Der Buick Regal ist ein PKW der Mittelklasse, den Buick von 1973 bis 2004 herstellte, zunächst als Luxusausführung des Century. Mit diesem hatte er in vielfacher Hinsicht auch Karosserie und Antrieb gemein.
Auf der chinesischen Automobilausstellung Auto Shanghai wurde im Herbst 2009 ein neues Modell des Buick Regal mit dem Markennamen Buick vorgestellt, der bis auf den Namen mit dem im Herbst 2008 erschienenen Opel Insignia identisch ist.Auto China Shanghai: Wo die Welt noch in Ordnung ist: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-41681-9.html#backToArticle=619921. Stand 20. April 2009. Dieser wurde bis 2020 auch in Nordamerika vertrieben, seitdem nur noch in China.
Century Regal / Regal (1973–1977)
Buick war 1963 die erste GM-Division, die ein Personal Luxury Car herausbrachte, den Riviera in der oberen Mittelklasse. Bei der Entwicklung solcher Fahrzeuge für die Mittelklasse brachte Pontiac bereits vor Buick 1969 den Grand Prix heraus und Chevrolet im Jahr darauf den Monte Carlo. Zur gleichen Zeit fügte Oldsmobile ihrem Mittelklasse-Modell Cutlass das zweitürige Coupé Supreme hinzu, das zum meistverkauften Mittelklassewagen der Marke wurde.
So führte Buick 1973 den Regal als Konkurrenzmodell zu Cutlass Supreme, Grand Prix und Monte Carlo ein. Es war das Topmodell der auf der GM-A-Plattform aufbauenden Century-Baureihe. Im gleichen Jahr wurde auch die GM-A-Plattform zum ersten Mal seit 1968 überarbeitet, und ebenso die GM-G-Plattform, auf der Monte Carlo und Grand Prix aufgebaut waren.
Als gut ausgestattetes Hardtop-Coupé der Century-Reihe besaß der erste Regal die gleiche Fahrzeugfront und das gleiche Heck – nicht aber Kühlergrill und Rücklichter – wie der Century. Außerdem verfügte der Regal, wie die Modelle Grand Prix, Monte Carlo, Cutlass Supreme und der billigere Century Luxus, über die „Colonade“-Hardtop-Dachlinie (ein Hardtop mit B-Säule, aber Türen mit rahmenlosen Fenstern). Wie ihre Parallelmodelle innerhalb des GM-Konzerns besaßen der Regal und der Century Luxus neumodische „Opera Windows“ – kleine feststehende, mit Blech gerahmte Seitenscheiben anstatt sonst üblicher Kurbelfenster.
Im Modelljahr 1973 gab es nur das zweitürige Hardtop-Coupé, aber 1974 kam eine viertürige Hardtop-Limousine im gleichen Stil dazu. Beide Karosserieformen wurden bis 1977 angeboten.
Die Regal-Inneneinrichtungen waren immer luxuriöser ausgestattet als die billigeren Century-Modelle; sie besaßen Holzoberflächen an Armaturenbrett und Türverkleidungen und Rücksitze mit Mittelarmlehne in Stoff, Velours oder mit Vinyl bezogen. Während der gesamten Modelllaufzeit gab es auf Wunsch eine im Verhältnis 40/60 teilbaren Rücksitzbank mit Mittelarmlehne. In den Modelljahren 1976 und 1977 gab es den Regal mit einer S/R-Ausstattung, die Liegesitze mit Codoroy-Polsterung. Das Modell wurde fünf Jahre lang ohne wesentliche Veränderungen produziert.
Im Herbst 1975 gab es ein Facelift für das Coupé, die Limousine blieb bis Ende 1977 unverändert, bei dem neu zugelassene rechteckige Scheinwerfer Verwendung fanden (horizontal eingebaut bei den Coupés und vertikal bei den Limousinen – wie bei Pontiac Mitte der 1960er-Jahre).
Der Regal wurde üblicherweise von einem V8-Motor mit 5735 cm3 Hubraum und 150 PS Leistung angetrieben. Dieser gehörte 1973 und 1974 zur Grundausstattung. Ab 1975 war er auf Wunsch auch für das Coupé erhältlich, während er bei den Limousinen weiterhin die Grundmotorisierung darstellte. Der größere V8 mit 7456 cm3 Hubraum und 225 PS (1974: 210 PS) Leistung war in den Modelljahren 1973 und 1974 auf Wunsch erhältlich.
Ab 1975 stellten die von 1964 bis 1967 im Skylark angebotenen V6-Motoren mit 3785 cm3 Hubraum und einer Leistung von anfangs 110 PS (ab 1976: 105 PS) die Basismotorisierung dar. Die Werkzeugsätze dafür hatte Buick an Kaiser Motors für den Jeep verkauft (Kaiser wurde 1970 von AMC aufgekauft, die den Jeep unter eigenem Namen weiterbauten). 1974 wurden diese von Buick wieder zurückgekauft. In den Modelljahren 1975 und 1976 waren die Buick-Modelle Century und Regal die einzigen Mittelklassewagen in den USA, für die ein V6-Motor erhältlich war.
Im Laufe des Jahres 1975 verschwand still und heimlich die Bezeichnung Century bei den Regal-Modellen.
Ein prominenter Fahrer eines solchen Buicks war Telly Savalas in der Serie Kojak – Einsatz in Manhattan. Des Weiteren waren die Polizeiwagen der „Metropolitan Police“ in den früheren Superman-Filmen vom Typ Buick Regal.
Regal (1977–1987)
Ende 1977 wurde der Regal mit verkleinerten Außenmaßen und einer neuen Version des bekannten 3,8-Liter-V6-Motors vorgestellt. Dieses Modell wurde neun Jahre lang produziert und brachte dem Regal einen guten Ruf als leistungsfähiges Fahrzeug ein. Der Erfolg wurde jedoch durch eine zu weiche Aufhängung, zu kleine Räder und ein fehlendes Handschaltgetriebe gebremst, insbesondere weil Buick mit diesem Fahrzeug nicht auf den Sportwagenmarkt, sondern auf das Segment der Personal Luxury Cars zielte.
Der Regal des Modelljahres 1978 ist insofern bemerkenswert, weil er mit einem 3,8-Liter-V6-Turbo-Motor angeboten wurde. Es gab Versionen mit Doppel- oder Vierfachvergaser. Auch den LeSabre gab es mit dieser Maschine. Darüber hinaus verfügten in diesem Modelljahr nur noch Fahrzeuge wie der Saab 99 und der Porsche 930 über Turbomotoren. Der Turbo-Regal verfügte auch über eine härtere Federung, breitere Reifen und Sporträder.
Ein Facelift im Sommer 1981 verschaffte dem Regal ein aerodynamischeres Profil, sodass er auch erfolgreich an NASCAR-Rennen teilnahm. 1981 und 1982 erreichte das Modell sogar die NASCAR-Konstrukteurmeisterschaft. V8-Motoren waren weiterhin erhältlich, aber der Hubraum war auf 4343 cm3 (Leistung: 119–120 PS) verringert worden und V6-Motoren wurden immer populärer.
1982 wurde ein neuer Century auf Basis der GM-A-Plattform mit Frontantrieb vorgestellt, die früheren Century-Kombis mit Hinterradantrieb blieben weiter im Angebot. Diese Modelle erhielten ein Regal-Emblem, und so bestand das Regal-Modellangebot erstmals aus einer kompletten Baureihe mit Limousine, Hardtop-Coupé und Kombi.
Der Kombi wurde ab 1984 nicht mehr angeboten und die Limousine 1985 aus dem Programm genommen. In den Modelljahren 1986 und 1987 war der V8 mit 5030 cm3 Hubraum und 140 PS Leistung von Oldsmobile als Sonderausstattung erhältlich. Der 3,8-Liter-V6 mit Doppelvergaser war die Basismotorisierung. Das Getriebe 200 4-R mit Overdrive war für jede Motorisierung erhältlich.
Grand National und GNX Regal T-Type-Coupés, die für den Pony-Car-Markt konzipiert waren, erschienen ebenfalls in dieser Zeit. 1982 debütierte der Regal Grand National, dessen Name von der NASCAR-Grand-National-Serie abgeleitet war; er besaß einen 4,1-Liter-V6 mit 125 PS oder auf Wunsch auch den 3,8-Liter-V6-Turbo mit 180 PS. 1983 gab es keine Grand National-Ausführung, aber 1984 war das Modell wieder im Angebot mit pechschwarzer Lackierung. Der 3,8-Liter-V6-Turbo war nun Basismotorisierung und wurde in den Folgejahren durch eine Ladeluftkühlung und eine sequentielle Einspritzung aufgewertet. 1987 erreichte dieser Motor eine Leistung von 245 PS und ein Drehmoment von 481 Nm.
1987 wurde auch eine Leichtbau-WE4-(Turbo T)-Ausführung angeboten. Nur 1457 Fahrzeuge wurden in dieser Variante hergestellt. Sie waren schwarz lackiert und mit den gleichen mattschwarzen Flächen versehen wie der Grand National, was die Stoßfänger, den Kühlergrill und die Chromleisten an Scheinwerfern und Rücklichtern betraf.
Die Unterschiede zwischen einem WE4 und einem Grand-National in der Basisversion bezogen sich auf die Innenausstattung, die Räder, die außen angebrachten Typenschilder, die Stoßfängeraufnahmen aus Aluminium und die Aluminium-Bremstrommeln hinten (im Gegensatz zu den gusseisernen Bremstrommeln beim normalen Grand National). Einen Heckspoiler gab es nur als ein jeweils bei den Händlern zu montierendes Extra. 1987 war das einzige Modelljahr, in dem für den Regal der Turbo-LC2 erhältlich war, sodass ein Regal Limited mit Vinyldach in Verbindung mit einer Turbo-Hutze auf der Motorhaube möglich war.
Im letzten Produktionsjahr 1987 führte Buick den GNX für 29.000 US-Dollar ein. Er wurde bei McLaren/ASC hergestellt und Buick gab als Leistung 276 PS (203 kW) und ein Drehmoment von 488 Nm an.att.net: (englisch) Dieses Fahrzeug sollte die Tradition aller bisherigen Grand-National-Modelle beenden, da im Folgejahr ein Fahrgestell mit Frontantrieb eingeführt werden sollte, von dem selbst Buick-Ingenieure zugaben, dass es eine dementsprechende Leistung nicht auf die Straße bringen können würde.
Die Änderungen umfassten einen neuen Garrett-Lader mit keramischem Impeller, der mit einer effektiveren Ladeluftkühlung und einem spezialbeschichteten Rohrsystem verbunden war. Weitere leistungssteigernde Veränderungen waren ein besonderer Computerchip zur Motorsteuerung, ein Auspuffsystem mit geringem Gegendruck und Doppelrohr, ein anders programmiertes Turbo-Hydramatic-200-4R-Getriebe mit einem besonderen Drehmomentwandler und einem Ölkühler sowie ein neuer Panhardstab. Von außen waren die Fahrzeuge an den Lüftungsöffnungen in den vorderen Kotflügeln, 16″-Felgen mit Netzstruktur und an Reifen der Geschwindigkeitsklasse VR sowie am Verzicht auf Markenzeichen auf der Motorhaube und an den Kotflügeln zu erkennen. Innen besaßen die GNX-Modelle eine Seriennummer am Armaturenbrett und unterschieden sich durch Instrumente mit analogen Stuart-Warner-Anzeigen einschließlich einer analogen Ladedruckanzeige.
Der GNX soll die schnellste je produzierte Serienlimousine gewesen sein. Diese Aussage ist in sich etwas widersprüchlich, da der Wagen nur über zwei Türen verfügte, der Innenraum aber eher Limousinencharakter besaß. Von dieser Ausführung wurden nur 547 Exemplare hergestellt.
Das Exemplar GNX Nr. 001 ist zurzeit im Besitz von Buick und wird gelegentlich bei Autoausstellungen in den USA gezeigt. Der GNX besaß von der Fahrzeugmitte bis zur Hinterachse einen Leiter-Hilfsrahmen, um eine bessere Traktion zu erhalten. Dies ist auch der Grund, warum sich bei einem GNX das Heck aufrichtet, wenn das Fahrzeug stark beschleunigt.
Die verstohlene Erscheinung der ganz in Schwarz gehaltenen GNX- und Grand-National-Modelle in Verbindung mit der Tatsache, dass der Grand National während der Hochzeit des Star-Wars-Fiebers herausgebracht wurde, führte dazu, dass der Wagen den Titel „Darth Vader Car“ erhielt. Car and Driver stellte den GNX unter der Überschrift „Darth Vader, dein Auto ist fertig“ vor, ein Satz, der in der letzten Zeit auch dem Maybach Exelero zugeschrieben wird. Diese Überschrift wurde auch auf den 1994er Chevrolet Impala SS angewandt, Jahre nach Einstellung des GNX.
Der Grand National kehrte für kurze Zeit in die Schlagzeilen zurück, als 2003 Sean Penns Wagen dieser Marke mit Schusswaffen darin gestohlen wurde. Die Schauspielerin Carmen Electra kaufte ihrem damaligen Mann, dem Rockstar Dave Navarro als Geschenk einen 1987er Grand National.Ride With Funkmaster Flex (US-Fernsehshow). Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar benannte sein 2024 erschienenes Album GNX nach dem Auto.
Regal (1988–1996)
Ein neuer Regal erschien 1988 auf Basis der GM-W-Plattform. Diese Version verabschiedete sich von der Regal-Tradition und kehrte gleichzeitig zu ihr zurück: Es war ein Abschied, weil es das erste frontgetriebene Modell war und es kein ernsthaft so zu nennendes Hochleistungsmodell oder -paket mehr gab; V6-Turbo- und V8-Aggregate waren nicht mehr lieferbar.
Man kehrte aber auch zu früheren Traditionen zurück, da man nur ein Hardtop-Coupé anbot, das wiederum auf die spezifische Käuferschicht von Personal Luxury Cars zugeschnitten war. Ein Nachlassen der Nachfrage in diesem Segment war für alle Autohersteller spürbar, und 1990 wurde daher die Buick-Regal-Baureihe durch eine viertürige Limousine (wie auch bei den Modellen Oldsmobile Cutlass Supreme und Pontiac Grand Prix im selben Jahr) ergänzt. Diese Generation wurde neun Jahre lang ohne größere Veränderungen produziert.