mini|300px|Logo Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen (teilweise auch Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen) ist ein Zusammenschluss bedeutender deutscher Wissenschafts- und Forschungsorganisationen. Sie nimmt regelmäßig zu Fragen der Wissenschaftspolitik, Forschungsförderung und strukturellen Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems Stellung. Die Organisation veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Stellungnahmen zu forschungspolitischen Themen. Diese werden auf der Website der Allianz der Wissenschaftsorganisationen veröffentlicht.
2008 wurde die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ begonnen, die die Verbesserung der digitalen Informationsversorgung in der Wissenschaft zum Ziel hat.Seite allianziinitiative.de im Internet Archive: https://web.archive.org/web/20220119020353/http://www.allianzinitiative.de/ Diese Initiative wird seit 2024 unter als Allianz-Schwerpunkt „Digitalität in der Wissenschaft“ fortgeführt. 2016 hat die Allianz die Informationsinitiative „Tierversuche verstehen“ ins Leben gerufen, die Öffentlichkeit und Medien umfassend über Inhalte und Rahmenbedingungen aktueller Forschung informieren und zu einer sachlichen Diskussion über Tierversuche beitragen soll.Website von „Tierversuche verstehen“, abgerufen am 26. Oktober 2016. Eine weitere Initiative widmete sich im Jahr 2019 der Wissenschaftsfreiheit.
Mitglieder Mitglieder sind: Alexander von Humboldt-Stiftung Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Deutsche Forschungsgemeinschaft Deutscher Akademischer Austauschdienst Fraunhofer-Gesellschaft Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren Hochschulrektorenkonferenz Leibniz-Gemeinschaft Max-Planck-Gesellschaft Wissenschaftsrat
Die organisatorische Federführung wechselt jedes Jahr zu einer anderen Mitgliedsorganisation.
2026: Hochschulrektorenkonferenz 2025: Fraunhofer-Gesellschaft 2024: Max-Planck-Gesellschaft 2023: Leopoldina 2022: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 2021: Wissenschaftsrat 2020: HochschulrektorenkonferenzWebseite zur Federführung der Hochschulrektorenkonferenz 2019: Leibniz-GemeinschaftWebseite zur Federführung der Leibniz-Gemeinschaft 2018: Fraunhofer-GesellschaftWebseite zur Federführung der Fraunhofer-Gesellschaft 2017: Helmholtz-GemeinschaftWebseite zur Federführung der Helmholtz-Gemeinschaft 2016: LeopoldinaAllianz auf den Seiten der Leopoldina, abgerufen am 9. Januar 2017. 2015: Max-Planck-GesellschaftAllianz der Wissenschaftsorganisationen auf mpg.de, abgerufen am 11. März 2015. 2014: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)Website der 2014 federführenden DFG mit Papieren und Stellungnahmen der „Allianz“, abgerufen am 9. Januar 2017. 2013: Hochschulrektorenkonferenz 2012: Wissenschaftsrat 2011: Leibniz-Gemeinschaft 2010: Fraunhofer-Gesellschaft 2009: Helmholtz-Gemeinschaft Geschichte Bereits in den 1940er Jahren hatte es vereinzelte Treffen zwischen den Präsidenten der großen deutschen Wissenschaftsorganisationen gegeben. Infolge von wachsenden Bemühungen des Bundes um eine Steigerung seines Einflusses im Bereich der Forschungs- und Technologiepolitik intensivierten die drei einflussreichsten Wissenschaftsorganisationen MPG, DFG und WRK ihren Austausch, um die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre gegen staatliche Eingriffe zu schützen.
Publikationen Zwischen Ende 2010 und Mitte 2013 veröffentlichte die Allianz eine Broschürenreihe zu den Themenfeldern der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMBF) formulierten Hightech-Strategie 2020, nämlich den „fünf großen Bedarfsfeldern: Klima und Energie, Gesundheit und Ernährung, Mobilität, Sicherheit und Kommunikation“.So die Bundesforschungsministerin Annette Schavan in den gleichlautenden Grußworten zu den Broschüren.alle fünf zum Download etwa hier oder hier: Broschüren der Allianz der Wissenschaftsorganisationen / Alliance of Scientific Organisations
Zu den Themen der Stellungnahmen gehören UrheberrechtStellungnahme zur Urheberrechtsnovelle: Wichtiger und bedeutsamer Schritt für die Wissenschaft. Kritik an der Befristung. (PDF) 30. Juni 2017., ChancengerechtigkeitExzellente Wissenschaft braucht familiengerechte Chancen. (PDF) 13. Juli 2017., ForschungsinfrastrukturenExzellente Wissenschaft braucht exzellente Forschungsinfrastrukturen. (PDF) 23. Februar 2017., InternationalitätWissenschaft ist international. (PDF) 3. Februar 2017., BiodiversitätPressemitteilung: Allianz sieht offenen Zugang zu Digitalen Sequenzinformationen gefährdet. (PDF; 258 kB) 9. Februar 2018, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, die Novellierung der PSI-RichtliniePressemitteilung: Stellungnahme der Allianz der Wissenschaftsorganisationen zum Entwurf der EU-Kommission zur Novellierung der Richtlinie über die „Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors“ („Re-Use of Public Sector Information, PSI-Richtlinie“)(PDF) 4. September 2018 und die Novellierung des Urheberrechts.
Am 25. Februar 2022 veröffentlichte die Allianz eine Stellungnahme zum russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 auf Deutsch und Englisch.Seite mit Stellungnahmen und Erklärungen der Allianz im Jahr 2022.
Schwerpunkt „Digitalität in der Wissenschaft“ Im Jahr 2008 begann die erste Laufzeit der Schwerpunktinitiative Digitale Information. Ziel war es, die digitale Informationsversorgung in der Wissenschaft zu verbessern. Der Anspruch, „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der bestmöglichen Informationsinfrastruktur auszustatten, die sie für ihre Forschung brauchen“, prägte die Arbeit dieser ersten Phase, in der die folgenden sechs Themen im Fokus standen: 1. Nationale Lizenzierungen, 2. Open Access, 3. Nationale Hosting-Strategie, 4. Forschungsprimärdaten, 5. Virtuelle Forschungsumgebungen und 6. Rechtliche Rahmenbedingungen. Die erste Phase endete im Jahr 2012. Eine zweite Phase folgte von 2013 bis 2017. In diesem Zeitraum wurde die Kooperation zu diesen Themen fortgesetzt. In der dritten Phase von 2018 bis 2022 wurden folgende acht Themen adressiert: 1. Wissenschaftliches Publikationssystem, 2. Digitale Werkzeuge – Software und Dienste, 3. Digitale Datensammlungen und Textkorpora, 4. Föderieren von IT-Infrastruktur, 5. Digitales Lernen, Lehren und Vernetzen, 6. Digital qualifiziertes Personal, 7. Recht für Wissenschaft im digitalen Zeitalter und 8. Wissenschaftspraxis. Zu jedem der acht Themen wurden Arbeitsgruppen eingesetzt, in denen Experten aus den Organisationen Positionen und Empfehlungen erarbeiteten.
In die Schwerpunktinitiative ist auch das DEAL-Projekt eingebettet, dass sich der Förderung von Open Access widmet. Das Thema Open Access war Gegenstand mehrerer Empfehlungen im Rahmen der Schwerpunktinitiative. Im Jahr 2015 wurden beispielsweise „Positionen zur Schaffung eines wissenschaftsadäquaten Open-Access-Publikationsmarktes“ und 2016 „Empfehlungen zur Open-Access-Transformation“ veröffentlicht. Zudem wurde im Jahr 2014 einen „Appell zur Nutzung offener Lizenzen in der Wissenschaft“ und 2016 einen „Appell zur Offenlegung von Publikationsgebühren“ veröffentlicht; beides Ergebnisse der Zusammenarbeit der Wissenschaftsorganisationen in der Schwerpunktinitiative.
Seit 2024 wurde die Schwerpunktinitiative unter dem Titel Allianz-Schwerpunkt „Digitalität in der Wissenschaft“ fortgeführt. Es werden die folgenden Themen bearbeitet: 1. Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Publizierens, 2. Digitale Werkzeuge und ihre Entwicklung, einschließlich Künstlicher Intelligenz und Maschinelles Lernen, 3. Digitale Infrastrukturen, Services und Datentracking, 4. Personal, Aus- und Weiterbildung, 5. Reputation und Anreize sowie 6. Regulatorischer Rahmen und Rechtssetzung.
Kampagne zur Wissenschaftsfreiheit Anlässlich des Inkrafttretens des Grundgesetzes vor 70 Jahren warb die Vereinigung für die Wissenschaftsfreiheit unter dem Titel „Freiheit ist unser System. Gemeinsam für die Wissenschaft“ in einer Reihe von Veranstaltungen, Reden, Debatten und Meinungsbeiträgen für die unabhängige Arbeitsweise von Forschung und Lehre und dafür, sich kritisch mit dem eigenen System auseinanderzusetzen und weltweite Gefahren für die Wissenschaftsfreiheit anzumahnen. Die Kampagne, angestoßen von der Max-Planck-Gesellschaft, sollte ein Zeichen für die Freiheit in Forschung und Lehre gegen Einschränkungen und Einflussnahmen setzen. Die Abschlussveranstaltung war am 26. September 2019 im Futurium in Berlin.Website der Kampagne "Freiheit ist unser System", 12. Juli 2019
Literatur
Vanessa Osganian: Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen. Kooperation und Konkurrenz im deutschen Forschungssystem (= Wissenschaftskulturen. Reihe III: Pallas Athene – Geschichte der institutionalisierten Wissenschaft, Bd. 58). Steiner Verlag, Stuttgart 2024, ISBN 978-3-515-13489-7. Vanessa Osganian und Helmuth Trischler: Die Max-Planck-Gesellschaft als wissenschaftspolitische Akteurin in der Allianz der Wissenschaftsorganisationen (= Ergebnisse des Forschungsprogramms Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, Preprint 16). Herausgegeben von Florian Schmaltz, Jürgen Renn, Carsten Reinhardt und Jürgen Kocka. Berlin 2022. DOI: https://doi.org/10.17617/2.3363237. Vanessa Osganian: Competitive Cooperation. Institutional and Social Dimensions of Collaboration in the Alliance of Science Organisations in Germany. In: NTM 30 (2022) H. 1. S 1–27. DOI: https://doi.org/10.1007/s00048-022-00322-1.
Weblinks Homepage der Allianz Homepage der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz Pressemitteilung: Verlängerung der Allianz-Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ bis 2022 (PDF; 213 kB) Website der Allianzinitiative „Tierversuche verstehen“ Stellungnahme der Allianz zu Horizon 2020, Seite der Leopoldina Allianz-AG „Infrastrukturen in der terrestrischen Forschung“, Seite der DFG
Belege
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