Allein Allein ist ein Lied der deutschen Elektropop-Band Polarkreis 18 aus dem Jahr 2008. Das Stück ist die erste Singleauskopplung aus ihrem dritten Studioalbum The Colour of Snow. Das Stück wurde europaweit auch in den Übersetzungen Allein Alene (dänisch), Alleen, Alleen (niederländisch) oder auch Alone Alone (englisch) bekannt.

Entstehung und Artwork Geschrieben wurde das Lied gemeinsam von den Polarkreis-18-Mitgliedern Ludwig Bauer, Christian Grochau, Philipp Makolies, Uwe Pasora, Felix Räuber und Bernhard Wenzel. Gemeinsam mit Jochen Naaf und Mario Thaler zeichnete die Band ebenfalls für die Produktion des Stücks verantwortlich. Während der Produktion kam die Audioeditor-Software Pro Tools zum Einsatz, die durch Falko Duczmal ausgeführt wurde. Das Mastering erfolgte durch die Skyline Tonfabrik, unter der Leitung von Kai Blankenberg. Gemischt wurde das Lied vom O.L.A.F. Opal. Als Toningenieure bei diesem Projekt fungierten Ludwig Bauer, Philipp Makolies, Felix Räuber, Jörg Siegeler und Markus Schlichtherle. Die Aufnahmen fanden im Studio Wilzhofen in Weilheim (Oberbayern) statt. Musikalisch wurden Polarkreis 18 vom Deutschen Filmorchester Babelsberg unterstützt, das von Jörg Iwer dirigiert wurde. Arrangiert und produziert wurden die orchestralen Klänge durch Sven Helbig, die Abmischung sowie die Aufnahme dessen erfolgte durch Michael Schubert.

Auf dem Cover der Single ist lediglich ein Eisblock zu sehen. In der Mitte des Blocks befindet sich ein schwarzer, runder Aufkleber, auf dem sich der Bandname und der Liedtitel befinden. Das Artwork stammt von Polarkreis 18.

Veröffentlichung und Promotion Die Erstveröffentlichung von Allein Allein erfolgte am 19. September 2008 als CD-Single in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Lied wurde unter dem Musiklabel Vertigo Berlin veröffentlicht, durch den Hanseatic Musikverlag verlegt sowie durch Universal Music Publishing vertrieben. Die CD-Single erschien zunächst als 2-Track-Single und beinhaltete eine Remixversion der dänischen Rockband Nephew als B-Seite. In Dänemark wurde die Remixversion als A-Seite unter dem Projektnamen „Polarkreis 18 vs. Nephew“ veröffentlicht. Drei Wochen später am 10. Oktober 2008 erschien eine weitere 2-Track-Single, die anstatt den Remix ein Bonusvideo vom Melt 2007 beinhaltete. Wiederum eine Woche später erschien mit The Colour of Snow das dritte Studioalbum von Polarkreis 18, worauf Allein Allein ein Teil von dessen ist. Am 8. Dezember 2008 erschien eine Maxi-Single zu Allein Allein. Diese bestand aus fünf Titeln und beinhaltete als B-Seiten das Lied Operation Sun sowie drei Remixe zu Allein Allein. Zwei Monate nach der Veröffentlichung der Maxi-Single erschien am 9. Februar 2009 nochmals eine 2-Track-Single mit einem neuen Remix von $olal + Müller. Darüber hinaus erschienen auch weitere Promo-Tonträger, wie unter anderem eine Vinylschallplatte, die als B-Seite die Nachfolge-Single The Colour of Snow beinhaltet. Am 10. April 2020 erschien eine Remixversion der deutschen DJs Frey und Sway Gray als Streaming. Die beiden konnten hierbei den Polarkreis-18-Sänger Felix Räuber als offiziellen Gastsänger für sich gewinnen.

Allein Allein diente als Titelmusik zu Marco Kreuzpaintner Realverfilmung Krabat und wurde im Abspann gespielt. Auf dem offiziellen Soundtrack-Album zum Film war das Lied jedoch nicht zu finden.

Remixversionen 2008: Allein Allein (Bodi Bill RMX) 2008: Allein Allein (Heller & Nephew Rework) 2008: Allein Allein (reworked by Nephew) 2008: Allein Allein (ZPYZ RMX) 2009: Allein Allein ($olal + Müller Remix) 2009: Allein Allein (Alex C Rmx) 2009: Allein Allein (Metal on Metal Rmx) 2009: Allein Allein (Schiller Rmx) 2020: Wir sind nicht allein (Allein Allein) (Remix von Frey, Sway Gray)

Kontroverse in Israel Der Parlamentsabgeordnete Arieh Eldad, seinerzeit Mitglied der Knesset für die säkular-rechtsgerichtete Partei Hatikva, hat im Jahr 2009 in zwei Schreiben an Verteidigungsminister Ehud Barak und den Kommandeur des Armeeradios ein Verbot des Liedes gefordert. Grund hierfür war, dass das Lied „deutsche Worte“ enthalte, so ein Sprecher Eldads gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Jerusalem. Eldad habe bereits im vergangenen Jahr die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem israelischen Parlament boykottiert. Der Boykottversuch blieb erfolglos. Das Armeeradio werde nie zustimmen, dass ein Lied aus „rassistischen Gründen“ von der Titelliste gestrichen werde.

Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete, der Abgeordnete von der nationalistischen Partei Nationale Union habe aufgrund der „Assoziierung der deutschen Sprache mit dem Holocaust“ ein Abspielverbot verlangt.

Die Tageszeitung Maariv zitierte aus dem Brief Eldads. Darin vertrat dieser die Auffassung, dass das Lied die Gefühle von Holocaust-Überlebenden verletze. Eldad schrieb: „Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie anweisen würden, das Lied nicht mehr zu spielen“. Weiter hieß es, der Refrain werde von einer Masse von Stimmen geschrien. Hierzu schrieb Eldad: „Solange in Israel Juden leben, die von Schreien in deutscher Sprache in die Zeit der Verfolgung während des Holocausts in Europa zurückversetzt werden, kann man nicht auf deren Gefühlen herumtrampeln“.

Inhalt Der Liedtext zu Allein Allein ist bilingual in deutscher und englischer Sprache verfasst, wobei der Liedtext größtenteils auf Englisch ist, lediglich die Zeile „Wir sind allein, allein allein, allein allein“ im Refrain sowie gelegentliche „Allein-Allein“-Ausrufe im Hintergrund sind auf Deutsch. Die Musik und der Text wurden gemeinsam von den Polarkreis-18-Mitgliedern Ludwig Bauer, Christian Grochau, Philipp Makolies, Uwe Pasora, Felix Räuber und Bernhard Wenzel geschrieben beziehungsweise komponiert. Musikalisch bewegt sich das Lied im Bereich des Breaks, Elektros, Pop-Rock sowie des Synthiepop.

Einige Hörer warfen der Band vor, dass sie in dem Lied eine egoistische Gesellschaft propagieren würden. Räuber erklärte in einem Interview, dass Allein Allein einen sehr simplen Text habe, sich dennoch eine tiefgründige Message dahinter verberge. Es sei auch der Titel, an dem sie am längsten für das aktuelle Album gearbeitet hätten. Leider sei die Message nicht bei allen so rüber gekommen, das sei schon schade, wie man an solchen Kommentar sehe. Der Inhalt des Stücks sei eigentlich ganz klar und einfach. Es gehe darum, Einsamkeit in einer anonymen Masse zu beschreiben. Man sei mit anderen im Klub, aber jeder tanze für sich alleine. Die Band habe das versucht so einfach wie möglich auf den Punkt zu bringen. Als Gründe für dieses massenhafte Alleinsein nannte Räuber die paradoxe Begründung, dass je mehr Menschen auf einem Gebiet zusammenleben, desto größer die Einsamkeit sei. Deshalb sängen sie in dem Lied „Wir sind allein“. Die Menschen würden alle zusammen leben und doch sei jeder irgendwie alleine. Das habe aber nicht nur negative Seiten. Räuber selbst sei es sehr wichtig, auch mal alleine zu sein, weil er viele Gedanken nur für sich alleine fassen könne, wenn niemand sonst da sei. Aber auf der anderen Seite seien Menschen natürlich auch total wichtig und Liebe, die man ja auch nur zu zweit erleben könne. Es sollte eine gute Mischung sein und die gelte es im Leben zu finden.

Aufgebaut ist das Lied auf zwei Strophen, einer Hookline sowie einem Refrain. Das Lied beginnt mit der ersten Strophe, auf die erstmals der Refrain folgt. Der gleiche Vorgang wiederholt sich mit der zweiten Strophe. Nach dem zweiten Refrain folgt erstmals die Hookline, die lediglich aus dem sich wiederholenden Ausruf „Allein Allein“ besteht. Nach der Hookline folgt erneut der Refrain sowie zum Abschluss des Liedes nochmals die Hookline. Der Hauptgesang des Liedes stammt von Polarkreis-18-Frontmann Felix Räuber, im Hintergrund ist ein 2.000 Personen starker Chor zu hören. Die Choraufnahmen erfolgten beim Weihnachtskonzert am 25. Dezember 2007 im Alten Schlachthof in Dresden.

Musikvideo Das Musikvideo zu Allein Allein wurde an einem norwegischen Fjord gedreht und lässt sich in zwei Abschnitte unterteilen, die immer wieder abwechselnd zu sehen sind. Zum einen sieht man die Band, die das Lied spielt. Hierbei ist die Band größtenteils in weiß gekleidet und spielt mit weißen Instrumenten in einem komplett weißen Raum. Zum anderen sind die Polarkreis-18-Mitglieder zu sehen, wie sie sich – jeder für auf sich alleine gestellt – durch eine Gebirgslandschaft bewegen. Die Gesamtlänge des Videos beträgt 2:49 Minuten. Regie führte der Berliner Regisseur Hagen Decker, als Co-Regisseur stand ihm Stefan Guzy zur Seite. Bis Mai 2026 zählte das Musikvideo über 16 Millionen Aufrufe auf YouTube.

2009 wurde das Musikvideo, auf Vorschlag von MTV Germany, für einen Echo Pop in der Kategorie „Video (national)“ nominiert, musste sich jedoch Gib mir Sonne von Rosenstolz geschlagen geben.

Mitwirkende Liedproduktion Ludwig Bauer: Artwork (Cover), Komponist, Liedtexter, Musikproduzent, Toningenieur Kai Blankenberg: Mastering Deutschen Filmorchester Babelsberg: Orchester Falko Duczmal: Audioeditor Christian Grochau: Artwork (Cover), Komponist, Liedtexter, Musikproduzent Sven Helbig: Arrangement, Musikproduzent Jörg Iwer: Dirigent Philipp Makolies: Artwork (Cover), Komponist, Liedtexter, Musikproduzent, Toningenieur Jochen Naaf: Musikproduzent O.L.A.F. Opal: Abmischung Uwe Pasora: Artwork (Cover), Komponist, Liedtexter, Musikproduzent Felix Räuber: Artwork (Cover), Gesang, Komponist, Liedtexter, Musikproduzent, Toningenieur Markus Schlichtherle: Toningenieur Michael Schubert: Abmischung, Tonmeister Jörg Siegeler: Toningenieur Mario Thaler: Musikproduzent Bernhard Wenzel: Artwork (Cover), Komponist, Liedtexter, Musikproduzent

Musikvideo Raphael Beinder: Oberbeleuchter Kristian Berg: Produktionsassistent Hagen Decker: Ausführender Produzent, Filmeditor, Regisseur Stefan Guzy: Artdirector, Co-Regisseur Erik Heldal: Oberbeleuchter Kieran Joel: Filmproduzent Florian Kaltenbach: Filmeditor Philipp Kirsamer: Kameramann Michael Peterssohn: Standfotograf Cornelius Plache: Beleuchter Karim Rahmani: Kameraassistent Teja Hendrik Schwede: Kameraassistent Steffen Cornelius Tralles: Regieassistent Franziska Zahl: Produktionsassistent

Unternehmen Hanseatic Musikverlag: Verlag Skyline Tonfabrik: Tonstudio Studio Wilzhofen: Tonstudio Universal Music Publishing: Vertrieb Vertigo Berlin: Musiklabel

Rezeption Die RP Online ist der Meinung, dass das Musikstück polarisiere, weil es „Experimentalsound“ mit „billigem Euro-Disco“ verbinde. Weiters führten sie aus, dass ein Lied nicht schlecht sei, nur weil es x-mal am Tag im Radio gespielt werde. Das hätten im gleichen Jahr die Killers mit Human bewiesen. Beide Stücke seien ähnlich gestrickt: Disco treffe auf Emotion!

Oliver Ding von Plattentests.de bewertete das Album The Colour of Snow mit sieben von zehn Punkten und hob Allein Allein als eines der „Highlights“ hervor. In seiner Rezension kam Ding zu dem Ergebnis, dass die Bridge des Liedes „frappierend“ an A Walk in the Park von der Nick Straker Band erinnere.

Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen