Thoralf Knobloch (* 1962 in Bautzen) ist ein zeitgenössischer deutscher Maler. mini|Thoralf Knobloch Fahrgestell Im Jahr 1988 nahm er das Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden auf, das er im Jahr 1994 unter Ralf Kerbach mit Diplom abschloss. Er lebt und arbeitet in Berlin.
Knoblochs Werke befinden sich unter anderem in den Beständen der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Albertinum.
Werk mini|Thoralf Knobloch Uferweg Süd Thoralf Knobloch arbeitet meistens mit alltäglichen Motiven - Gegenständen, Räumen oder Szenen aus der unmittelbaren, vertrauten Umgebungen. Ob einzelne Objekte oder Landschaftsansichten, „immer sind es Nebenschauplätze und Bruchstücke, eng begrenzte, individuell gesehene Ausschnitte der sichtbaren Welt“.
Die Bildkomposition funktioniert nach dem Prinzip des Ausschnittes. Mit großer Konzentration aufs Detail präsentiert die Künstler Fragmente als stillgelegte Momentaufnahmen. „Der Pinsel des Malers hat die Macht, optische und erzählerische Störelemete in die Verbannung außerhalb des Leinwandgevierts zu schicken“.
Seine stark fokussierten Darstellungen wirken fern und nah zugleich. Die Distanzierung ist für den Maler ein Mittel zur Beobachtung. Es herrscht eine gewisse Sehnsucht, aber auch Interesse für die Vielfalt der Ding- und Außenwelt.
Der strenge, auf den ersten Blick rein fotorealistische Malstil wird oft durch abstrakte, scheinbar willkürliche Details ergänzt. Deswegen gewinnen die Bilder hin und wieder an surrealistischen Zügen. Die Konzentration auf ein Objekt veranlasst Knobloch dazu, die ausgewählten Motive in Serien zu untersuchen. Dabei wird die Blickrichtung minimal verschoben, oder es wird von einer Gesamt- zur Nahaufnahme gewechselt. So entstehen malerische Studien von Objekten und ihren Erscheinungsformen.mini|Thoralf Knobloch Boot im Eis
Thoralf Knoblochs Bilder evozieren eine innerliche Verlangsamung der Wahrnehmung. Der Maler kehrt immer wieder an vertraute Orte zurück, nimmt bekannte Objekte erneut auf. Knoblochs Malereien sind vor allem observativ. Sie zeigen alles und lassen vieles offen. Sie bewegen zur Reflexion und lösen Assoziationen aus.
Knobloch eröffnet die ästhetische Seite der Objekte und Orte, die im gängigen Sinne ästhetisch nicht bemerkenswert sind. Seine Bilder sind „Plädoyer für Langsamkeit und Konzentration, für die Vertiefung und Erweiterung des alltäglichen Blicks durch Innehalten und natürlich für die Möglichkeiten der Malerei, den banalen Gegenstand durch ästhetische Qualität aus ihrem banalen Zusammenhang zu reißen“.
Einzelausstellungen 2019: Jägerschenke, Galerie Hartwich, Sellin 2018: Stichprobe, Galerie Gebr. Lehmann, Dresden 2017: Uferweg Nord, GAA Gallery, Wellfleet, USA 2015: Paintings, GAA Gallery, Wellfleet, USA 2013: Hinterland, Städtische Galerie Dresden – Kunstsammlung 2012: Thoralf Knobloch: 2012, James Flach Galleri, Stockholm 2012: Im Abseits, Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus 2011: Wegkreuz, Wilkinson Gallery, London 2010: Hold the Fort, Galerie Gebr. Lehmann, Dresden 2010: Thoralf Knobloch (mit Irene Hofmann), Kunstverein, Bautzen 2009: Thoralf Knobloch, Tony Shafrazi Gallery, NY 2009: Essen, Trinken, Angeln, Galerie Gebr. Lehmann, Berlin 2008: Von Wirklichkeit und Wahrheit, Sparkasse Essen, Essen 2007: Thoralf Knobloch, Anthony Wilkinson Gallery, London 2005: regional & saisonal, Galerie Gebr. Lehmann, Dresden 2004: Zweifel und Ruhe, Anthony Wilkinson Gallery, London 2003: Landpartie und Kuckucksruf, Galerie Michael Neff, Frankfurt/Main 2003: Petit Côte, Vattenfall Europe, Berlin 2002: Streif- & Jagdzüge, Galerie Gebr. Lehmann, Dresden
Gruppenausstellungen 2019: POINT OF NO RETURN, MdbK. Museum der bildenden Künste, Leipzig 2019: Bilderberg_89_Bilderflut, Städtische Galerie AdA, Meiningen 2018: AGAINST FORGETTING II, GAA Gallery, Wellfleet, USA 2018: Against Forgetting I, GAA Gallery, Provincetown, MA, USA 2018: Concurrent Realities, GAA Gallery, Provincetown, MA 2017: Freimütig, Galerie Gebr. Lehmann, Dresden 2016: Made in Germany: Contemporary Art from the Rubell Family Collection, McNay Art Museum, San Antonio, Texas 2016: Thoralf Knobloch, Jan Muche, Klaus Walther, Galerie Hartwich, Sellin 2015: Collateral Drawing 3, Rosalux, Berlin 2014: Architekt, Busdriver, Zwei Brücken - 20 Jahre Gesellschaft für moderne Kunst in Dresden, Lipsiusbau, Dresden 2013: 25, Galerie Gebr. Lehmann, Berlin 2013: Dächer & Dachlandschaften, Museum Kitzbühel, Kitzbühel 2012: Kalte Rinden–seltene Erden. Landschaft in der Gegenwartskunst, Märkisches Museum Witten, Witten 2012: geteilt / ungeteilt. Kunst in Deutschland von 1945 – 2010, Staatliche Kunstsammlungen, Galerie Neue Meister, Dresden 2010: Das versprochene Land, Staatliche Kunstsammlungen, Albertinum, Dresden 2010: Koordinatensystem Kunst, Neuer Sächsischer Kunstverein, Dresden 2010: Verschaukelt! Eine Kulturgeschichte, Altonaer Museum, Hamburg 2009: Defiance & Melancholy. German Painting, City Art Museum Helsinki 2008: Living Landscapes. A Journey through German Art, National Art Museum, Beijin 2007: Neueröffnung – Teil 2, Autocenter, Berlin 2005: Das Schillern, Goethe-Institut, Rotterdam
Weblinks
Galerie Gebr. Lehmann GAA Gallery Thoralf Knobloch auf artnet.de Thoralf Knobloch: Lakonische Malerei (Handelsblatt)
Einzelnachweise
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