miniatur|Krematorium in Brünn miniatur|Heutiger Morava-Palast in Brünn mini|Villa Pick in Prag Ernst Wiesner (* 21. Januar 1890 in Malatzka, Slowakei, damals Königreich Ungarn; † 15. Juli 1971 in Liverpool; auch Arnošt Wiesner) war ein tschechoslowakischer Architekt der Moderne.
Wiesner studierte von 1908 bis 1913 an der Technischen Hochschule Wien und der Akademie der bildenden Künste Wien (bei Friedrich Ohmann) in Wien. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er bis 1939 aktiv als freier Architekt in der mährischen Stadt Brünn. Sein Werk wurde stark von Adolf Loos beeinflusst und seine puristischen Strukturen mit klassizistischer Ausgewogenheit und Monumentalität gelten als die besten Bauwerke dieser Epoche in Brünn.
Wiesner emigrierte 1939 nach Großbritannien, wo er dem antifaschistischen Widerstand im Ausland angehörte. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb er in England. Von 1948 bis 1950 war er Dozent an der School of Architecture der University of Oxford und bis 1960 an der University of Liverpool. 1969 erhielt er die Ehrendoktorwürde der damaligen Jan-Evangelista-Purkyně-Universität und heutigen Masaryk-Universität in Brünn.
Werke in Brünn (Auswahl)
1919–1920: Gartenhaus aus Holz, Drobného 28 1919–1922: Wohnhaus Guttmann, Údolní (Talgasse, 1952–1990: třída Obránců míru) 66 um 1920: Frauenheim, Tvrdého 18 1920–1925: Block des sogenannten Weißen Hauses und der Česká banka Union, später Československý rozhlas (Tschechische Union-Bank / Tschechoslowakischer Rundfunk), Mozartova 3 und Beethovenova 4 1924–1926: Villa Münz, Hroznová 19 1925: Villa, Kalvodova 2 1925–1930: Stadtkrematorium, Jihlavská 1 1926: Villa Stein, Barvičova 25 1927–1936: Block des Morava-Palastes und der Mährischen Landversicherungsanstalt, Divadelní 3 und Malinowski-Platz 1927–1928: Zweifamilienhaus auf der Werkbundsiedlung Nový Dům, Bráfova 109–111 1928–1929: Villa Neumark, Vinařská 38 1929–1930: Villa Stiassny, Hroznová 14 1929–1930: Villa Haas, Lipová 43 1929–1930: Mährische Bank (zusammen mit Bohuslav Fuchs), náměstí Svobody (Freiheitsplatz) 21 1930–1931: Laubenganghaus mit Kleinwohnungen der Genossenschaft Freundschaft, Rybářská 50 1930–1931: Villa Pick in Prag-Smíchov, U Mrázovky 2071/7
Literatur Max Eisler: Architekt Ernst Wiesner, Brünn. In: Moderne Bauformen, Jg. 27 (1928), S. 209–223 (Digitalisat). Arnošt Wiesner, Petr Pelčák, Ivan Wahla, Muzeum města Brna (Hrsg.): Ernst Wiesner (1890-1971). Obecní dům Brno, Brno 2005, ISBN 80-239-5613-2. Petr Pelčák, Jan Sapák, Ivan Wahla: Brněnští židovští architekti 1919 - 1939, Spolek Obecní dům, Brno 2000 (). Zdeněk Lukeš: Begleichung der Schuld: Deutschsprachige Architekten in Prag 1900–1938 (Splátka dluhu : Praha a její německy hovořící architekti 1900–1938). Fraktály Publishers, Praha 2002, 217 S. ISBN 80-86627-04-7. Abschnitt Ernst Wiesner, S. 201.
Weblinks
Brünner Enzyklopädie Brünner Architekturmanual Architekt Ernst Wiesner archi.net Nájemný dům družstva Freundschaft, Ernst Wiesner, 1930-1931, Rybářská 50, Brno
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