Marco Reus (* 31. Mai 1989 in Dortmund) ist ein deutscher Fußballspieler. Der Offensivspieler steht in der Major League Soccer bei LA Galaxy unter Vertrag. Zuvor war er von 2012 bis 2024 bei Borussia Dortmund aktiv und dort von 2018 bis 2023 Mannschaftskapitän. Mit dem BVB wurde Reus zweimal DFB-Pokalsieger. Davor wiederum spielte er bei Borussia Mönchengladbach. Von 2011 bis 2021 war Reus A-Nationalspieler. Er wurde 2012 und 2019 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt.
Kindheit und Ausbildung Reus wuchs im Dortmunder Stadtteil Körne und später in Wickede mit zwei älteren Schwestern auf. Sein Vater war Betriebsschlosser, seine Mutter († 12. Oktober 2024) Bürokauffrau.Patrick Krull, Oliver Müller: Ein verlorener Sohn kehrt zurück. In: Welt am Sonntag, 8. Januar 2012, Nr. 2, S. 28, online abgerufen am 30. August 2014. Er begann im Alter von vier Jahren mit dem FußballspielenLina Timm, Felix Kozubek: Kapitän Fipsi und seine Mannschaft. In: Die Zeit, 31. Mai 2012, Nr. 23, S. 41, online abgerufen am 30. August 2014. und besuchte die Realschule in Asseln, danach die Hauptschule in Wickede. Eine spätere Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann brach Reus zu Gunsten seiner Karriere als Profifußballer ab.Marco Reus. In: Internationales Sportarchiv 19/2012 vom 8. Mai 2012, abgerufen via . Zu seinen fußballerischen Vorbildern zählt Reus den Tschechen Tomáš Rosický, der vor ihm lange für Borussia Dortmund aktiv war.
Vereinskarriere Anfänge in Dortmund und Ahlen (bis 2009) Reus wechselte von der F-Jugend beim Dortmunder Postsportverein im Alter von sechs Jahren in die Jugendabteilung von Borussia Dortmund. Kurzbiografie auf der Website des Post SV Dortmund vom 14. Mai 2011, abgerufen am 30. August 2014. Dort durchlief er zehn Jahre lang die Jugendmannschaften des BVB, wurde dann jedoch vom Trainer der U17, Peter Wazinski, aussortiert, da dieser ihn für körperlich nicht robust genug hielt.„Kann das bis heute nicht verstehen“: Als Marco Reus den BVB verlassen musste, goal.com, abgerufen am 5. April 2021WAZ: Marco Reus – Vom Aussortierten zum Bundesliga-Star, 27. Mai 2014, abgerufen am 1. März 2019 Zur Saison 2005/06 wechselte er dann wie auch zuvor Kevin Großkreutz zum damaligen LR Ahlen (ab Juli 2006 Rot Weiss Ahlen). Reus gab an, er habe in Dortmund eine gute Vorbereitung gespielt, dann jedoch gleich am ersten Spieltag zunächst nur auf der Bank gesessen und sei anstatt in der Offensive als Verteidiger eingewechselt worden. Bei einem Spiel gegen Ahlen organisierte dann sein Vater mit dortigen Vereinsverantwortlichen ein Probetraining.
In Ahlen spielte er zunächst in der B- und A-Jugend. Im ersten Jahr traf der offensive Mittelfeldspieler im Schnitt in fast jedem zweiten Spiel (zehn Tore in 21 Partien) und wurde fünfmal in der U23 der Westfalen in der Oberliga eingesetzt. Dabei erzielte er in seinen ersten beiden Partien jeweils ein Tor. Im Jahr darauf steigerte er seine Torquote auf zwölf Treffer in 19 A-Jugend-Partien. Gleichzeitig wurde Reus in den Kader der ersten Mannschaft, die in der Regionalliga Nord spielte, aufgenommen und bekam am zwölften Spieltag seinen ersten Einsatz. Danach wurde er 14-mal in der letzten halben Stunde eingewechselt, zweimal spielte er von Beginn an. Er erzielte am letzten Spieltag ein Tor, als mit Ahlen der Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt gemacht wurde.
In der Saison 2008/09 gelang Reus mit 19 Jahren der Durchbruch im Profifußball. Am ersten Spieltag wurde er zur Halbzeit eingewechselt. Am vierten stand er in der Startaufstellung und erzielte sein erstes Profitor. Danach konnte er sich einen Stammplatz erkämpfen und kam auf 27 Einsätze mit vier Treffern. Ahlen beendete die Saison auf dem zehnten Tabellenplatz.
Borussia Mönchengladbach (2009–2012) mini|hochkant|Marco Reus im Testspiel gegen den SV Bergisch Gladbach 09 (2009) Zur Saison 2009/10 wechselte Reus zum Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, bei dem er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013 unterzeichnete.Neustädter wird ein Borusse. In: Kicker Sportmagazin vom 25. Mai 2009 (abgerufen am 12. November 2011). Auch in der höchsten deutschen Spielklasse stand er vom ersten Spieltag an auf dem Platz, zunächst als Einwechselspieler und nach wenigen Monaten in der ersten Elf. Am 28. August 2009 erzielte Reus im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 nach einem Sololauf über 54 Meter sein erstes Bundesligator.Joker Reus krönt Solo aus der eigenen Hälfte. In: Kicker Sportmagazin vom 28. August 2009 (abgerufen am 30. August 2014). Nur einen Spieltag verpasste Reus in dieser Saison, in der er acht Tore erzielte. Häufig wurde er in dieser Zeit mit dem damaligen Nationalspieler Marko Marin verglichen, der zur Saison 2009/10 zu Werder Bremen wechselte und sowohl äußerlich als auch sportlich viele Parallelen mit Reus aufwies.Kicker-Sportmagazin: Marco Reus: Das Original, 28. Dezember 2009, abgerufen am 1. März 2019Goal.com: Nicht Marko, sondern Marco! Reus macht Marin vergessen, 28. November 2009, abgerufen am 1. März 2019Spox: Reus & Großkreutz: Die Ahlen-Connection, 10. Dezember 2009, abgerufen am 1. März 2019 Im Jahr darauf war er mit zehn Toren bester Torschütze der Borussia und bereitete zudem neun weitere Treffer vor. Am 2. November 2010 verlängerte er vorzeitig seinen Vertrag in Mönchengladbach bis zum 30. Juni 2015. Die Mannschaft stand in der Mehrzahl der Spieltage auf dem letzten Tabellenplatz. Erst am vorletzten Spieltag konnte sie unter Trainer Lucien Favre auf den 16. Platz vorstoßen und damit die Relegationsspiele erreichen. Nach dem 1:0-Hinspielsieg gegen den Zweitligadritten VfL Bochum sicherte Reus im Rückspiel mit dem Treffer zum 1:1-Ausgleich den Klassenerhalt.
Die Saison 2011/12 verlief für die Borussia erfolgreicher. Zwischenzeitlich übernahm Mönchengladbach die Tabellenspitze und konnte sich lange in den Champions-League-Rängen halten. Am Ende erreichte Gladbach den vierten Tabellenplatz und damit die Champions-League-Qualifikation. Reus war dabei ein elementarer Bestandteil des Systems von Lucien Favre; er verpasste nur zwei Bundesliga-Spiele aufgrund eines Zehenbruchs und erzielte 18 Tore und elf Vorlagen in 32 Spielen. Dabei wurde Reus als Gesicht des Gladbacher Aufschwungs stilisiert.Reus versetzt Gladbach in Rausch, 19. November 2011, abgerufen am 1. März 2019Sport-Bild: Gladbachs Superstar im Porträt – 50 Fakten zu Marco Reus, 27. Januar 2012, abgerufen am 1. März 2019 Für seine Leistungen in der Bundesliga sowie in der Nationalmannschaft wurde er zunächst zum VDV-Spieler der Saison und später zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt.
Bereits zur Winterpause wurde über einen Vereinswechsel spekuliert. Am 4. Januar 2012 kündigte Borussia Mönchengladbach an, dass Reus den Verein zum Saisonende verlassen werde. Reus nutzte eine Ausstiegsklausel, die es ihm erlaubte, für eine Ablösesumme von 17 Millionen Euro vorzeitig aus seinem Vertrag auszusteigen, was ihn zum Rekordtransfer des VfL machte.Michael Zorc äußert sich zur Verpflichtung von Marco Reus. Video auf YouTube (abgerufen am 30. August 2014). Am selben Tag gab Borussia Dortmund die Verpflichtung von Reus ab der Saison 2012/13 bekannt. Er unterschrieb einen Fünfjahresvertrag bis zum 30. Juni 2017.Borussia Dortmund verpflichtet Marco Reus. Mitteilung auf der Homepage von Borussia Dortmund vom 4. Januar 2012 (abgerufen am 30. August 2014).
Borussia Dortmund (2012–2024) Nach dem Wechsel zurück in seine Heimatstadt bekleidete Reus verschiedene Offensivpositionen, wurde von Cheftrainer Jürgen Klopp aber hauptsächlich auf dem linken offensiven Flügel eingesetzt, wo er auf Ivan Perišić folgte, der den Verein verlassen hatte. Er etablierte sich rasch als Stammspieler und bildete ein spielstarkes Offensivduo mit Mario Götze.BVB feiert sein Traumpaar. Meldung bei n-tv vom 17. Februar 2013 (abgerufen am 1. März 2019). In der Bundesliga trug Reus mit 14 Toren und elf Vorlagen in 32 Spielen zur Vizemeisterschaft der Dortmunder bei. Am 3. Oktober 2012 erzielte er sein erstes Tor in der Champions League zur Führung im Gruppenspiel bei Manchester City (1:1). Nach Erfolgen über den FC Málaga und Real Madrid erreichte Reus mit Dortmund schließlich das Endspiel, das der BVB mit 1:2 gegen den FC Bayern München verlor.
Auch die Saison 2013/14 lief für Reus, der nun als Pendant zu Pierre-Emerick Aubameyang auf Rechts so gut wie nur noch als Linksaußen agierte, erfolgreich. Bereits zu Beginn der Saison gewann der BVB den DFL-Supercup gegen den FC Bayern, was den ersten Titelgewinn seiner Profikarriere bedeutete. In der Ligasaison, die die Borussia erneut als Vizemeister beendete, gelangen ihm 16 Tore und 14 Vorlagen in 30 Spielen, was ihn zum Topscorer der Liga machte. In der Champions League gelangen ihm je fünf Tore und Vorlagen, ehe die Dortmunder im Viertelfinale gegen den späteren Gewinner Real Madrid ausschieden. Zudem erreichte der Verein das DFB-Pokalfinale, welches jedoch gegen den FC Bayern München verloren ging. Später wurde Reus zum zweiten Mal in seiner Karriere zum VDV-Spieler der Saison gewählt. Im Vereinsumfeld hatte er aber trotz dieser Leistungen einen schweren Stand, da der Kauf eines teuren Wagens sowie das mehrfache Fahren ohne Fahrerlaubnis (siehe Sonstiges) massive Kritik von Vertretern der „Malocherehre“ nach sich zog. Paradoxerweise führten auch Reus' Leistungen zu Vergleichen mit Shinji Kagawa oder Mario Götze, welche ebenfalls bei den Fans beliebt gewesen, aber zu erfolgreicheren Vereinen gewechselt waren.Endlich echte Liebe, 11freunde.de, abgerufen am 4. September 2020
mini|hochkant|Aufnahme aus dem Jahr 2014 Das Jahr 2014 war für Reus von diversen Verletzungen geprägt. Nachdem er bereits seit dem Juni wegen eines Außenbandrisses im rechten Sprunggelenk für die Weltmeisterschaft 2014 ausgefallen war und den Sieg im DFL-Supercup gegen den FC Bayern verpasst hatte, war die Hinrunde der Saison 2014/15 für ihn beendet, nachdem am 12. Spieltag beim 2:2 im Auswärtsspiel der Dortmunder beim SC Paderborn 07 durch ein Foul von Marvin Bakalorz die gleiche Verletzung wieder aufgebrochen war.Reus fällt für restliche Hinrunde aus. In: Süddeutsche Zeitung vom 23. November 2014 (abgerufen am 15. November 2014). Auch für den Verein lief es in der Saison nicht gut, die Hinrunde beendete man auf einem Abstiegsplatz, und zwischenzeitlich fiel man sogar auf den letzten Tabellenplatz. In dieser schwierigen Situation und nachdem in den Medien über einen Vereinswechsel spekuliert worden war,Im Blindflug. In: Spiegel Online vom 10. Februar 2015 (abgerufen am 1. März 2019). verlängerte der offensive Mittelfeldspieler am 10. Februar 2015 seinen Vertrag beim BVB bis zum 30. Juni 2019 und sendete so ein deutliches Signal.Bis 2019: BVB verlängert Vertrag mit Marco Reus. Meldung auf der Homepage von Borussia Dortmund vom 10. Februar 2015 (abgerufen am 10. Februar 2015). Drei Tage später erzielte er beim 4:2-Heimsieg in der Liga gegen den 1. FSV Mainz 05 seinen 50. Pflichtspieltreffer für die Dortmunder.Reus euphorisiert den siegreichen BVB. In: Kicker Sportmagazin vom 14. Februar 2015 (abgerufen am 15. Februar 2015). Danach fing sich der BVB wieder und stand am Ende der Saison nach 31 Punkten in der Rückrunde auf dem siebten Platz, was die Europa-League-Qualifikation bedeutete. Reus trug mit sieben Toren und fünf Vorlagen in 20 Spielen dazu bei, fiel aber auch in der Rückrunde immer wieder wegen kleinerer Verletzungen aus. Der BVB erreichte erneut das DFB-Pokalfinale, verlor dieses jedoch gegen den VfL Wolfsburg.