mini|Marie-Luise Nikuta, 2006 Marie-Luise Nikuta (* 25. Juli 1938 als Marie-Luise Oberbrinkmann in Köln-Nippes; † 25. Februar 2020 in Köln) war eine deutsche Mundartsängerin, -texterin und -komponistin. Sie wurde mit kölschen Karnevalsliedern wie E paar Grosche för Ihs oder Weiste wat, mer fahre met d’r Stroßebahn noh hus bekannt und galt als „Königin des Mottolieds“, das sie jährlich zum Kölner Karneval beisteuerte. Sie war auch fester Bestandteil des Cologne Pride, für den sie 2003 ebenfalls ein Mottolied schrieb.

Leben und Karriere Marie-Luise Nikuta war 13 Jahre alt, als sie mit dem Kölner Kinderchor ihren ersten Hit sang: Mer fiere Fastelovend. Nach einer Ausbildung zur Versicherungskauffrau und der Geburt einer Tochter widmete sie sich ab 1968 ihrer professionellen Musikkarriere. In jenem Jahr trat sie erstmals beim Literarischen Komitee auf. Ebenfalls 1968 erschien mit der Single Däu mer doch de Naache eine ihrer ersten Plattenveröffentlichungen.

Nikuta textete, komponierte und sang in den folgenden Jahrzehnten über 160 Karnevalslieder. Darunter Erfolgstitel wie Dat ahle Sofa, Kölsch, kölsch, kölsch, Wenn die Engelcher ens Fastelovend fiere, E paar Grosche för Ihs oder Weiste wat, mer fahre met d’r Stroßebahn noh hus. Neben Auftritten in Köln nahm sie 1974 auch an der Steubenparade in New York City teil. Zusammen mit den Roten Funken, bei denen sie auch im Rosenmontagszug auf einem Festwagen mitfuhr, besuchte sie 1987 und 1991 in Windhoek den Karneval in Namibia. mini|hochkant=0.6|Grabstätte auf dem Melaten-Friedhof

Im Herbst 2014 kündigte sie ihren Rückzug von der Bühne an und wurde bei der Sessionseröffnung am 11. November auf dem Heumarkt in Köln verabschiedet. Sie schrieb aber weiterhin bis zu ihrem Tod die Mottolieder des Kölner Karnevals.Neues Mottolied von Marie-Luise Nikuta – Eine Standesbeamtin beerbt die Mottoqueen. Kölner Rundschau vom 21. Juli 2015. Marie-Luise Nikuta starb am Karnevalsdienstag 2020 im Alter von 81 Jahren in Köln und wurde auf dem Melaten-Friedhof beigesetzt.

Diskografie (Auswahl) Alben 1974: Kölsche Spezialitäten und Lieder (BASF) 1977: Der Vater hat ’nen Kater – 12 rheinische Muntermacher von und mit Marie-Luise Nikuta (Polydor) 1979: Neue Lieder aus Köln (Polydor) 1990: Kölsche Mädcher (Polyphon, Kompilation) 1996: Kölle Alaaf (Odeon/EMI)

Singles 1973: En Pri, En Pra, En Prummetaat 1976: Rockefeller (Wat uns fehlt, dat es ene …) / Nimm mich wie ich bin 1978: Straßenbahn Song (Weißte wat, mr fahre met dr Stroßebahn noh Hus) / Do kannste nix dran maache 1980: Ich han’ne Jung us Kölle / Wat mr hät, dat weiß mr 1981: Do jonn m’r hin / Wenn ich dich nit hatt

Mottolieder (unvollständig)

Auszeichnungen und Rezeption Nikuta erhielt als bisher einzige Frau die Willi-Ostermann-Medaille für ihr musikalisches Schaffen. Sie wurde Ehrenmitglied im Klub Kölner Karnevalisten und von vielen Karnevalsgesellschaften zur Ehrensenatorin ernannt. Für ihr langjähriges Engagement erhielt sie bei ihrer Verabschiedung den „großen Verdienstorden mit Brillanten“, eine der höchsten Auszeichnungen im Kölner Karneval, die ihr als erster Künstlerin verliehen wurde.

Auch ehrenamtlich engagierte sich Nikuta stark. Sie war im Beirat der Aidshilfe, sammelte für den Förderverein für Demenzkranke und krebskranke Kinder. Sie war Ehrenmitglied von „Künstler helfen Kindern“. Ab 2010 trat sie beim Rheinischen Nachmittag in der Palliativstation im Klinikum Merheim auf.

Weitere Auszeichnungen: 1972: Das „Goldene Herz“ der Stadt Siegburg 1973: Die „Goldene Ostermann-Medaille“ der Stadt Köln 1975: Den „Orden zur Erhaltung des rheinischen Frohsinns“ der Stadt Zülpich 1980: Den „Schmitz-Orden“ der Kölnischen Rundschau, Köln 1981: Das „Goldene Burg Wissen“ der Stadt Troisdorf 1982: Das „Goldene Spinnrad“ der Stadt Mönchengladbach 1988: Die „Goldene Krone“ der Stadt Hürth 1988: Den Sonderstufenorden „Rheinland met Häzz“, Türnich 1992: Verdienstorden in Gold, Bund deutscher Karneval 1992: Verdienstorden in Gold, Festkomitee Köln 1995: Verdienstorden, Rote Funken, Köln, Ehrenmitglied 1998: Die „Goldene Mütze“ der KG „Alt-Köln“

Mehrfache Gewinnerin der Karnevalistischen Hitparade von RTL Mehrfache Gewinnerin der Karnevalistischen Hitparade des WDR Mehrfache Gewinnerin des „Närrischen Oscar“ der Zeitung Express Zahlreiche Auszeichnungen der Kölner Traditionsgesellschaften für ihr Liedgut Zahlreiche Auszeichnungen der Kölner Traditionsgesellschaften für das beste kölsche Lied Ehren-Köbes der Karnevalsgesellschaft „Sölzer Köbesse“ „Erste-Klasse-Passagier“ (Ehrenmitglied) der StattGarde Colonia Ahoj e. V.

Im August 2021 wurde der Verein Levve un levve losse e. V. – Freundeskreis Marie-Luise Nikuta & Förderkreis Kölnischen Liedgutes gegründet.https://fkmln.de/ 2025 wurde eine Grünfläche in der Nähe der Hahnentorburg im Kölner Stadtteil Altstadt-Süd in Marie-Luise-Nikuta-Platz benannt.

Weblinks

Podcast Das Köln Ding der Woche – Marie Luise Nikuta (8'04 min.) Levve Un Levve Losse e. V. (fkmln.de), Freundeskreis Marie Luise Nikuta

Einzelnachweise

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