miniatur|Marwan (1975) miniatur|Marwan (2012) Marwan Kassab-Bachi, auch Marwan Kassab Baschi (; genannt Marwan; * 31. Januar 1934 in Damaskus, Syrien; † 22. Oktober 2016 in BerlinDie Akademie der Künste trauert um Marwan Kassab-Bachi auf der Website der Akademie der Künste, 25. Oktober 2016.), war ein syrisch-deutscher Maler. Seine Werke, die vom deutschen Expressionismus und den Neuen Wilden beeinflusst wurden, erforschten intensiv menschliche Gesichter und Landschaften, wobei er zur Darstellung der Komplexität der menschlichen Seele und ihrer Verbindung zur Natur eine eigene Technik der Farb- und Texturenschichtung entwickelte. Marwans künstlerischer Ansatz, der tief in der Sufi-Philosophie verwurzelt war, reflektierte seine Suche nach einer universellen Sprache, die über kulturelle Grenzen hinausgeht. Er galt als Brückenbauer zwischen orientalischer und westlicher Kunst.

Leben und Wirken Marwan Kassab-Bachi studierte von 1955 bis 1957 Arabische Literatur an der Universität Damaskus. 1957 kam er nach Berlin und studierte bei Hann Trier Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Berlin.

Ab 1963 arbeitete er als freischaffender Maler in Berlin und gehörte zum Kreis um Georg Baselitz und Eugen Schönebeck. Von 1977 bis 1979 war er Gastprofessor für Malerei an der Hochschule der Künste Berlin, wo er 1980 zum Ordentlichen Professor für Malerei berufen wurde und bis 2002 lehrte. Er war von 1992 bis 2000 Mitglied der Jury für den Fred-Thieler-Preis der Berlinischen Galerie. Zu seinen Schülern gehören Said Baalbaki, Monica Bonvicini, Karolin Hägele, Ali Kaaf, Robert Lucander, Christin Lutze, Uschi Niehaus Indenbirken, Osama Said und Salah Saouli.

Von 1999 bis 2003 leitete Marwan die Darat al Funun Sommerakademie in Jordanien, an der über 60 junge Künstler aus Jordanien, Palästina, Syrien, Libanon und Irak teilnahmen.Darat al Funun – 2019 Sommerakademie auf universes.art, abgerufen am 3. Juni 2019 (englisch)

Marwan schuf Coverillustrationen für einige Bücher des Schriftstellers Abd ar-Rahman Munif, der auch die Marwan-Biografie Rahlat al-Fan wa al-Hayat („The Journey of Art and Life“) verfasste.Iskandar Habash: Unpublished Munif Interview: Crisis in the Arab World – Oil, Political Islam, and Dictatorship auf aljadid.com, abgerufen am 3. Juni 2019 (englisch)

Marwan war verheiratet und lebte in Berlin.

Rezeption

Der Kunstwissenschaftler Matthias Flügge sagt zu Marwans Arbeiten:

Der Kunsthistoriker Jörn Merkert schrieb über Marwan:

Auszeichnungen 1966: Karl-Hofer-Preis 1973: Stipendium der Cité Internationale des Arts Paris 1994: Mitglied der Akademie der Künste 2002: Fred-Thieler-Preis 2005: Bundesverdienstkreuz am BandeBiografie auf hasencleverart.com

Ausstellungen

Einzelausstellungen

Marwans Arbeiten wurden in über 80 Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem in

1971: Galerie Lietzow, Berlin 1977: Kunstschau Böttcherstraße, Bremen 1981: Schloss Bellevue, Berlin 1981: Documenta Archiv, Kassel 1991: Kunststation St. Peter, Köln 1991: Haus der Kunst, München 1993: Bibliothèque nationale de France, Paris 1993: Institut du monde arabe, Paris 1999: Stadtmuseum Göhre, Jena 1999: Galerie am Fischmarkt, Erfurt 2000: Brecht-Haus, Berlin-Weißensee 2001: Georg-Meistermann-Museum, Wittlich 2001: Richard-Haizmann-Museum, Niebüll 2002: Kunsthalle Emden

2006: Berlinische Galerie, Berlin 2008: Museum für Islamische Kunst (Berlin), Berlin 2009: Haus am Waldsee, Berlin 2013: Beirut Exhibition Center, Beirut 2014: Villa Grisebach, Berlin 2014: Museum Serralves, Porto auf serralves.pt 2015: Mosaic Rooms, LondonNot Towards Home, But The Horizon auf mosaicrooms.org 2017: Präsentation in der Ausstellung „Viva Arte Viva“ auf der 57. Biennale von Venedig57th Venice Biennale: the Central Pavilion auf frieze.com, abgerufen am 3. Juni 2019 (englisch)   2016: Painting, Galerie Sfeir-Semler, Hamburg auf der Website der Galerie Sfeir-Semler 2018: Works on Paper: 1968–2014, Galerie Sfeir-Semler, Hamburg

Arbeiten im öffentlichen Raum

Etwa 25 seiner Arbeiten befinden sich in öffentlichen Gebäuden wie Galerien, Museen und Sammlungen. Dazu gehören in Europa die Staatlichen Museen zu Berlin, die Berlinische Galerie in Berlin, das Städel Museum in Frankfurt, die Bundeskunstsammlung in Bonn, die Staatliche Graphische Sammlung München, die Galerie Neue Meister in Dresden, das Centre Georges Pompidou und die Bibliothèque nationale de France in Paris und die Tate Modern in London. Im Nahen Osten sind seine Arbeiten unter anderem in der Abdul Hameed Shoman Foundation Amman, der Universität Bir Zait, dem Nationalmuseum Damaskus und dem Khalil-al-Sakakini-Kulturzentrum in Ramallah zu finden und im Carnegie Museum of Art in Pittsburgh, Vereinigte Staaten.

Weblinks

Marwan auf der Website der Akademie der Künste Marwan – in Memoriam auf der Website des Nafas Art Magazine Franziska Leuthäußer: Marwan – Im Gespräch mit der ersten Kunstszene der BRD, Café Deutschland in Städel Museum, 2. November 2015

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Universität der Künste Berlin) Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Person (Damaskus) Kategorie:Syrer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Gestorben 2016 Kategorie:Mann