Let’s Make Money ist ein österreichischer Dokumentarfilm von Erwin Wagenhofer aus dem Jahr 2008. Der Film handelt von verschiedenen Aspekten der Entwicklung des globalen Finanzsystems. 2009 wurde der Film mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet.

Inhalt Gliederung Der Film ist in 12 Kapitel gegliedert: {| cellpadding="10"

Lassen Sie Ihr Geld arbeiten Investitionsland Indien Chancen auf den Emerging Markets Von langer Hand geplant (über die Mont Pelerin Society) Steigende Guthaben – Steigende Schulden Überlebensgrundlage | width="10px | | Enteignung der Gemeinschaft Im Namen der Freiheit Steigende Gewinne – Sinkende Löhne Gewinne für wenige – Verluste für alle Wie lange können wir uns die Reichen noch leisten? Selektionsmechanismen

Personen Im Film kommen reiche Manager, Investoren und zahlreiche prominente Vertreter der Wirtschaft und der Banken zu Wort, aber auch Wirtschaftsexperten und Universitätsprofessoren sowie einfache Obdachlose und Arbeiter. Einige Beispiele: Mark Mobius erklärt im Film die Schwellenmärkte. Er selbst ist Fondsmanager, der ein Finanzvolumen von schätzungsweise 50 Milliarden Dollar verwaltet. Im Film ist seinen Aussagen zu entnehmen, dass er Geld in Entwicklungsländern investiert, um durch gezielte Ausbeutung einen Profit zu erzielen. Mirko Kovats, ein Investor, der zu den 15 reichsten Österreichern zählt, wird im Film bei einer Inspektion einer indischen Firma gezeigt. Dort tätigt er höchst kontroverse Aussagen zu den Arbeitsbedingungen seiner indischen Mitarbeiter und den Arbeitern in Indien allgemein. Gerhard Schwarz, ehemaliger Leiter der Wirtschaftsredaktion der Neue Zürcher Zeitung spricht über die Gründung der Mont Pelerin Society und deren Einflussnahme auf die Politik. Terry le Sueur: Der Finanzminister von Jersey erklärt die Entwicklung der Insel Jersey von einer agrar- und tourismuslastigen Wirtschaft hin zu einem internationalen Finanzzentrum und einer der größten Steueroasen. Hermann Scheer, SPD: Mitglied des deutschen Bundestages, Kritiker des momentanen Finanzsystems. John Perkins: Globalisierungskritischer Bestsellerautor, erzählt von Amerikas Eingriffen in die Politik anderer Länder aus Wirtschaftsinteressen.letsmakemoney.at

Zitate Folgend einige ausgewählte Zitate aus dem Film: letsmakemoney.at; abgerufen am 5. November 2008 letsmakemoney.at; abgerufen am 6. November 2008

Stilmittel Die Handlung im Film wird durch Interviews und eingeblendete Textzeilen vorangetrieben. Dazwischen verdeutlichen künstlerische Stilelemente das Geschehen. Zu Beginn werden etwa die konzentrierten Augen einer Näherin gezeigt, welche anscheinend bis in die Nacht hinein arbeitet. In der nächsten Szene wird Mark Mobius gezeigt, der in einem Fitnessstudio auf dem Laufband die Wirtschaftsnachrichten liest. Die Kamera ist zeitweise in Nahaufnahme auf seinem Handgelenk und auf seiner teuren Uhr. In einer anderen Szene beschreiben Mirko Kovats und eine Universitätsabsolventin der Wirtschaftswissenschaften aus Indien parallel zueinander die Wirtschaftslage in Indien. Dazwischen wird ein großes Werbeplakat für den „Millionaire’s Club“ gezeigt, welches mitten in den Slums aufgebaut ist.

Direkte Kommentare der Filmemacher zu dem Gezeigten gibt es nicht, es werden jedoch die Überschriften und Handlungsorte eingeblendet sowie die übersetzten Meinungen der interviewten Personen, vereinzelt auch ausgewählte Zahlen. In einer Anfangsszene sieht man z. B. wie Arbeiter in Ghana Gold in einen Helikopter verladen, das in die Schweiz gebracht wird, wo es eingeschmolzen wird. Eine im Anschluss an die Szene eingeblendete Textzeile besagt: „Verteilung: 3 % für Afrika 97 % für den Westen“. Überdies wird in der Dokumentation die Technik der Parallelmontage mehrfach angewandt.

Sowohl im Trailer zum Film als auch im Film selbst wird durch einen Übersetzungsfehler behauptet, es lägen 11,5 Trillionen Dollar an Privatvermögen weltweit in den verschiedenen Steuerparadiesen. Das englische Wort „trillion“ für Billion wird hier fälschlicherweise als Trillion übersetzt. Lediglich aus der anschließenden Vergleichsrechnung, dass bei einer unterstellten Rendite von 7 % und einer Besteuerung der Rendite von 30 % ein jährlicher Schaden von etwa 250 Milliarden Dollar als Steuermindereinnahmen weltweit entstehe, geht die tatsächliche Größenordnung hervor.

Produktion und Auswertung + Kinobesuche in Österreich 2008–2009 Datum Besuche Kopien 2. NovemberDer Standard: Kinohits in Österreich. Stand: 31. 10.–02. 11. 5. November 2008, S. 12. 15.325 28 9. NovemberDer Standard: Kinohits in Österreich. Stand: 07. 11.–09. 11. 12. November 2008, S. 12. 42.220 38 16. NovemberDer Standard: Kinohits in Österreich. Stand: 14. 11.–16. 11. 19. November 2008, S. 12. 69.534 38 23. NovemberDer Standard: Kinohits in Österreich. Stand: 21. 11.–23. 11. 26. November 2008, S. 12. 91.929 61 30. NovemberDer Standard: Kinohits in Österreich. Stand: 28. 11.–30. 11. 3. Dezember 2008, S. 12. 110.509 59 7. DezemberDer Standard: Kinohits in Österreich. Stand: 5. 12.–7. 12. 10. Dezember 2008, S. 12. 125.114 60 14. DezemberDer Standard: Kinohits in Österreich. Stand: 12. 12.–14. 12. 17. Dezember 2008, S. 12. 135.702 50 21. DezemberDer Standard: Kinohits in Österreich. Stand: 19. 12.–21. 12. 24./25./26. Dezember 2008, S. 29. 147.801 50 28. DezemberDer Standard: Kinohits in Österreich. Stand: 26. 12.–28. 12. 31. Dezember 2008/1. Jänner 2009, S. 29. 153.946 18 4. JännerÖsterreichisches Filminstitut: Stand: 4. Jänner 2009 (abgerufen am 7. Jänner 2009) 156.938 k. A. 1. FebruarÖsterreichisches Filminstitut: Stand: 2. Februar 2009 (abgerufen am 6. Februar 2009) 165.351 k. A. 1. MärzÖsterreichisches Filminstitut: Stand: 2. März 2009 (abgerufen am 3. März 2009) 187.241 k. A. 1. April 2009Österreichisches Filminstitut: Stand: 1. April 2009 (abgerufen am 2. April 2009) 191.526 k. A. Gedreht wurde im Frühjahr 2007 unter anderem in Österreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien, Singapur, Indien, Burkina Faso, in den USA und in der Schweiz.Österreichisches Filminstitut: (abgerufen am 5. November 2008)

Kinostart war am Weltspartag, der in Deutschland am 30. Oktober 2008 begangen wurde, in Österreich am 31. Oktober. In der Deutschschweiz lief der Film am 22. Januar 2009 an. Der Verleih erfolgt in Österreich durch Filmladen, in Deutschland durch DELPHI Filmverleih und in der Schweiz durch Frenetic Films. Die Weltvertriebsrechte hält Celluloid Dreams.

In Österreich startete der Film mit 28 Kopien und erreichte am Eröffnungswochenende (Freitag, 31. Oktober, bis einschließlich Sonntag, 2. November) als dritterfolgreichster Film des Wochenendes 15.325 Besucher. Bis Jahresende besuchten 155.409 Personen den Film.Österreichisches Filminstitut: Stand: 18. Februar 2009 (abgerufen am 18. Februar 2009) Die Anzahl der zeitgleich im Umlauf befindlichen Filmkopien erreichte nach drei Wochen mit 61 Kopien ihren Höchststand.

In Deutschland erreichte der Film bis Ende Januar 179.480 Kinobesuche.Filmförderungsanstalt (FFA): Filmhitliste: Monat Januar 2009 abgerufen am 13. März 2009

Kritiken Die Kritiken am Film teilen sich je nach Erwartungshaltung der Kritiker von positiv bis negativ. Positive Kritiken erhält der Film vor allem von jenen, die die vereinfachte und kontrastreiche Darstellung der Finanzwelt und ihrer Ungerechtigkeiten gutheißen. Negative Stimmen kritisieren zum einen genau diese Vereinfachung, die der Komplexität der Finanzwelt nicht gerecht werde. Zum anderen Teil wird bemängelt, dass der Film keine Antworten auf die Fragen, die Wagenhofer in diesem Film aufwerfe, gebe. Manche Kritiker erkennen durch die vereinfachte Darstellung der Inhalte auch die Botschaft an den Zuschauer, dass „immer die anderen“, „die da oben“, Schuld seien und der „kleine Mann“ im Gegensatz zu We Feed the World nicht mit dem Gefühl aus dem Kino gehe, er selbst mit seinem „bescheidenen Aktienportfolio“ könne etwas daran ändern.Dietmar Kammerer: Den Stammtisch erobern. die tageszeitung, 30. Oktober 2008; abgerufen am 5. November 2008 Zu jenen Kritikern, die die Einfachheit des Filmes als seine Stärke sehen, gehört unter anderen die Berliner Zeitung:

die tageszeitung hingegen sah genau in dieser Einfachheit die größte Schwäche des Films, der ihrer Ansicht nach Hintergründe und Antworten schuldig bleibe und daher keine neue Erkenntnis bringe:

Ähnliche Kritik brachte die Wochenzeitung Freitag vor. Diese bemängelte etwa, dass der Film seine Beispiele nicht vertieft oder analysiert. Er begnüge sich damit, . Die Episoden stünden .Simon Rothöhler: Freitag – Die Ost-West-Wochenzeitung, 30. Oktober 2008; abgerufen am 7. Dezember 2012 In einer anderen Kritik derselben Zeitung wird bemängelt, dass der Film nie ginge und der daher gering bleibe. Denn, dass die Welt ungerecht sei, . Der Film werfe .Volker Wissing: Wo sind die Antworten? Freitag – Die Ost-West-Wochenzeitung, 30. Oktober 2008; abgerufen am 7. Dezember 2012 Dem Vorwurf, dass Wagenhofers Beispiele „beliebig“ seien – so etwa der Vorwurf der tageszeitung (siehe oben) – entgegnete Die Zeit mit der Feststellung, dass Let’s Make Money wie We Feed the World über ein verfüge: . In der Folge wird die heute verbreitete populistische Machart von Dokumentarfilmen hinterfragt und auf Michael Moore, , Al Gore und Hubert Saupers Viktoriabarsch verwiesen, um anschließend mit den Worten Georg Seeßlens festzustellen: Mark Stör: Keine Luft zum Denken. Zeit Online, 30. Oktober 2008; abgerufen am 5. November 2008 Der Frage der Unterscheidung des Dokumentarstils von Wagenhofer am Beispiel Michael Moores widmete sich auch die tageszeitung in einem anderen Artikel und lobt in diesem Zusammenhang ebenfalls Wagenhofer aufgrund seines nüchternen Stils im Vergleich zum polemisierenden Moore:

Literatur Caspar Dohmen: Let’s Make Money – Was macht die Bank mit unserem Geld? Verlag orange press, Freiburg im Breisgau 2008, ISBN 978-3-936086-41-6 (Untersuchung und Dokumentation zu den globalen Zusammenhängen zwischen Staatsverschuldung, Steuerparadiesen, Spekulationsgewinnen, Sweatshops und Subprimekrisen; Buch zum Film). Caspar Dohmen: Good Bank – Das Modell der GLS Bank, Orange Press, Freiburg im Breisgau 2011, ISBN 978-3-936086-54-6.. In: SWR2 Buch der Woche am 11. Juli 2011Autorengespräch

Weblinks

Österreichische Filmwebsite Deutsche Filmwebsite „Getriebene in einem unmenschlichen System“. Interview mit Erwin Wagenhofer auf tagesschau.de (2008) „Ein Geldsystem mit Umlaufsicherung wäre das richtige System.“ Interview mit Erwin Wagenhofer (2009)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2008 Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Globalisierungskritischer Film Kategorie:Wirtschaftskritischer Film Kategorie:Finanzwirtschaft im Film