Sierra Leone ist ein deutscher Spielfilm von Regisseur Uwe Schrader aus dem Jahr 1987.
Handlung Nach drei Jahren Montage in West-Afrika kehrt Fred in seine alte Umgebung zurück, eine Industriegegend am Rande einer deutschen Großstadt. Er ist voll Zuversicht und Optimismus für einen neuen Start. Aus Afrika hat er eine Menge Geld mitgebracht. Geschrieben hat er seiner Frau Rita nicht, sondern ihr nur jeden Monat eine Überweisung geschickt. Sie hat ihr eigenes Leben angefangen und ist jetzt mit einem GI zusammen. Fred mietet sich im Royal ein, einem zur Absteige verkommenen Hotel. Er trifft dort auf Alma, die für die Zimmer und für die Gäste sorgt und sich von dem alten Hotelier aushalten lässt. Eine leidenschaftliche Begegnung mit seiner alten Freundin Vera, die sich früher von ihm mehr versprochen hatte, gerinnt zur kurzen Episode. Für die alten Kumpel vom Walzwerk ist Freds Rückkehr auch nur ein Anlass zu einem Besäufnis für eine Nacht. Nur Alma, das Mädchen aus dem Royal, zeigt Interesse an Fred. Für sie verkörpert er ein Stück Sehnsucht und Ferne, die Chance der schäbigen Klitsche zu entkommen. Gemeinsam brechen sie zu einer ziellosen Reise durch Deutschland auf.
Hintergrund Sierra Leone ist der zweite Teil der Spielfilm-Trilogie von Schrader, zu der außerdem Kanakerbraut und Mau Mau zählen.
Kritiken „In teils suggestiven, teils angestrengt-bizarren Bildern beschreibt der Film die Bundesrepublik Deutschland als schäbig und schmutzig; die dokumentarischen Bilder einer vermeintlichen sozialen Wirklichkeit entpuppen sich dabei als arge Klischees.“ – Lexikon des internationalen Films
Auszeichnungen Internationale Filmfestspiele von Venedig 1987, Deutscher Beitrag. Förderpreis der Produzenten des Films Die unendliche Geschichte. Prix d’interprétation féminine für Ann-Gisel Glass, Frankreich 1989. Deutscher Filmpreis 1988: Bester Film, Nominierungsprämie. FBW-Prädikat „besonders wertvoll“.
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1987 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Roadmovie