mini|250px|Puhoi Town Library (Bücherei)
ist ein Dorf nördlich von auf der Nordinsel von Neuseeland, das seit 1863 von deutschböhmischen Siedlern geprägt ist. Das Dorf war bis Oktober 2010 verwaltungstechnisch dem zugeordnet und gehört seit der politischen Neuordnung vom 1. November 2010 zum .
Namensherkunft Das Wort „“ steht in der Sprache der für langsam, schwächer werden oder stumpf. Benennungsmotiv war der langsam fließende , an dem das Dorf liegt.
Geografie und Ortsname befindet sich rund 38 km nördlich des Stadtzentrums von und ist über den nördlich verlaufenden zu erreichen. Die nächstgelegene Stadt ist rund 8 km südsüdöstlich.
Bevölkerung Im Zensus von 2006 wurden für die statistische Einheit , die den Raum um mit einer nordwestlichen Ausdehnung umfasst, 4041 Einwohner angegeben. 1996 lebten dort 2928 Menschen und 2001 waren es 3339 Einwohner. In selbst lebten 2008 493 Menschen in 173 Haushalten.
Geschichte
wurde am 29. Juni 1863 von einer Gruppe von böhmischen Einwanderern aus dem Egerland unter der Führung von Martin Krippner aus Mantau, einem deutschböhmischen Dorf bei Chotieschau, gegründet. Krippner selbst war mit seiner Familie 1860 in Neuseeland eingewandert. Unter dem Versprechen, 40 s freies Land für jeden Erwachsenen, plus 20 für jedes Kind im Alter zwischen 5 und 18 Jahren zu erhalten, kamen in den Jahren 1863 bis 1876 insgesamt sechs Gruppen mit zusammen etwas über 200 Siedlern. Sie sprachen den Egerländer Dialekt, der zur nordbairischen Dialektgruppe gehört. Heute werden in Neuseeland diese Siedler und ihre Nachkommen, die sich mindestens bis zum Ersten Weltkrieg als Deutsche begriffen und offiziell als solche bezeichnet wurden, nach ihrer regionalen Herkunft "Bohemians" genannt. Grund dafür sind die starken antideutschen Ressentiments in Neuseeland während der beiden Weltkriege, die es geboten sein ließen, die deutsche Herkunft zu verschweigen. Infolge dieser Ressentiments wurde auch das vor 1876 gegründete "German-Hotel" in "Puhoi-Hotel" umbenannt. Puhoi erhielt nun den Beinamen "Bohemian Settlement".
Heute Neben der Kirche , die in der Kategorie I des als schützenswertes Denkmal eingetragen ist, besitzt das Dorf eine Schule, ein Hotel, eine und einen Laden, die alle ihre Ursprünge in der Zeit der Besiedlung haben. In dem Gebäude einer zwischen 1923 und 1964 in Nutzung befindlichen katholischen Grundschule gibt es heute ein Museum. Unter den kleineren Wirtschaftsunternehmen des Ortes befindet sich eine Käsefabrik, die ihre landesweit bekannten Produkte unter dem Namen des Orts vermarktet. Die Nachfahren der ersten Siedler leben teilweise noch heute in .
Das Brauchtum der Egerländer Kultur, die Musik, der Egerländer Dialekt und die Trachten werden noch heute von der und damit von direkten Nachfahren der Familien Krippner, Podlesak, Schischka, Schollum, Straka, Turnwald, Wech und Wenzlick bewahrt und weitergetragen. Die Genealogie der Einwandererfamilien wird durch die gepflegt.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Region Auckland