Eppelborn (im Dialekt Ebbelborn oder auch Ebbelborre) ist eine Gemeinde im Landkreis Neunkirchen im Saarland mit knapp 17.000 Einwohnern.

Geographie Lage Die Gemeinde Eppelborn liegt im Zentrum des Saarlandes und beherbergt dessen geometrischen Mittelpunkt. Den geometrischen Mittelpunkt des Saarlandes, auch als Schwerpunkt des Vielecks Saarland bezeichnet, berechnete das Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen (LKVK). Durch die Mittelung von etwa 9428 Außenpunkten, des im geometrischen Sinne unregelmäßigen Vielecks Saarland, wurde ein Schwerpunkt ermittelt und daraus ergab sich die geometrische Mitte des Saarlandes mit den Koordinaten 49° 23,0582’ nördlicher Breite und 6° 57,2200’ östlicher Länge im Ortsteil Habach.

Ortsteile Die Gemeinde gliedert sich seit der Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974 in acht Gemeindebezirke. Alle heutigen Ortsteile waren zuvor eigenständige Gemeinden. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die Meldedaten der Gemeinde Eppelborn zum 1. Februar 2018., abgerufen am 12. Februar 2018 Ortsteil Einwohner inkl. Nebenwohnsitze Ortsvorsteher 20px Bubach-Calmesweiler 2.691 2.801 Sebastian Michel (CDU) 20px Dirmingen 2.836 2.969 Frank Klein (SPD) 20px Eppelborn 4.788 5.036 Christian Ney (CDU) 20px Habach 680 715 Peter Dörr (CDU) 20px Hierscheid 641 665 Marco König (SPD) 20px Humes 1.720 1.783 Uwe Ziegler (SPD) 20px Macherbach 184 196 Jürgen Nürnberger (CDU)20px Wiesbach 3.710 3.861 Stefan Löw (SPD) Insgesamt 17.250 18.026

Geschichte Der Raum Eppelborn wurde schon in römischer Zeit besiedelt, darauf deuten Ausgrabungsfunde hin. Eppelborn (früher Ippelbrunn) wurde erstmals 1235 urkundlich erwähnt und war der Hauptort der gleichnamigen Herrschaft, die dem Adelsgeschlecht von Ippelbrunn gehörte. Über die Erbtochter Irmgard von Ippelbrunn († 1425) fiel die Ortsherrschaft an ihren Gatten Friedrich von Greiffenclau zu Vollrads († 1419) und dessen Familie, später auf dem Erbwege an diverse Adelshäuser.Johann-Anton-Joseph Hansen: Treviris oder Trierisches Archiv für Vaterlandskunde, zunächst innerhalb der Grenzen des ehemaligen Erzbisthums und der jetzigen Diözese Trier, Band 1, S. 230, Trier, 1840; (Digitalscan) Ihr Sohn, der Eppelborner Ortsherr Friedrich von Greiffenclau zu Vollrads (1401–1462), wurde als Witwer Franziskaner und ist der Großvater des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Richard von Greiffenklau zu Vollrads (1467–1531),Genealogische Webseite zu Friedrich von Greiffenclau sowie des berühmten Wormser Bischofs und kurpfälzischen Kanzlers Johann XX. von Dalberg (1455–1503).

Die heutigen Ortsteile Hierscheid (1200), Wiesbach (1201) und Dirmingen (1281) wurden ebenfalls erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. Die einzelnen Ortsteile der heutigen Gemeinde gehörten über Jahrhunderte hinweg zu den verschiedenen Herrschaften von Lothringen, Nassau-Saarbrücken, Pfalz-Zweibrücken, Frankreich und Kurtrier. Nach der Französischen Revolution bildete Eppelborn mit den Nachbargemeinden Bubach, Calmesweiler, Macherbach und Habach eine Bürgermeisterei, während in Dirmingen mit Berschweiler, Hierscheid, Humes und Wiesbach eine zweite Bürgermeisterei gebildet wurde. Bis 1814 war Eppelborn dem Kanton Tholey im Département Moselle zugeordnet. Als Folge des Wiener Kongresses kam das Gebiet 1815 zu Preußen und gehörte seit 1816 zum Kreis Ottweiler im Regierungsbezirk Trier sowie von 1822 an zur Rheinprovinz.

Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform erhielt die Gemeinde am 1. Januar 1974 ihren heutigen Umfang.

Kaisereiche mini|Litho-Ansichtskarte „Gruß aus Eppelborn“ aus der Zeit um die Jahrhundertwende mit Kaisereiche mini|hochkant=0.8|Notgeldschein 0,10 Pfennig

Direkt neben dem Rathaus stand das Wahrzeichen Eppelborns, die alte Kaisereiche von 15,60 m Höhe. An diese Eiche wurde 1870 ein Holzgerüst zum Ersteigen des Baums gebaut.

Nach Entwürfen des damaligen Bürgermeisters Eugen Schwan wurde 1884 das Holzgerüst ausgebaut. Eine massive Holztreppe, die bis zur Krone hinaufführte, umgab den Stamm. Daran waren sieben Podestböden mit Geländer angebracht. Der größte war eine 10 Quadratmeter große Plattform, mit einem drei Meter hohen Bodenraum als Schankraum. Darin standen ein Tisch, ein Kaffeeschrank, ein Spiegel und eine Bank, und es konnten aus einem Fass vier verschiedene Getränke gezapft werden. Als Dekoration waren in der Eiche eine Miniaturkanone, die Nachbildung einer Festung und Käfige mit Vögeln eingebaut.

In der Zeitschrift Die Gartenlaube wurde 1886 eine Abbildung und Beschreibung der Kaisereiche veröffentlicht. Dort wird auch beschrieben, dass in höchster Höhe eine Aeolsharmonika angebracht sei, und diese „sendet ihre melodischen Klänge ins Thal, besonders den nächtlichen Wanderer überraschend“.

Um 1900 wurde die gesamte Anlage unter Bürgermeister Ballcke renoviert. Die morsch gewordene Kaisereiche wurde schließlich am 9. Februar 1930 „aus Gründen der Sicherheit“ gefällt.

1921 ließ die Bürgermeisterei von Eppelborn-Dirmingen eigenes Notgeld drucken, mit Abbildungen der Kaisereiche auf den Rückseiten der 10-, 25- und 50-Pfennig-Gutscheine. Der Förderverein für Heimatkunde und Denkmalschutz hat 1981, anlässlich der 100-Jahr-Feier der Post, die Kaisereiche als Motiv für die Gedenkblätter und Erinnerungsbriefe gewählt.

Politik Gemeinderat Nach der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 ergibt sich im Gemeinderat folgende Sitzverteilung: ParteienStimmenanteilDifferenzSitzeDifferenzCDU46,4 % − 5,0 %16 − 2SPD34,4 %+ 5,0 %11+ 1AfD11,8 %+ 4,8 %4+ 2GRÜNE4,2 % − 4,4 %1 − 1FDP3,2 % − 0,5 %1 ± 0Gesamt 100 %33

Bürgermeister

1974–1984: Karl Eckert (CDU) 1984–2012: Fritz-Hermann Lutz (CDU) 2012–2019: Birgit Müller-Closset (SPD) seit 1. Oktober 2019: Andreas Feld (CDU)

Andreas Feld, ehemaliger Referatsleiter in der saarländischen Staatskanzlei, setzte sich bei der Bürgermeisterwahl 2019 mit 64 % der Stimmen bereits im ersten Wahlgang gegen alle Konkurrenten durch. Die bisherige Amtsinhaberin Birgit Müller-Closset erhielt nur 27 % der Stimmen.

Parteien und deren Jugendorganisationen Die CDU ist in der Lokalpolitik dominierend und zählt in Eppelborn fast 600 Mitglieder. Sie stellt in vier der acht Ortsteilen die absolute Mehrheit im Ortsrat und hält auch im Gemeinderat die absolute Mehrheit. Es existieren Gemeinde- bzw. Ortsverbände der SPD, FPD, Grünen und Linken.

Neben der Jungen Union in Eppelborn und Dirmingen, gibt es als parteineutrale Jugendorganisation den Jugendgemeinderat in Eppelborn. Ende 2017 wurde auf Gemeindeverbandsebene eine JUSO Arbeitsgemeinschaft gegründet.

Wappen der Gemeinde rechts|100px Das Wappen wurde am 16. Januar 1978 durch das saarländische Innenministerium genehmigt. Der Entwurf stammt von Alois M. Peter.

Blasonierung: „Von Rot und Blau durch silbernen Schrägrechtsbalken geteilt; oben ein gestümmelter silberner Adler, unten ein linksgewendeter silberner Doppelhaken mit einer Quersprosse und stumpfen Enden.“

Die Farben der Gemeinde sind Rot – Weiß.

Der gestümmelte Adler verweist auf die jahrhundertelange Zugehörigkeit der Ortsteile Bubach-Calmesweiler, Eppelborn, Habach, Hierscheid, Humes, Macherbach und Wiesbach zum Herzogtum Lothringen. Der Doppelhaken (Wolfsangel) steht für die frühere Herrschaft der Saarbrücker Grafen über Dirmingen. Der Schrägbalken ist dem Wappen einer Eppelborner Rittersfamilie entnommen. Die Farben Rot-Weiß symbolisieren den ehemaligen Einfluss Kurtriers. Außerdem zeigen die Farben das Blut als rot, Frieden als weiß und blau für die Ehre.

Abgelegtes Wappen der Gemeinde rechts|100px Das Wappen wurde am 5. Mai 1954 durch das saarländische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „Auf schwarzem Grund ein silberner Schrägrechtsbalken begleitet von einem silbernen sechseckigen Stern im Obereck.“

Die Farben der Gemeinde sind Schwarz – Silber.

Partnerschaften Die Gemeinde Eppelborn unterhält städtepartnerschaftliche Beziehungen zu den Städten: Outreau (Frankreich): Die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde zwischen der Gemeinde Eppelborn und Outreau fand am 15. Juli 1989 in Outreau und am 27. Oktober 1989 in Eppelborn statt. Kfar Tabor (Israel): Seit 1987 bestehen die Kontakte der Gemeinde Eppelborn und des Landkreises Neunkirchen mit Kfar Tabor in Israel. Die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde durch die beiden Bürgermeister und den Landrat des Landkreises Neunkirchen erfolgte am 20. März 1988 in Kfar Tabor und am 18. April 1990 in Neunkirchen. Finsterwalde (Deutschland/Brandenburg): Die ersten Kontakte zwischen der einst zum Bezirk Cottbus in der DDR und heute zum Bundesland Brandenburg gehörenden Stadt Finsterwalde und der Gemeinde Eppelborn entstanden 1987. Die Partnerschaftsvereinbarung konnte am 17. Juli 1988 in Eppelborn und am 22. September 1988 in Finsterwalde unterschrieben werden. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands erfolgte die Unterzeichnung der neuen Partnerschaftsurkunde am 14. Dezember 1991 in Eppelborn und am 13. Juni 1992 in Finsterwalde. Realmonte (Italien/Sizilien): Am 15. September 2013 unterzeichneten Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset und ihr italienischer Amtskollege Sindaco Piero Puccio die Partnerschaftsurkunde in Eppelborn

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Eppelborn ist durch die Bundesautobahn 1 (Heiligenhafen – Saarbrücken) und die Bundesstraße 10 (Lebach – Karlsruhe) mit dem überregionalen Straßennetz verbunden. Schienenverkehrsstationen befinden sich an der Primstalbahn.

Bildungseinrichtungen In den Ortsteilen Bubach-Calmesweiler, Eppelborn, Dirmingen und Wiesbach befinden sich Grundschulen.

In den Gemeindeteilen Bubach-Calmesweiler, Dirmingen, Eppelborn und Wiesbach befinden sich zusätzlich jeweils eine freiwillige Ganztagsschule, in Eppelborn die erweiterte Realschule / Gemeinschaftsschule Eppelborn, in Dirmingen eine Förderschule geistige Entwicklung, die private Rothenbergschule mit Schulkindergarten der Lebenshilfe Neunkirchen. In Humes gibt es eine private Ganztags-Montessori-Grundschule. Kindergärten: Eppelborn, Bubach-Calmesweiler, Hierscheid mit Kindertagesstätte, Dirmingen (2), Humes, Wiesbach.

Freiwillige Feuerwehr Die Freiwillige Feuerwehr Eppelborn setzt sich aus den sieben Löschbezirken Eppelborn, Bubach-Calmesweiler, Dirmingen, Habach, Humes-Hierscheid (fusioniert im September 2019), Wiesbach und Macherbach zusammen. Sie hat mit ihren rund 330 aktiven Feuerwehrangehörigen etwa 18.000 Bürger zu betreuen. Der Feuerwehr stehen insgesamt 19 Lösch- und Sonderfahrzeuge zur Verfügung. Die Feuerwehr der Gemeinde Eppelborn ist auch noch für einen Abschnitt der Bundesautobahn 1 zuständig.

Kultur- und Vereinsleben Eppelborn, Katholische Pfarrkirche Sankt Sebastian|mini|180px Bauwerke

Museen Das Jean-Lurçat-Museum Eppelborn ist in der ehemaligen Mädchenberufsschule untergebracht. Es zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch das Werk des französischen Künstlers Jean Lurçat aus allen Schaffensperioden: Keramiken, Wandteppiche, Aquarelle, Ölgemälde, Lithografien. Bemerkenswert sind seine überdimensionalen Tapisserien. Im gleichen Gebäude befindet sich das Heimatmuseum mit Exponaten aus der Region aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Das „Bauernhaus Habach“ ist ein 1847 fertig gestelltes südwestdeutsches Einhaus, das heute als Museum für das ländliche Leben im 19. und 20. Jahrhundert dient.

Das Museum für Saarländische Brauereikultur in Wiesbach zeigte als erstes seiner Art im Saarland auf 138 m² mehr als 2626 Zeitzeugen der 13 Brauereien, die es um 1940 im Saarland gab. Mittlerweile ist es dauerhaft geschlossen.

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