Monsieur [], abgekürzt M. (mit Punkt), ist eine französische Anredeform und bedeutet Herr. Der Plural lautet Messieurs, kurz MM. oder MM (mit bzw. ohne Punkt). Üblich ist auch der Titel Maître (Meister), Kurzform Me oder Me (jeweils ohne Punkt), für Künstler, Anwälte oder andere angesehene Persönlichkeiten. Beispiele: Maître d’hôtel, Maître de Cuisine, Maître fromager affineur, Maître de conférences.
Formen im deutschen Sprachgebiet Musje oder Mosjez. B. [Karl Christian Ludwig Schmidt zugeschrieben:] Reineke der Fuchs, verbessert durch Johannes Ballhorn, den Jüngeren. Trowitzsch, Frankfurt/Oder und Berlin, o. D. [datiert: 1805], S. 23, S. 56 sind im 18. Jahrhundert verbreitete deutsche Kurzformen von Monsieur.vgl. Hans H. Hiebel: Lenz und Schiller. Die erlebnissymptomatische Dramensprache. In: Jeffrey L. High u. a. (Herausgeber): Who is this Schiller now? Essays on his reception and significance. S. 25–36, hier S. 32
Die aus den Abenteuerromanen des deutschen Schriftstellers Karl May bekannte Anrede Mesch’schurs geht auf die französische Form Messieurs zurück. Deren englische Entlehnung messieurs und ihre Abkürzung Messrs. dienten als Ersatz für die fehlenden Pluralformen zu Mister und Mr. Englisch messieurs ist 1779 erstmals belegt, Messrs. 1793.Oxford English Dictionary. London 1989, 2. Aufl., s. v. messieurs Die Abkürzung wurde „mech-ourz“Joseph Wilson: A French and English dictionary. London 1833, s. v. Messieurs, online, „Meschurs“Joseph Gambihler: Handbuch für Reisende nach London und dessen Umgebungen. München 1844, S. 225, online, „Messurs, Messyurs“William Colgrove: Multum in parvo. An improved grammar of the English language. Cleveland 1852, S. 63, online oder „méshers“Rudolf Thum: Anmerkungen zu Macaulay’s History. In: Englische Studien. Band 9 (1886), S. 413, online mit US-Proxy ausgesprochen. May verwendete die Anrede in der Form Mesch'schurs bereits in seinem frühen Roman Old Firehand (1875),Karl May: Old Firehand. In: Deutsches Familienblatt, Heft 12 (1875), S. 189, online erklärte später die HerleitungKarl May: Deutsche Herzen – Deutsche Helden. Dresden 1885–1888, zitiert nach der , abgerufen am 1. April 2011 und gab 1896 als Aussprache „Meschĕrs“ an.Karl May (zugeschrieben), in: Der Gute Kamerad. Jahrgang 10 (1896), S. 294, zitiert nach: Der Schwarze Mustang. Karl May Werke III.7. Bamberg, Radebeul 2008, S. 461 In Mays Schreibweise tritt sie bei den Schriftstellern Franz WerfelFranz Werfel: Bocksgesang. München 1921, S. 58 und Carl ZuckmayerCarl Zuckmayer: Der fröhliche Weinberg. Theaterstücke 1917–1925. Frankfurt am Main 1995, u. a. S. 217 auf, bei Franz Josef Degenhardt in der Form Mesch’urs,Franz Josef Degenhardt: Brandstellen. München 1975, S. 21 bei Ernst Friedrich Löhndorff als Meschurs.Ernst Friedrich Löhndorff: Glück in Malina. Berlin 1958, S. 226
Formen im französischen Sprachgebiet Während des französischen Ancien Régime war Monsieur die alleinige Anrede für den (ggf. ältesten) Bruder des regierenden Königs.
(Siehe z. B. und v. a. der Herzog von Orléans, Bruder des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV.)
Siehe auch ital. Titel bzw. Anrede Messer
Einzelnachweise
Kategorie:Anrede