mini|hochkant=1.2|Ehemalige St.-Nikolaus-Kapelle (2026) Die St.-Nikolaus-Kapelle war das römisch-katholische Gotteshaus in Hechthausen, einer Gemeinde im Landkreis Cuxhaven im Norden von Niedersachsen. Die nach dem heiligen Nikolaus von Myra bekannte Kapelle gehörte zuletzt zur Pfarrgemeinde Heilig Geist mit Sitz in Stade im Dekanat Unterelbe des Bistums Hildesheim.

Geschichte Im seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägten Hechthausen ließen sich im Zuge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa infolge des Zweiten Weltkriegs wieder Katholiken in größerer Zahl nieder. Es bildete sich in Hechthausen eine katholische Gemeinde, deren Gottesdienste zunächst in der evangelisch-lutherischen St.-Marien-Kirche stattfanden.Hechthausen. Kirchengemeindelexikon der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, abgerufen am 17. August 2026.

Am 6. September 1959 weihte Bischof Heinrich Maria Janssen die St.-Nikolaus-Kapelle, sie war durch Umbau eines ehemaligen Feuerwehrhauses entstanden.

Knapp 30 Jahre nach ihrer Weihe kam es im Zusammenhang mit gründlichen Reparaturen zu einer Neugestaltung des Innenraums, da zum einen Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils berücksichtigt werden mussten und zum anderen die sakrale Ausstattung der ersten Nachkriegszeit sehr schlicht war. Hierbei hat die Kapelle auch eine lebensgroße Bronzeplastik des Hl. Nikolaus erhalten.

Zum 1. September 2004 wurde das Dekanat Stade, zu dem die St.-Nikolaus-Kapelle gehörte, umbenannt und trägt seitdem die Bezeichnung Dekanat Unterelbe.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Auflösung des Dekanates Buchholz-Soltau, über die Umbenennung und Veränderung des Dekanates Stade sowie über die Veränderung der Dekanate Celle und Verden. Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger Nr. 7/2004, S. 230–231. Seit dem 1. September 2010 gehörte die Kapelle zur Pfarrgemeinde Heilig Geist mit Sitz in Stade. Zuvor gehörte sie zur St.-Ansgar-Pfarrgemeinde in Hemmoor-Warstade, die zu diesem Zeitpunkt aufgelöst und der Heilig-Geist-Gemeinde in Stade angeschlossen wurde.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden Heilig Geist, Stade, St. Michael, Bremervörde, St. Ansgar, Hemmoor-Warstade und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist, Stade. Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger Nr. 6/2010, S. 214–216. Um 2023 wurde die Kapelle geschlossen, bis heute (August 2026) erfolgt noch keine Nachnutzung.

Gebäude Die Kapelle steht in Hechthausen nördlich der Bundesstraße 73 auf dem Grundstück Wischer Straße 5. Das aus rotem Backstein errichtete Gebäude ist mit einem Satteldach eingedeckt, der Innenraum wird mit einer Flachdecke abgeschlossen.

Plastik des Hl. Nikolaus Am Ostgiebel steht rechts neben dem Eingang eine Bronzeplastik des heiligen Nikolaus. Der Bischof neigt sich zu dem Eintretenden herab und beschenkt ihn symbolisch mit einem goldenen Apfel.

Fenster Die vier bleiverglasten Fenster sind in den liturgischen Farben ausgeführt. Das violett symbolisiert die Passionszeit. Eine groß angelegte Kreuzform erinnert an die Leiden und den Tod Jesu Christi. Gegenüber erstrahlt in Goldgelb und Weiß – zum Zeichen der Auferstehung – der verklärte Leib Jesu Christi im Symbol des Altarsakraments. Grün die Farbe des Lebens und der Hoffnung und erinnert an die Schöpfung der Welt. Schließlich bleibt die wirbelnde Form in Rot. Mit diesem Zeichen ist das Wehen des göttlichen Geistes gemeint. Pfingsten ist der heilige Geist mit Sturmgebraus über die Menschen hinweggefegt und hat die große Wandlung eingeleitet, wie in der Apostelgeschichte beschrieben.

Innenausstattung Im Inneren der Kapelle befindet sich ein holzgezimmerter Altar. Der Altar wurde aus altem, rissigem Bauholz gebaut. Die Hölzer wurden in Fachwerk-Bauart gefügt. Gleiches gilt auch für die Pietà-Stele und den Ambo. Die in Flammen und feurige Zungen aufgelöste Taube ist das Symbol des Heiligen Geistes. Das Altarkreuz ist aus Eisen geschmiedet. Ebenso wie Altar, Pietà-Stele und Ambo ist auch die Verkleidung des Tabernakels, der in die Rückwand des Altarraumes eingelassen ist, aus Eichenholz. Die Schnitzerei des Mittelteils zeigt in der runden Form einer Hostie Ähren und Trauben, die Zeichen für Brot und Wein.

Sowohl die Pietà als auch die Hl. Elisabeth sind Reproduktionen nach alten Vorbildern. Die sieben Kerzen an der Pietà-Stele charakterisieren die Sieben Schmerzen Mariens. Vor der Pietà konnten Opferkerzen aufgestellt werden. Bemerkenswert ist die Schnitzarbeit der Hl. Elisabeth im gotischen Stil.

Siehe auch Liste profanierter Kirchen im Bistum Hildesheim Nikolaikapelle

Weblinks

Einzelnachweise

Nikolaus Kategorie:Ehemaliges Feuerwehrhaus Kategorie:Nikolaikirche Kategorie:Profaniertes Kirchengebäude im Bistum Hildesheim Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Cuxhaven Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Landkreis Cuxhaven Kategorie:Profaniertes Kirchengebäude in Niedersachsen