mini|Wilhelm Wenzel mit seiner Katze „Mieze“ mini|Die Wenzelstraße in Hörde
Wilhelm Wenzel (* 1841 in Unna; † 19. November 1914 in Hörde, heute Dortmund) war Hörder Original und Stadtpoet.
Leben Wenzel, der in jungen Jahren nach Hörde kam, war Buchbindermeister. Er betrieb in einem der Gebäude des ehemaligen Klarissenstiftes „Clarenberg“ sein Handwerk und verkaufte dort zudem Schulbücher, Papier- und Schreibwaren.Adreß-Buch für die Stadt Hörde 1913. Sein kleiner Laden konnte ihn mehr schlecht als recht ernähren, daher war er zeitlebens auf die Mildtätigkeit seiner Freunde angewiesen. Seine ungewöhnliche Erscheinung – er maß nur ungefähr 1,50 Meter – und sein eigentümlicher Charakter verhalfen ihm zu einer erheblichen Bekanntheit. Besondere Beachtung erzielten aber seine kurzen Gedichte, die er fast täglich auf Tafeln neben dem Eingang seines Ladens anschrieb und in denen er auch seine Kritik an Mitbürgern und Gesellschaft vortrug. Wenzel, der nie verheiratet war, galt als Einzelgänger. Seine wenigen Kontakte fand er im Gesellenverein, dessen Mitglieder ihm 1914 auch die letzte Ehre erwiesen. Im Jahr 1958 wurde eine Straße nahe dem Hörder Markt nach Wenzel benannt, 2001 wurde ein Denkmal an dieser Straße durch den Verein zur Förderung der Heimatpflege Hörde errichtet.
Werk Wenzels Werk ist nur fragmentarisch erhalten, es besteht im Wesentlichen aus kurzen Versen, sowohl in Hoch- als auch in Plattdeutsch verfasst.
Kopf hoch! Laß dich vom Verdruß nicht necken! Verwundre dich und fasse Mut! So mancher Kopf trägt einen Hut, Die Eselohren zu verdecken. Drum fürchtet er, ihn abzunehmen, Weil diese sonst zum Vorschein kämen.
Wenzel über sich selbst: Ich pflege meine Thesen Nach eig’nem Kopf zu schreiben Und wer sie nicht will lesen Der lass’ es eben bleiben
Denkmal mini|Denkmal an der Wenzelstraße Das im Jahr 2001 an der Wenzelstraße aufgestellte Denkmal für Wilhelm Wenzel ist eine Stiftung des Bildhauers Helmut Wüstefeld. Auf der Vorderseite des Steins befindet sich eine Abbildung von Wilhelm Wenzel mit Inschrift: + InschriftenVorderseite linke Seite rechte Seite150pxDOCH DAS LIEBSTE FLECKCHEN AUF DER WEITEN ERDE IST UND BLEIBT MIR MEIN GELIEBTES HÖRDE 150px 150px
Literatur Rudolf Winterkamp: Der Wenzel aus dem Stift. In: Rund um die Uhr. Ein Hörder Lesebuch. Joussen u. Gocke, Dortmund 1985. Walter Gronemann: Wenzel, Wilhelm. In: Biographien bedeutender Dortmunder. Verlag des Historischen Vereins, Dortmund 1994, .
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Einzelnachweise
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