Der Musculus pectoralis major (lateinisch für „größerer Brustmuskel“), deutsch vorderer Brustmuskel oder großer Brustmuskel, ist ein Skelettmuskel. Er bedeckt den gesamten vorderen Rippenbereich.

Am Arm überschneiden sich die Fasern des fächerförmigen Musculus pectoralis major: Die Fasern, die von weit unten kommen, setzen am Oberarm weiter oben an als die Fasern, die vom Schlüsselbein kommen. Dadurch entsteht ein Bogen, der die vordere Begrenzung der Achselhöhle bildet. Der Musculus pectoralis major bedeckt den kleinen Brustmuskel (Musculus pectoralis minor). Außen liegt ihm die Brustfaszie an, welche ihn von der oberflächlichen Schicht der Brustwand trennt.

Der große Brustmuskel besteht aus drei Teilen: Pars clavicularis (Schlüsselbeinteil) Pars sternocostalis (Brustbein-Rippen-Teil) Pars abdominalis (Bauchteil)

Funktion Der Musculus pectoralis major zieht den Arm zum Körper (Adduktion), dreht ihn nach innen (Innenrotation) und zieht ihn nach vorne (Anteversion). Außerdem gehört er zur Atemhilfsmuskulatur. Abhängig von der Position des Oberarms verändert der Pectoralis jedoch seine Funktion. Er führt den Arm aus einer Anteversionsstellung zurück (Retroversion).

Innervation Der Musculus pectoralis major wird vom Nervus pectoralis lateralis und vom Nervus pectoralis medialis innerviert.

Varietäten In der Regel ist bei tiefer Einatmung und Anspannung des Schultergürtels zwischen dem Musculus pectoralis major und dem Musculus latissimus dorsi die zickzackförmige Ansatzlinie des Musculus serratus anterior bzw. die zackenförmige Übergangslinie vom Musculus serratus anterior zum Musculus obliquus externus abdominis sichtbar.Detlef Kießling, Sabine Stannat: Anatomie am Lebenden. Verlag Jungjohann, Heidelberg 1981, ISBN 3-88454-104-8, S. 52 und 93. Bei Verwachsungen des Musculus pectoralis major mit dem Musculus latissimus dorsi oder dem Musculus deltoideus ist eine klare optische Trennung dieser Muskeln kaum möglich. Diese Verwachsungen sind nicht ungewöhnlich; sie kommen bei etwa 7 % aller Menschen vor.

Der Musculus pectoralis major kann auch auf einer Seite komplett fehlen. Dieser Defekt wird als Poland-Syndrom bezeichnet.

Literatur

H. Ferner, J. Staubesand: Sobotta. Atlas der Anatomie des Menschen. 18. Auflage. Urban & Schwarzenberg, 1982, ISBN 3-541-02828-9

Weblinks

Einzelnachweise

Pectoralis major