Tisch einen unsportlichen Stoß, ist das ebenfalls ein Foul, aber in diesem Fall wird er vom Schiedsrichter verwarnt, dass ihm bei erneutem unsportlichem Verhalten der Frame aberkannt wird. In beiden Fällen kann der gefoulte Spieler dann entscheiden, dass sein Gegner aus der neu entstandenen Lage weiterspielt oder er selbst von dort spielt. Jeder Rote Ball, der die Spielfläche verlassen hat, bleibt dann vom Tisch, wird also nicht wieder aufgesetzt. Farbige Bälle (außer der Ball on im Endspiel auf die Farben) kommen erst nach dem nächsten Stoß wieder zurück.
Er kann aber auch das Tischbild vor dem Foul bzw. Penalty wiederherstellen lassen und entweder selbst spielen oder vom Gegner eine Wiederholung des Stoßes verlangen. Wenn ein sich bewegender Ball absichtlich bewegt oder aufgehoben wurde, muss er in diesem Fall nach Möglichkeit in die Position gebracht werden, wo er ohne das Foul zu Ruhe gekommen wäre. Der Schiedsrichter ist gefordert, hier die bestmögliche Entscheidung im Interesse eines fairen Spieles zu treffen. Bei einer Stoßwiederholung durch den Foulenden ist der Ball on der gleiche wie vor dem Foul. War der Ball on eine Farbe nach einem regelkonform gelochten roten Ball oder einem Free Ball als Rot, darf der Spieler am Tisch eine beliebige Farbe als Ball on nominieren. Findet die Stoßwiederholung direkt nach zwei aufeinanderfolgenden Foul und Miss statt, wird, obwohl kein Miss angesagt wurde, die Folge von Foul und Miss dadurch nicht beendet. Eine Warnung an den Spieler, dass beim nächsten Foul und Miss das Frame dem Gegner zuerkannt wird, bleibt in Kraft. Mit der Entscheidung auf Wiederherstellung des vorherigen Tischbildes beginnt eine Konsultationsphase.
Anstoß mini|Eröffnungsstoß beim Snooker Der Anstoß ist der Eröffnungsstoß in einem Frame, bei dem sämtliche Bälle in der Grundaufstellung liegen. Hierzu positioniert der ausführende Spieler den Spielball selbstbestimmt innerhalb oder auf den Linien des D. Bis der Spielball mit dem Queue gestoßen wird, darf noch umpositioniert werden. Beim Anstoß ist immer Rot Ball on. Da es beim ersten Stoß in oder an den Pulk praktisch keine direkte Lochmöglichkeit gibt, wird der Anstoß im Grunde immer als eine Safety mit einer sicheren Ablage ausgeführt. Der anstoßende Spieler ist zudem bemüht, den zurücklaufenden Spielball nicht mit dem blauen Ball in Kontakt zu bringen, um dem Gegner damit keinen Einsteiger zu hinterlassen. Umgangssprachlich: „What ever you do, don’t hit the blue.“
Zu Beginn eines Spiels wird durch Los oder auf andere vereinbarte Weise, meist einem Münzwurf, ein Spieler bestimmt, der dann wählen darf, welcher Spieler den Anstoß im 1. Frame machen soll. Beim Snooker Shoot-Out erfolgt dies mittels Lag. Die anschließenden Frames werden dann immer abwechselnd begonnen. Wird festgestellt, dass ein Frame durch den „falschen“ Spieler begonnen wurde und bisher ist ohne Regelverletzung nur ein Stoß erfolgt, wird das Frame ohne Strafe an einen Teilnehmer mit dem „richtigen“ Spieler neu gestartet. Ist bereits ein weiterer Stoß ausgeführt oder ein Regelverstoß während oder nach dem ersten Stoß begangen worden, wird normal weitergespielt. Das folgende Frame muss dann aber nach der ursprünglich festgelegten Reihenfolge begonnen werden. Das bedeutet, dass ein Spieler in diesem Fall in zwei oder drei aufeinander folgenden Frames den Anstoß macht, je nachdem, ob das 1. oder eines der folgenden Frames falsch begonnen wurde. Kommt es in Folge einer Pattsituation zu einem Re-rack bei einem falsch begonnenen Frame, so muss das Frame vom richtigen Spieler neu gestartet werde. Die vorgenannten Regeln gelten entsprechend für Mannschaften in einem Doppel, wobei die beiden Partner die Frames, für die ihrer Mannschaft der Anstoß zukommt, abwechselnd beginnen.
Aufgeben eines Frames Ein Frame kann beendet werden, obwohl noch mehrere Objektbälle auf dem Tisch sind, wenn ein Spieler anbietet das Frame aufzugeben und der Gegenspieler nicht darauf besteht, weiter zu spielen. Ein einmal erfolgtes Angebot einer Aufgabe oder deren Annahme kann nicht zurückgenommen werden. Zeigt ein Spieler das Angebot einer Aufgabe an, indem er einen oder mehrere Bälle, die sich im Spiel befinden, berührt oder bewegt, ist dies dann kein Foul oder Penalty, wenn der Gegner die Aufgabe akzeptiert. Andernfalls erhält der Gegenspieler Strafpunkte im Wert des höchsten beteiligten Balls gutgeschrieben.
Die Aufgabe eines Frames ist allerdings nur zulässig, wenn einer der Spieler nur noch mit Strafpunkten des Gegners gewinnen kann, der Frameball also schon gelocht wurde. Ein Spieler, der noch ohne Strafpunkte gewinnen könnte, darf auch nicht, um das Frame aufgeben zu können, absichtlich einen Regelverstoß begehen, damit er nun Strafpunkte benötigt. Ein Verstoß gegen diese Regeln gilt als unsportliches Verhalten und ist ein Penalty. Für ein solches Verhalten wird er vom Schiedsrichter zunächst verwarnt. Ist der Spieler bereits einmal wegen unsportlichen Verhaltens verwarnt worden, muss der Schiedsrichter dem Gegner das nächste Frame (bei vorzeitiger Aufgabe) oder das aktuelle Frame (bei absichtlichem Regelverstoß zum Erzeugen von Strafpunkten) zuerkennen. Ist wegen des Verhaltens des Spielers dem Gegner bereits ein Frame zuerkannt worden, muss ihm im Wiederholungsfall das Spiel zuerkannt werden.
Wird bei Spielen oder Turnieren auf die Summe der Punkte aus den Frames gespielt, verliert der Spieler bei Aufgabe eines Frames alle bisher in Frame erzielten Punkte und der Gegner erhält die maximal noch auf dem Tisch liegenden Punkte zu seinem bereits vorhandenen Punktestand aus dem Frame hinzu. Hierbei gelten alle Farben, die sich regelwidrig nicht auf dem Tisch befinden, als wieder aufgesetzt und werden mitgezählt. Wird dem Gegner wegen einer regelwidrigen Aufgabe das nächste Frame zuerkannt, erhält er dafür weitere 147 Punkte, wird ihm das Spiel zuerkannt, erhält er für jedes noch nicht gespielte Frame weitere 147 Punkte.
Eine Ausnahme liegt vor, wenn es für einen Abbruch des Frames gesundheitliche Gründe gibt. Diese sind unverzüglich dem Schiedsrichter mitzuteilen, der dann eine Entscheidung trifft.
Aufnahme (Turn) Die Aufnahme (engl.: Turn) ist der Abschnitt in einem Frame, in der ein Spieler ununterbrochen am Tisch steht. Eine Serie regelkonform gelochter Bälle innerhalb einer Aufnahme wird als Break bezeichnet. Die Aufnahme beginnt, wenn der Spieler an den Tisch kommt, entweder für den Anstoß (Eröffnungsstoß) oder nachdem der Gegner den Tisch verlassen hat. Beim ersten Stoß in einer Aufnahme ist Ball on immer Rot plus evtl. ein Free Ball, solange noch rote Bälle auf dem Tisch sind, und danach, im Endspiel auf die Farben, immer die geringwertigste noch auf dem Tisch liegende Farbe plus evtl. ein Free Ball.
Die Aufnahme endet durch einen Stoß mit dem, ungewollt oder durch einen freiwilligen Ausstieg aus der Aufnahme, keine Punkte gemacht wurden, wenn ein Foul begangen wurde, alle Bälle zum Stillstand gekommen sind und der Schiedsrichter überzeugt ist, dass der Spieler den Tisch verlassen hat, wenn nach einem Foul der neue Spieler am Tisch den Verursacher des Fouls zum Weiterspielen auffordert, Schwarz der einzige verbliebene Objektball auf dem Tisch ist, der Spieler am Tisch (Striker) zu seinem Gegner mehr als sieben Punkte Vorsprung hat und die Summe der Punkte aus den Frames eines Spiels oder Turniers nicht relevant ist, oder die letzte Schwarze regelkonform gelocht wurde und der Spielball auf dem Tisch zum Stillstand gekommen ist.
Der Spieler muss den Tisch ohne unangemessene Verzögerung verlassen, wenn die Aufnahme endet, weil er keinen Ball regelkonform gelocht hat.