mini|J. J. Sederholm Jakob Johannes Sederholm (* 20. Juli 1863 in Helsinki; † 26. Juni 1934 ebenda) war ein finnischer Petrologe, der vor allem auf dem Gebiet der Migmatite forschte und auf den die wissenschaftliche Benennung dieses Gesteins zurückgeht.

Leben Sederholms Vater war der Publizist Theodor Sederholm. Zeit seiner Kindheit und Jugend wurde er von Krankheiten geplagt und wählte das Studium der Geologe, um an der freien Luft arbeiten zu können. Zuerst studierte er in Helsinki, dann in Stockholm (1885 bis 1888) bei Waldemar Christofer Brøgger und schließlich in Heidelberg (1890/91) bei Harry Rosenbusch.

Er kehrte nach Finnland zurück, um bei Geologiska kommissionen (, heute bzw. schwedisch Geologiska forskningscentralen) zu arbeiten. 1888 begann er seine Arbeit als Staatsgeologe bei dieser Einrichtung; 1893 stieg er zum Direktor auf, ein Posten, den er bis 1930 behielt.

1928, 1929 und 1933 hielt er Gastvorlesungen an nordamerikanischen Universitäten. 1910 wurde er korrespondierendes und 1918 auswärtiges korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften. 1922 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 222. Im Jahr 1932 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Sederholm war mit Anna Ingeborg Matilda Sederholm (geb. von Christiersson) verheiratet. Die Opernsängerin Margareta Zilliacus war ihre Tochter.Släktföreningen Zilliacus, 4. August 2026 (schwedisch)

Werk Sederholm forschte im präkambrischen Grundgebirge Finnlands und veranlasste ein Programm zur Kartierung, in dessen Rahmen zwischen 1899 und 1925 viele geologische Karten und Beschreibungen erschienen. Die Gneise in seinem Studiengebiet, dem Baltischen Schild, sind oft von gemischter Zusammensetzung, indem granitische Lagen mit metamorphen wechsellagern. Sederholm nannte diesen Gesteinstyp Migmatit und sah ihn als Produkt von Intrusionen magmatischer in metamorphe Gesteine in der Tiefe.

Im Laufe seiner Karriere veröffentlichte er mehr als 250 wissenschaftliche Arbeiten. Geologian tutkimuskeskus (englisch)

Ehrungen 1904 wurde er als Mitglied der Finnischen Wissenschaftlichen Gesellschaft und 1914 zum auswärtigen Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften berufen. Sederholm empfing die Murchison-Medaille der Geological Society of London (1928) und die Penrose-Medaille der Geological Society of America (ebenfalls 1928). Er war mehrfacher Ehrendoktor. Und das Mineral Sederholmit ist nach ihm benannt.

Sonstiges Wirken Neben seiner geologischen Arbeit gehörte Sederholm dem Finnischen Ständereichstag von 1905 bis 1906 als Vertreter des Bürgerstandes an und reiste im Namen der finnischen Regierung zu Sitzungen des Völkerbunds. Für den Völkerbund leitete er 1921 bis 1923 eine Untersuchungskommission über Albanien. Außerdem war er Mitglied und zweimaliger Vorsitzender der finnischen ökonomischen Gesellschaft (Ekonomiska Samfundet i Finland), dessen Vorsitz er zweimal innehatte.

Schriften Studien über archäische Eruptivgesteine, 1891 Om berggrunden i södra Finland, 1893 Über eine archaische Sedimentformation in SW Finnland, 1899 Om granit och gneis, 1907 On synantetic minerals, 1916 Om migmatites etc., 1922 bis 1926 Om graniterna i Sverige och Finland, 1928 On spotted and nodular granites etc., 1928 Pre-quaternary rocks of Finland, 1930 On the sub-Bothnian unconformity, 1931 On the Geology of Fennoscandia, 1930 Über die Bodenfiguration des Pätijänne-Sees, 1932

Literatur Nachruf von K. H. Scheumann, Zeitschrift für Kristallographie, Mineralogie und Petrographie, Band 46, 1934, 89–90

Weblinks Jakob Johannes Sederholm, Finnish geologist. (Encyclopaedia Britannica, englisch) Murchison Medal. Gewinner der Medaille seit 1873, Geological Society of London Penrose Medalists. Gewinner der Medaille seit 1927, Geological Society of America GTK Milestones. Die Geschichte des Finnischen Geologischen Dienstes. Geologian tutkimuskeskus (englisch) Sederholmite. Mineraldaten bei Mindat.org

Einzelnachweise

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