Peißen ist eine Ortschaft der Stadt Landsberg im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Sie besteht aus den Ortsteilen Peißen, Rabatz, Stichelsdorf und Zöberitz.

Geografie Die Ortschaft Peißen grenzt im Südwesten direkt an Halle (Saale) und gliedert sich in die vier Ortsteile Peißen, Rabatz, Stichelsdorf und Zöberitz.

Geschichte Die Ortsteile der Ortschaft Peißen wurden erstmals im 12./13. Jahrhundert erwähnt. Das älteste erhaltene Bauwerk im Ort ist der Turm der Peißener Kirche, der vermutlich aus dem 10. Jahrhundert stammt. Bedingt durch die Lage im Grenzgebiet des Einflussbereichs der Magdeburger Bischöfe und des Hauses Wettin diente er als Wehrturm zur Grenzüberwachung.

Das Gut Stichelsdorf gehörte als Exklave bis 1698 zum kursächsischen Amt Petersberg, welches im Zuge der Einführung der Reformation im Jahr 1538/40 aus dem säkularisierten Besitz des Klosters Petersberg gebildet wurde.

Peißen, Rabatz und Zöberitz gehörten hingegen zum Erzstift Magdeburg. Während Peißen und Zöberitz unter adliger Herrschaft standen, wurde Rabatz durch das Amt Giebichenstein verwaltet. Mit der Angliederung des Erzstifts Magdeburg an Preußen gehörten die drei Orte ab 1680 zum brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg.Erwähnung der Orte im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 126, 131 und 132

Durch den Verkauf des Amts Petersberg an Brandenburg-Preußen im Jahr 1697 wurde auch das Gut Stichelsdorf dem Saalkreis im Herzogtum Magdeburg angegliedert. Mit der 1698 erfolgten Gründung der Franckeschen Stiftungen in Glaucha bei Halle (Saale) durch den Theologen und Pädagogen August Hermann Francke wurde die 100 ha große landwirtschaftlich genutzte Fläche den Stiftungen zur Selbstversorgung ihrer Zöglinge mit Lebensmitteln überlassen.

Mit dem Frieden von Tilsit wurden Peißen, Zöberitz, Rabatz und Stichelsdorf im Jahr 1807 dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Sie gehörten zum Landkanton Halle.Beschreibung des Saale-Departements Nach der Niederlage Napoleons und dem Ende des Königreichs Westphalen befreiten die verbündeten Gegner Napoleons Anfang Oktober 1813 den Saalkreis. Bei der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 wurden die vier Orte im Jahr 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen angeschlossen und dem Saalkreis zugeordnet.

mini|Blick von Südwesten auf Peißen (Landsberg) im Jahr 1951. Am 31. Dezember 1928 wurde der Gutsbezirk Stichelsdorf in die Gemeinde Peißen eingemeindet. Am 1. April 1938 folgte Rabatz und am 20. Juli 1950 Zöberitz. Mit Wirkung vom 1. September 2010 wurde Peißen der Stadt Landsberg zugeordnet.§ 2 GemNeuGlG SK Es bildet seitdem eine von elf Ortschaften der Stadt Landsberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauten mini|Mittelalterlicher Schnitzaltar in der Kirche von Peißen, 2022 Gutshaus von Peißen (von 1856) romanische Dorfkirche St. Trinitatis (ursprünglich St. Wenzel), mit im Saalekreis seltenem rundem KirchturmDehio, Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II, München 1999, S. 649/650.

Regelmäßige Veranstaltungen Der Peißener Fasching wird im Februar begangen. Alljährlich findet auch das Sportfest des TSG Peißen 1950 e. V. statt. Die Zöberitzer feiern im Januar die Weihnachtsbaumverbrennung bei einem Grog, finden sich zu Ostern am Feuer zusammen und treffen sich dann im Sommer zum Teichfest wieder.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Hotel Leipzig-Halle in Peißen, 2016 Verkehr Peißen hat einen Haltepunkt an der zweigleisigen Hauptbahn Halle–Cottbus. Es verkehren Regionalzüge der Relation Halle (Saale) – Delitzsch ob Bf – Eilenburg. Zöberitz hingegen besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Halle–Magdeburg, welcher durch den dort verkehrenden Regionalexpress bedient wird.

Die Ortsteile werden durch die Bundesstraße 100, die Bundesautobahn 14 und die Bahnlinien (Halle (Saale) – Magdeburg, Halle (Saale) – Berlin und Halle (Saale) – Eilenburg) getrennt.

Auf dem Gebiet der Ortschaft liegt die Anschlussstelle 17 (Halle (Saale) - Peißen) der A 14.

Ansässige Unternehmen Die Unternehmensstruktur in Peißen ist geprägt durch ein großes Einkaufszentrum (Halle Center). Neben einer Agrargenossenschaft gibt es ebenfalls produzierendes Gewerbe, Handelsunternehmen und unterschiedliche Handwerksbetriebe.

Medien Mit zwei Ausgaben pro Monat erscheint das Landsberger Echo (Amtsblatt) mit Informationen aus der Stadt Landsberg und Berichten über Veranstaltungen in der Ortslage bzw. von Vereinen.

Öffentliche Einrichtungen Peißen besitzt eine Freiwillige Feuerwehr. Sangesfreunde haben sich im Gemischten Chor zusammengeschlossen. Sportliche Aktivitäten werden von Sportverein TSG Peißen 1950 e. V. gebündelt.

Die Mitglieder des Peißener Chronisten e. V. arbeiten die Geschichte auf. Ein weiterer Verein ist BfP - Bürger für Peißen.

Im Gemeindezentrum Peißen öffnet einmal wöchentlich die Gemeindebibliothek.

Bildung In der Ortslage gibt es einen Kindergarten.

Persönlichkeiten Ehrenbürger Der erste Ehrenbürger von Peißen ist der langjährige Bürgermeister Manfred Schmalz.

Personen, die mit Peißen verbunden sind Jean Löffler, ehemaliger Schlagersänger (Ute & Jean)

Einzelnachweise

Weblinks

Peißen auf der Website von Landsberg Webpräsenz des Vereins Bürger für Peißen Johannes Richter: Orgelvorstellung 19 KOMPAKT – Landsberg/Peißen, ev. Kirche St. Wenzel auf Youtube, 1. August 2020. Ders.: Landsberg/Peißen (D-ST) – ev. Kirche St. Wenzel – Einzel- und Vollgeläut auf Youtube, 24. Juni 2020.

Kategorie:Geographie (Landsberg, Saalekreis) Kategorie:Ort im Saalekreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Saalekreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 2010