Die Straße der Megalithkultur ist eine Ferienstraße und als solche der niedersächsische Abschnitt der „European Route of Megalithic Culture“, eines Kulturwegs des Europarats. Die deutsche Ferienstraße wurde 2006 eröffnet.Europarat: Die „Straße der Megalithkultur“ in Nordwestdeutschland, auf megalithicroutes.eu
Seit dem 27. August 2013 ist die „European Route of Megalithic Culture“ offiziell als Kulturweg des Europarats anerkannt. An diesem Tag wurde der dänische Teil des Kulturwegs eingeweiht. 2019 nehmen an dem Projekt neben der Bundesrepublik Deutschland die Niederlande, Dänemark, Schweden, Spanien, Portugal und das Vereinigte Königreich teil. Die Straße wird, wie auch das Projekt „Megalithic Routes“ als Ganzes, von dem in Osnabrück ansässigen „Verein Megalithic Routes e. V.“ betreut, dessen Schirmherr der aus dem Osnabrücker Land stammende Hans-Gert Pöttering (CDU), ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments (2007–2009), ist.
Verlauf Die Straße der Megalithkultur verbindet 33 archäologische Stationen der Megalithkultur mit mehr als 70 Megalithanlagen aus der mittleren Phase der Jungsteinzeit (3500–2800 v. Chr.) in Niedersachsen.
Sie verläuft über das Gebiet von Osnabrück, Ostercappeln, Belm-Vehrte, Wallenhorst, Bramsche, Ankum, Berge, Bippen, Fürstenau, Freren, Thuine, Langen, Meppen, Sögel, Werlte, Lastrup, Cloppenburg, Visbek, Großenkneten, Wildeshausen, Dötlingen, Ganderkesee und Oldenburg.Willkommen auf der Straße der Megalithkultur, auf strassedermegalithkultur.de Die Ausschilderung der Route fand 2008/2009 statt. Sie ist 310 Kilometer lang und wurde am 14. Mai 2009 eingeweiht., auf steinzeugen.de
Zweck der Straße mini|Demonstration des Steintransports beim Großsteingrab Jeggen
Die Straße der Megalithkultur soll zu einem besseren Verständnis der Lebenswelten von Menschen beitragen, die vor über 5000 Jahren in Nordwestdeutschland gelebt haben. An den 33 Stationen werden die Gräberfunktion bzw. -konstruktion, die Jenseitsvorstellungen, das Naturverständnis und das Alltagsleben thematisiert. Die Ferienstraße führt in einzelnen Fällen auch zu bronze- und eisenzeitlichen Grabhügelgruppen aus jüngerer Zeit.Kurzinformation der Gemeinde Ostercappeln über die , auf ostercappeln.de
Der Europarat äußert sich über den Zweck der Route(n) folgendermaßen:Aktuell (2017) wird der Singular ohne den Zusatz „europäisch“ für die Straße in Niedersachsen benutzt. Für das europäische Gesamtprojekt wird entweder der Zusatz „europäisch“ oder der Plural verwendet. Die zitierte Angabe stammt aus einer Zeit, in der diese Sprachregelung noch nicht verbreitet war. Inaktuell ist das auf aktuellen Versionen der Website noch zu findende Zitat eigentlich auch insofern, als inzwischen auch Spanien, Portugal und das Vereinigte Königreich an dem Projekt „Megalithic Routes“ teilnehmen.
Das Faltblatt für die Straße der Megalithkultur weist neben den zahlreichen steinzeitlichen Stationen der Megalithkultur auch auf andere an der Straße liegende Sehenswürdigkeiten hin. Dabei handelt es sich insbesondere um die Stadt Osnabrück mit dem Kulturgeschichtlichen Museum, die Schlösser und Burgen im Osnabrücker Land, das Eisenzeithaus Darpvenne, die Alte Alexanderkirche Wallenhorst, das Museum und Park Kalkriese, das Tuchmacher-Museum Bramsche, das Kloster Malgarten, das Stift Börstel, die Stadt Meppen, die Hüvener Mühle, das Schloss Clemenswerth, das Museumsdorf Cloppenburg, die Stiftskirche Wildeshausen, den Ort Dötlingen, das Kloster Hude sowie die Stadt Oldenburg mit dem Landesmuseum Natur und Mensch., auf strassedermegalithkultur.de
Neben der Straße der Megalithkultur als Autoroute bestehen in Niedersachsen weitere touristische Angebote zur Megalithkultur. Seit dem Jahr 2014 gibt es die 380 km lange Radroute der Megalithkultur.Radroute der Megalithkultur, auf emsland.com, abgerufen am 11. Dezember 2023 Der 208 km lange Hünenweg wurde von 2015 bis 2017 überarbeitet. Die drei Verkehrswege verfügen jeweils über ein eigenständiges Wegenetz.
Stationen Die 33 Stationen der Straße der Megalithkultur in Niedersachsen sind in der Tabelle aufgelistet: StationName BildOrt/GemeindeSprockhoff-Nr. Bemerkungen 1 a Teufelssteine 160x160pxTeufelssteine Voxtrup (Osnabrück) 914 1 b Gretescher Steine 160x160pxGretescher Steine Gretesch (Osnabrück) 920 2 Großsteingrab Jeggen 160x160pxGroßsteingrab Jeggen Jeggen (Bissendorf) 922 3 a Driehauser Steine 160x160pxDriehauser Steine Darpvenne (Ostercappeln) 903 3 b-d Darpvenner Steine I–III 160x160pxDarpvenner Steine I160x160px Darpvenner Steine II160x160px Darpvenner Steine III Darpvenne (Ostercappeln) 900–902 4 a–c SüntelsteinGroßsteingräber bei Vehrte 160x160pxSüntelstein160x160px Teufels Teigtrog160x160px Teufels Backofen Vehrte (Belm) 915–916 Teufels BacktrogTeufels Backofen 5 Helmichsteine 160x160pxHelmichsteine Rulle (Wallenhorst) 908 auch Gevasteine genannt 6 a–b Östringer Steine 160x160pxOestringer Steine I160x160px Oestringer Steine II Nettetal (Osnabrück) 912–913 In Östringen befindet sich noch ein weiteres Großsteingrab (Östringer Steine III), das aber keine Station der Straße der Megalithkultur darstellt. 7 a–b Karlsteine 160x160pxGroße Karlsteine160x160pxKleine Karlsteine Haste (Osnabrück) 909–910 8 Wiemelsberger Steine 160x160pxWiemelsberger Steine Ueffeln (Bramsche) 897 9 a–i Großsteingräberweg Giersfeld 160x160pxRickelmann II160x160pxReinecke160x160pxMeyer160x160pxGrumfeld Ost160x160pxGrumfeld West160x160pxRickelmann I Westerholte (Ankum) 891–896 mit den Anlagen Grumfeld West und Ost, Meyer, Reinecke, Rickelmann 1 und Rickelmann 2 10 a Großsteingrab Restrup und Näpfchenstein „Teufelsstein“ 160x160pxGroßsteingrab Restrup160x160pxNäpfchenstein Restrup (Bippen) 886 10 b Hekeser Steine 160x160pxHekese, Grab A160x160pxHekese, Grab B Hekese (Berge) 883–884 In Hekese befinden sich zwei Großsteingräber, die mit einer Steinreihe versehen sind. 11 Großsteingrab im Alt-Frerener Forst 160x160pxGroßsteingrab im Alt-Frerener Forst Freren 875 12 a Großsteingrab in der Kunkenvenne 160x160pxGroßsteingrab in der Kunkenvenne Thuine 874 12 b Großsteingrab auf dem Radberg 160x160pxGroßsteingrab auf dem Radberg Langen 873 13 Der Steinerne Schlüssel 160x160pxDer steinerne Schlüssel Apeldorn (Meppen) 852 In Meppen befindet sich das Ausstellungszentrum für die Archäologie des Emslandes mit Hintergrundinformationen zu den Megalithanlagen 14 a–d Großsteingräber Deymanns Mühle I–IV 160x160pxGroßsteingrab Deymanns Mühle I160x160pxGroßsteingrab Deymanns Mühle II160x160pxGroßsteingrab Deymanns Mühle III160x160pxGroßsteingrab Deymanns Mühle IV Stavern 848–851 14 e Großsteingrab am Osteresch 160x160pxGroßsteingrab am Osteresch Stavern 847 14 f Großsteingrab Groß-Stavern 1 160x160px Bruneforths Esch in Stavern Stavern 846 Das Großsteingrab Groß-Stavern 1 wird auch als Großsteingrab auf Bruneforths Esch bezeichnet. 15 a Großsteingrab bei den Düvelskuhlen 160x160px Großsteingrab bei den Düvelskuhlen Sögel 831 15 b Hünenbett bei den Düvelskuhlen 160x160px Hünenbett bei den Düvelskuhlen Sögel 832 15 c Großsteingrab Püttkesberge 160x160px Großsteingrab Püttkesberge Sögel 833 16 a–e Hünengräberstraße des Hümmling 160x160px Großsteingrab Im Ipeken I – Tannenwald 160x160px Großsteingrab Im Ipeken II 160x160px Großsteingrab Groß Berßen IV 160x160px Großsteingrab Groß Berßen VI (Wappengrab) 160x160px Rekonstruiertes Großsteingrab Groß Berßen VII 160x160px Großsteingrab Groß Berßen VIII (Königsgrab) Groß Berßen 856–861 Großsteingrab im IpekenKönigsgrab von Groß Berßen 17 a Volbers Hünensteine 160x160px Volberts Hünensteine Hüven 842 17 b Großsteingrab Hüven-Süd 160x160px Großsteingrab Hüven-Süd Hüven 843 17 c Großsteingrab Lähden I 160x160pxGroßsteingrab Lähden I Lähden 866 18 a Steenhus in den Klöbertannen 160x160px Steenhus in den Klöbertannen Werpeloh 822 Die ursprüngliche Station 18 a war das Großsteingrab am Kölkesberg (Spr.-Nr. 838).Annette Bußmann: Steinzeitzeugen. S. 71–72. 18 b Großsteingrab in den Klöbertannen 160x160px Großsteingrab in den Klöbertannen Werpeloh 823 Die ursprüngliche Station 18 b war das Großsteingrab an der Kölkesdose (Spr.-Nr. 837).Annette Bußmann: Steinzeitzeugen. S. 72. 18 c Großsteingräber auf der Buschhöhe 160x160pxGroßsteingrab Werpeloh IV160x160pxGroßsteingrab Werpeloh V Werpeloh 825–826 18 d Steenhus von Börger 160x160pxSteenhus von Börger Börger 819 19 Ganggrab von Ostenwalde 160x160pxGanggrab von Ostenwalde Ostenwalde 835 Um 70 Meter vom originalen Standort versetzte Anlage. In Ostenwalde befinden sich noch zwei weitere Großsteingräber, die aber keine Stationen der Straße der Megalithkultur darstellen. 20 a De hoogen Steener 160x160pxDe hoogen Steener in Werlte Werlte 830 20 b Poldenhünensteine 160x160pxPoldenhünensteine in Harrenstätte Spahnharrenstätte 829 21 Teufelssteine (Molbergen) 160x160pxTeufelssteine Peheim (Molbergen) 959 22 a Schlingsteine 160x160pxSchlingsteine Lindern-Neuenkämpen 961 22 b Großsteingrab Hünensteine 160x160pxHünensteine Lindern-Herrensand 962 22 c Großsteingrab am hohen Stein und der hohe Stein 160x160pxGaren, am hohen Stein160x160pxGaren, der hohe Stein Lindern-Garen 963–964 Das Großsteingrab am hohen Stein und der hohe Stein werden auch als Großsteingräber in Garen bezeichnet 23 Oldendorfer Hünensteine 160x160pxOldendorfer Hünensteine Oldendorf (Lastrup) 968 24 a Visbeker Bräutigam 160x160pxVisbeker Bräutigam 934160x160pxVisbeker Bräutigam 935160x160pxVisbeker Bräutigam 936 160x160pxVisbeker Bräutigam 937160x160pxVisbeker Bräutigam 938 (Brautwagen) Großenkneten 934–938 24 b Heidenopfertisch 160x160pxHeidenopfertisch Engelmannsbäke (Visbek) 974 24 c–d Ahlhorner Kellersteine 160x160pxAhlhorner Kellersteine I160x160pxAhlhorner Kellersteine II Ahlhorn (Großenkneten) 939–940 25 a–c Kleinenknetener Steine 160x160pxKleinenkneten I160x160pxKleinenkneten II160x160pxKleinenkneten III Kleinenkneten (Wildeshausen) 957–958, 947 Das Großsteingrab Wellohsberg (Station 25 c) befand sich ursprünglich in Dötlingen und wurde in den 1930er Jahren nach Kleinenkneten versetzt. 26 Pestruper Gräberfeld 160x160pxPestruper Gräberfeld Pestrup (Wildeshausen) – Grabhügelfeld 27 a Hohe Steine 160x160pxHohe Steine Wildeshausen 956 27 b Bargloyer Steinkiste 160x160pxBargloyer Steinkiste Bargloy (Wildeshausen) – Die Steinkiste hat keine Sprockhoff-Nr. 28 a Visbeker Braut 160x160pxVisbeker Braut Aumühle (Wildeshausen) 952 28 b Große Steine bei Thölstedt 160x160pxGroße Steine bei Thölstedt Thölstedt 953 29 a–b Reckumer Steine 160x160pxGroßsteingrab Reckum I160x160pxGroßsteingrab Reckum II Winkelsett (Harpstedt) 811–812 30 a Gerichtsstätte 160x160pxGroßsteingrab Gerichtsstätte Dötlingen 945 30 b–d Glaner Braut 160x160px Glaner Braut I160x160pxGlaner Braut II160x160pxGlaner Braut III160x160pxGlaner Braut IV Glane (Wildeshausen) 948–951 30 e Großsteingrab am Schießstand (Dötlinger Steingrab) 160x160pxGroßsteingrab am Schießstand (Dötlinger Steingrab) Dötlingen 944 31 Großsteingrab Steenberg 160pxGroßsteingrab Steenberg Kirchhatten 926 auch „Hatten 2“ genannt; mehr als 30 % der Steine scheinen unverändert an ihrem Platz zu liegen 32 a–b Hünensteine von Steinkimmen 160x160pxHünensteine I160x160pxHünensteine II Steinkimmen (Gemeinde Ganderkesee) 927–928 In der Nähe befindet sich noch ein drittes Grab (Hünensteine III, Sprockhoff-Nr. 929), das allerdings nicht Teil der Straße der Megalithkultur ist. 33 Große Steine von Stenum 160x160pxGroße Steine von Stenum Stenum (Ganderkesee) 930
Projektteilnehmer, Organisation und Finanzierung Projektregionen (Fördergebiete) sind in Niedersachsen die Landesarbeitsgemeinschaften Hasetal, Hümmling, Südliches Emsland, Wildeshauser Geest und die ILEK-Regionen Nördliches Osnabrücker Land und Soeste-Niederung.
Die Straße der Megalithkultur ist ein Gemeinschaftsprojekt der folgenden Institutionen:AG Straße der Megalithkultur, auf business.oldenburg-tourismus.de, abgerufen am 11. Dezember Emsland Touristik GmbH Landkreis Vechta Museum am Schölerberg, Osnabrück Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege