Die Riemenschnecken (Helicodontidae) sind eine Familie aus der Unterordnung der Landlungenschnecken (Stylommatophora). Die Familie beinhaltet etwa 16 Arten.

Merkmale Die Gehäuse sind dickscheibenförmig, flachscheibenförmig bis flachkonisch. Der Gehäusedurchmesser der erwachsenen Tiere reicht bis knapp 20 mm. Der Nabel ist eng bis mäßig weit und immer unverschlossen. Die Umgänge sind konvex gerundet oder gekielt. Der Mundsaum ist mehr oder weniger deutlich umgeschlagen und kann gelippt sein oder auch zu Zähnen ausgezogen sein. Bei der Gehäusefarbe herrschen braune Farbtöne vor. Die Ornamentierung beschränkt sich auf mehr oder weniger deutlich ausgeprägte Anwachsstreifen. Bei manchen Arten sitzen auf der Oberfläche der Gehäuse lange Haare. Die Tiere verschließen ihr Gehäuse in sommerlichen Ruhephasen und/oder in der Winterpause mit einem kalkigen Epiphragma.

Vorkommen, Lebensweise und Verbreitung Die Arten der Familie leben unter Bodenstreu und Totholz in Wäldern, unter Steinen, zwischen Felsen und Felsgeröll. Sie leben je nach Art von Pilzen, Detritus und auch frischen Pflanzen. Der Verbreitungsschwerpunkt ist das östliche Mediterrangebiet, die südliche Balkanhalbinsel und Kleinasien. Einige Arten sind auch in den Süd- und Westalpen verbreitet. Nur eine Art dringt bis Mitteleuropa und Südengland vor (wahrscheinlich Reliktvorkommen).

Systematik Die Familie der Helicodontidae wird von manchen Autoren noch als Unterfamilie der Laubschnecken (Hygromiidae) behandelt. In neueren Arbeiten wird sie jedoch als eigenständige Familie innerhalb der Helicoidea aufgefasst. Die Fauna Europaea und Bouchet und Rocroi nehmen sogar eine Unterteilung der Riemenschnecken in zwei Unterfamilien, Helicodontinae und Lindholmiolinae Schileyko, 1978 vor. Riemenschnecken (Helicodontidae Kobelt, 1904) Helicodontinae Kobelt, 1904 Gattung Atenia Gittenberger, 1968 Gattung Darderia Altaba, 2006 Gattung Drepanostoma Porro, 1836 Gattung Falkneria H. Nordsieck, 1989 Gattung Helicodonta Férussac, 1821 Riemenschnecke (Helicodonta obvoluta) Unterfamilie Lindholmiolinae Schileyko, 1978 Gattung Lindholmiola Hesse, 1931 Küssende Inselschnecke (Lindholmiola lens)

Literatur Philippe Bouchet & Jean-Pierre Rocroi: Part 2. Working classification of the Gastropoda. Malacologia, 47: 239–283, Ann Arbor 2005, Rosina Fechter und Gerhard Falkner: Weichtiere. 287 S., Mosaik-Verlag, München 1990 (Steinbachs Naturführer 10), ISBN 3-570-03414-3 Jürgen H. Jungbluth und Dietrich von Knorre: Trivialnamen der Land- und Süßwassermollusken Deutschlands (Gastropoda et Bivalvia). Mollusca, 26(1): 105–156, Dresden 2008 PDF Michael P. Kerney, R. A. D. Cameron & Jürgen H. Jungbluth: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. 384 S., Paul Parey, Hamburg & Berlin 1983, ISBN 3-490-17918-8

Weblinks

[ Fauna Europaea] Molluscs of Central Europe (hier noch als Unterfamilie geführt) weichtiere.at

Kategorie:Lungenschnecken