( Olai) ist eine Stadt in der lettischen Region Vidzeme, etwa 20 km südwestlich von Riga gelegen. Im Jahre zählte Olaine Einwohner.
Geschichte 1819 wurde eine erste Siedlung namens Olai an der Stelle der heutigen Stadt angelegt. Die Siedler machten das umliegenden Moor urbar. Namensgeber der Siedlung war eine an der Misa gelegene, während der schwedischen Zeit im 17. Jahrhundert (1638) errichtete und dem hl. Olav (Olai) geweihte hölzerne Kirche, die 1749 abgerissen und durch eine zwischen 1749 und 1753 erbaute steinerne Kirche ersetzt wurde.mini|Lutherische St.-Olaf-Kirche
Einen wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr die Siedlung, als 1868 die Bahnstrecke Riga–Jelgava fertiggestellt und der Bahnhof Olai eröffnet wurde.
Nachdem Lettland unabhängig wurde, wurde der Ortsname 1919 dem Lettischen angeglichen und in „Olaine“ geändert. Im Zweiten Weltkrieg, während der deutschen Besetzung Lettlands, mussten jüdische Häftlinge in den Mooren bei Olaine Torf stechen.Jeanette Wolff: Sadismus oder Wahnsinn. Erlebnisse in den deutschen Konzentrationslagern im Osten. Sachsenverlag, Dresden 1946, S. 21.
Nach mehreren territorialen Veränderungen erhielt Olaine 1967 die Stadtrechte. Seit 2009 bilden Stadt und Landgemeinde eine Verwaltungsgemeinschaft (Olaines novads).
Auf der Gemarkung des Ortes befindet sich ein Soldatenfriedhof für deutsche Gefallene des Zweiten Weltkriegs.
Wirtschaft Während der Besetzung Lettlands durch die Sowjetunion wurde in Olaine eine Fabrik zur Produktion von Kunststoffen angesiedelt. Olaine galt als eine der „Chemiestädte“ der Sowjetunion. Heute (2022) haben hier zum Beispiel die Chemieunternehmen Crosschem und Latvijas aptieka hier ihren Sitz.
Verkehr Olaine ist über die Fernstraße Autoceļš A8 erreichbar. Der Bahnhof Olaine liegt an der Bahnstrecke Riga–Jelgava.
Städtepartnerschaften Es bestehen Städtepartnerschaften mit Ödeshög, Vadstena, Karlskoga (Schweden), Riihimäki (Finnland), Nowa Sarzyna (Polen), Narwa (Estland) und Anykščiai (Litauen).
Söhne und Töchter der Stadt Normunds Miezis (* 1971), lettischer Schach-Großmeister
Literatur
Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.
Weblinks
Einzelnachweise
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