Der Oberpfälzisch-Bayerische Wald ist eine naturräumliche Haupteinheitengruppe Deutschlands im nördlichen Osten Bayerns. Er besteht in der Hauptsache aus den bis 1456 m hohen Mittelgebirgen Bayerischer Wald und Oberpfälzer Wald, die die Böhmische Masse von unmittelbar diesseits der südwestlichen Grenze Tschechiens begrenzen. Nach dem Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands trägt er die Kennziffer 40, nach der in den Grenzen unveränderten Nummerierung durch das Bundesamt für Naturschutz die Ziffer D63.

Lage Im äußersten Nordwesten geht die Großregion bei Waldsassen, Tirschenreuth und Erbendorf in das Thüringisch-Fränkische Mittelgebirge (39) über, das seine Kammrichtung nach Nordwesten verlängert. Zwischen Erbendorf (N) und Regensburg (S) schließt sich nach Westen das Oberpfälzisch-Obermainische Hügelland (07) an, das den Höhenzug von der Fränkischen Alb (08) trennt. Zwischen Regensburg und Passau liegt die Grenze zum sich nach Südwesten anschließenden Unterbayerischen Hügelland in unmittelbarer Nähe zur Donau. Nach Österreich setzt sich das Mittelgebirge (Böhmerwald) in Kammrichtung, also nach Südosten, fort. Nach Tschechien im Nordosten tut es dies senkrecht zum Kamm, der an der Staatsgrenze liegt.

Etwa mittig, zwischen Oberpfälzer und Bayerischem Wald, liegt die Kreisstadt Cham.

Naturräumliche Gliederung Da in der Feingliederung 1:200.000 Blatt 154/155 Bayreuth nicht erschienen ist, existiert eine komplette tiefergehende Gliederung nur südlich des Breitengrades 49°30'. Indes hat das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) seit den 2000er Jahren die alten Haupteinheiten, in z. T. leicht, z. T. auch etwas deutlicher verschobenen Grenzen, neu gegliedert. Die Naturräume (nachgestellte Buchstaben) gliedern sich teilweise in mehrere einfach zusammenhängende Segmente, die nach der Reihenfolge ihrer Listung bei LfU (meistens von Südost nach Nordwest) durch nachgestellte Ziffern sortiert sind, die jedoch bei LfU nicht genannt werden – ebenso wenig wie die Namen der Segmente. Bei Naturräumen, die in Einzelblättern gegliedert wurden, wird eine ungefähre Übersetzung in jene Naturräume vorgenommen (siehe gegebenenfalls naturräumliche Gliederung in den Haupteinheitenartikeln); handelt es sich bei den Namen der Einheiten um Listungen aneinander grenzender Naturräume, so erfolgt ebenfalls eine Listung mit nachgestellter Nummer. Einige Haupteinheiten sind völlig neu abgegrenzt und gegliedert worden, während etwa die Haupteinheiten 405 und 407 fast exakt in gröbere Teileinheiten von Blatt 174 Straubing gegliedert sind

Der Oberpfälzisch-Bayerische Wald gliedert sich wie folgt in Haupteinheiten (dreistellig) und Untereinheiten nach LfU: 40 (= D63) Oberpfälzisch-Bayerischer Wald – 7.555,0 km² laut Handbuch, 7529,93 km² bei LfU 400 Hinterer Oberpfälzer Wald – 508,9 km² laut Handbuch, 569,34 km² ohne Dieberg bei LfU 400-A Hinterer Oberpfälzer Wald im engeren Sinne, 3 Segmente: 400-A1 Dieberg (Exklave in 402) [≈402.7] – 2,26 km² 400-A2 Waldmünchen-Schönseer Hinterer Oberpfälzer Wald [≈400.0 Südlicher + 400.1 Mittlerer + 401.21 Waldmünchener Berge + Osten von 401.01 + Buchberg (bis 563 m) aus 402.3] – 253,87 km² 400-A3 Flossenbürger Hinterer Oberpfälzer Wald [auf dem nicht erschienenen Blatt Bayreuth] – 176,66 km² 400-B Waldsassener Schiefergebirge [auf dem nicht erschienenen Blatt Bayreuth] – 138,81 km² 401 Vorderer Oberpfälzer Wald – 1.900,0 km² laut Handbuch, 1716,76 km² bei LfU 401-A Bernrieder Hügelland [≈ 401.01 Grafenkirchener Berge (ohne Osten) + 401.1 Schwarzwihrberg-Kühberg-Massiv] – 149,19 km² 401-B Tiefenbach-Rötz-Hügelland und Winklarner Becken [≈ 401.2 Rötz-Waldmünchener-Schwarzachbergland ohne 401.21 und 401.24] – 177,87 km² [Es existieren im Westen (von S nach N) die Beckenlandschaften 401.23 Rötzer Becken, 401.25 Winklarn-Muschenrieder Becken (mit Kulzer Hochmoor) und 401.26 Schneeberger Becken, die jedoch vergleichsweise fließend ineinander und in die östliche Nachbarschaft übergehen und keine Ausgliederung eines Winklarner Beckens nahelegen.] 401-C Gneishügelland von Neukirchen Balbini [≈ 401.00] – 94,31 km² 401-D Nordwestlicher Oberpfälzer Wald [auf dem nicht erschienenen Blatt Bayreuth] – 451,60 km² 401-E Naabgebirge und Neunburger Schwarzachbergland [≈ Südwesten von 401.3 Oberviechtach-Neunburger Schwarzachbergland bzw. Südwestlicher Niederer Oberpfälzer Wald inkl. 401.39 Naabgebirge] – 309,43 km² 401-F Pfreimdtal und Oberpfälzer Bergland [≈ 401.24 Dieterskirchener Aschatal + Mitte und Nordosten von 401.3] – 534,36 km² 402 Cham-Further Senke – 322,5 km² laut Handbuch, 266,00 km² mit Dieberg bei LfU 402-A Regen-Chamb-Aue [≈ 402.0 Vilzinger Bucht + 402.1 Cham-Rodinger Regenniederung + Niederungen aus 402.4 Arnschwanger Becken und 402.6 (nur kleiner Anteil)] – 81,22 km² 402-B Cham-Further-Hügelland [≈ 402.2 Pemflinger Bucht + 402.3 Katzbergerer Hügelland (ohne Buchberg) + höhere Teile von 402.4 + 402.6 Furth-Eschlkamer Riedelland] – 182,52 km² 403 Hinterer Bayerischer Wald – 1.028,6 km² laut Handbuch, 1044,33 km² bei LfU 403-A Künisches Gebirge (bis 1343 m, in D bis 1333 m) [≈ 403.7] und Hoher Bogen (bis 1079 m) [≈ 403.8]- zusammen mit den Gabbro-Bergen der Buchberger Höhen (bis 774 m, östlich von Vorderbuchberg) [≈ 402.8] – 117,06 km² 403-B Lamer Winkel [≈ 403.6 Oberes Tal des Weißen Regen mit Ostteil 403.60 Lamer Winkel] – 36,39 km² 403-C Arber-Kaitersberg-Massiv (bis 1456 m) [≈ 403.5 Arber-Kaitersbergzug] – 180,28 km² 403-D Oberes Regental [≈ 403.30 Eisensteiner Kessel + 403.31 Eisenstein-Zwieseler Regental, erweitert um die Nordwestflanke von 403.2], Zwieseler Becken [≈ 403.32 + 403.33 Regental bei Bettmannsäge] und Kronberg-Rücken (bis 983 m) [≈ 403.4 Kronbergkamm] – 218,79 km² 403-E Lusen-Rachel-Falkenstein-Grenzkamm (bis 1453 m) [≈ 403.2 Rachelwald + 403.40 Lusen ohne Südwesten] – 134,04 km² 403-F Anstieg und mittlere Lagen des Inneren Bayerischen Waldes [≈ 403.0 Rinchnacher Wald + 403.1 Frauenau-Reichenberger Talsenke + Südwesten von 403.40 + 403.42 Finsterau-Mauther Einschnitt + 403.41 Langruckkamm ohne Südosten + 403.50 Bischofsreuter Wald ohne Nordosten + 403-51 Haidmühler Mulde ohne Nordosten] – 299,29 km² 403-G Bischofsreuter Waldhufen [≈ Südosten von 403-41 + Nordosten von 403.50/51] – 28,97 km² 403-H Dreisessel [≈ 403.52 Pleckensteinwald] – 25,51 km² 404 Regensenke [= 404 + 402.5 Sengenbühler Hügelland] – 833,2 km² laut Handbuch, 788,77 km² bei LfU 405 Vorderer Bayerischer Wald – 305,5 km² laut Handbuch, 382,23 km² bei LfU 405-A Westlicher Vorderer Bayerischer Wald (bis 1095 m) [≈ 405.4 + 405.3 Graflinger Paßsenke] – 198,60 km² 405-B Riegelberge (bis 1121 m) [≈ 405.2] – 78,84 km² 405-C Östlicher Vorderer Bayerischer Wald (bis 1015 m) [≈ 405.0 + 405.1 Ruselsenke] – 104,79 km² 406 Falkensteiner Vorwald – 1.067,4 km² laut Handbuch, 1057,00 km² bei LfU 406-A Hügelland des Falkensteiner Vorwaldes, 3 Segmente: 406-A1 Hügelland des Falkensteiner Vorwaldes (Hauptteil) – 957,25 km² 406-A2 Kühberg (bei Walderbach) (485 m) – 10,38 km² 406-A3 Äußerer Jugendbergbereich [≈ 406.82] – 39,10 km² 406-B Regendurchbruchstal, 2 Segmente: 406-B1 Regendurchbruchstal im Falkensteiner Vorwald [≈ 406.81] – 6,00 km² 406-B2 Reichenbacher Regendurchbruchstal [≈ 406.6] – 44,27 km 407 Lallinger Winkel (auch_ Deggendorfer Vorwald) – 197,6 km² laut Handbuch, 203,55 km² bei LfU 407-A Schöllnacher Hügelland [≈ 407.2] und Schwanenkirchner Bucht [≈ 407.0] – 98,44 km² 407-B Hausstein-Sonnenwald-Bergfuß [≈ 407.1] – 104,82 km² 408 Passauer Abteiland und Neuburger Wald – 1.049,3 km² laut Handbuch, 1229,08 km² bei LfU 408-A Hügelländer des Passauer Abteilandes [aus 408.4 Oberes Ohe-Ilz-Bergland und Randteilen von 403.5 und 409.30] – 162,44 km² 408-B Ilz-Osterbach-Steilstufe [aus dem Südwesten von 408.4, dem Nordosten von 408.31 und dem Norden von 408.5)] – 93,79 km² 408-C Ilz-Erlau-Hügelland [≈ 408.5 Karlsbacher Hügelland (ohne Norden) + 408.6 Ilzvorwald (ohne Süden)] – 459,54 km² 408-D Dreiburgenland [≈ 408.31 Ilzhochland (Dreiburgenland)]Nur Blatt Passau verwendet den Klammerzusatz – 98,61 km² 408-E Nördliche Donaurandhöhen [≈ 408.2, jedoch nach Norden etwas weiter reichend] – 172,64 km² 408-F Südliche Donaurandhöhen [≈ 408.0], 2 Segmente_ 408-F1 Sauwald [≈CA] – 3,60 km² 408-F2 Neuburger Wald [≈ 408.03 im weiteren Sinne bzw. ≈ 408.0 Südliche Donaurandhöhen] – 173,77 km² 408-G Vilshofen-Passauer DonauengtalBei LfU schlicht „Donauengtal“. [≈ 408.1]Blatt Passau nennt das Tal nur „Donauengtal“, gliedert es aber in Vilshofener und Passauer Donauengtal; auf Blatt Straubing heißt die Einheit Vilshofener Donauengtal, im Blattausschnitt ist jedoch auch nur jener Ausschnitt. – 59,30 km² 408-H Inn-Engtal – 5,39 km² 409 Wegscheider Hochfläche – 397,0 km² laut Handbuch, 272,87 km² bei LfU 409-A Hauzenberger Bergland [≈ 409.0 Hauzenberger Wald + Süden von 409.4 Wegscheider Mulde + 409.1 Gottsdorfer Berge] – 126,96 km² 409-B Jandelsbrunn-Wegscheider Hügelland [≈ 409.2 Haselberger Kuppen + 409.3 Mühlsenke ohne Norden, + Norden von 409.4] – 146,01 km²

Auf dem Gebiet Tschechiens gibt es eine landesinterne geomorphologische Gliederung, für das oberösterreichische Gebiet gibt es ebenfalls eine naturräumliche Gliederung; beide Gliederungen haben je ein anderes Kennziffernsystem. sind jedoch an den Nahtstellen mit den deutschen Einheiten vereinbar.

Einzelnachweise Emil Meynen, Josef Schmithüsen (Herausgeber): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960). Regensburg Cham Straubing Passau

Weblinks BfN-Naturraum-Steckbriefe: Kammzone Hinterer Oberpfälzer Wald Hinterer Bayerischer Wald Wegscheider Hochfläche Ostabdachung Vorderer Oberpfälzer Wald Cham-Further Senke Regental zwischen Roding und Regensburg Falkensteiner Vorwald Regensburger Wald, Forstmühler und Waxenberger Forst Regensenke Vorderer Bayerischer Wald Lallinger Winkel Passauer Abteiland - Nordteil Passauer Abteiland - Südteil

Kategorie:Region in Bayern Kategorie:Naturraum der Mittelgebirgsschwelle