Deßmannsdorf (fränkisch: Desmasch-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 64. Dort folgendermaßen transkribiert: „desməschdorf“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Deßmannsdorf liegt in der Gemarkung Bernhardswinden.
Geografie Durch das Dorf fließt der Silberbach. Der Bernhardswindener Graben mündet dort rechts in den Silberbach. Im Süden liegt das Birkenfeld, im Westen das Mittelfeld, im Nordwesten das Feuchtlachfeld und im Nordosten die Weiherleiten.
Die Bundesstraße 13 verläuft unmittelbar östlich am Ort vorbei in Richtung Ansbach (2 km nördlich) bzw. zur Anschlussstelle 52 der Bundesautobahn 6 (1,4 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die B 13 unterquerend zu einer Anschlussstelle der B 13 (0,7 km nördlich) und weiter nach Höfstetten (1 km südöstlich) bzw. zu einem Kreisverkehr (0,7 km südlich) über den man ebenfalls zu einer Anschlussstelle der B 13 gelangt bzw. zu einer Gemeindeverbindungsstraße nach Brodswinden (1,5 km östlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Bernhardswinden zur Kreisstraße ANs 3 (1,2 km westlich).
Geschichte In dem Testament des Wolfram von Dornberg wurde der Ort im Jahr 1288 als „Denswinsdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname „Dankswind“. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen. Seit 1439 ist die Form „Deßmansdorff“ bezeugt.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 64f.
Im 16-Punkte-Bericht des Fürstentums Ansbach von 1684 wurden für Deßmannsdorf 9 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (3), das Stiftsamt Ansbach (4), die Herren von Eyb (1) und der Bürgermeister und Rat zu Ansbach (1). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 495. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 681. Im Dreißigjährigen Krieg brannte das Dorf bis auf einen Hof völlig nieder.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Deßmannsdorf elf Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Hofkastenamt Ansbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1 Halbhof, 1 Tafernwirtschaft, 1 Mühle, 1 Leerhaus; Stiftsamt Ansbach: 3 Halbhöfe, 1 Gut, 1 Köblergut; Ansbacher Rat: 1 Gut) und das Rittergut Eyerlohe der Herren von Eyb (1 Söldengut).So M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 847 f. Nach (= J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 584) gab es 15 Untertansfamilien, von denen 14 ansbachisch waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 978.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Deßmannsdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Brodswinden und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Brodswinden zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand ein Anwesen von 1822 bis 1836 dem Patrimonialgericht Frohnhof.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 971 und 978. Am 20. September 1860 wurde Deßmannsdorf in die neu gebildete Gemeinde Bernhardswinden umgemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 946 f. Diese wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert.
Ehemaliges Baudenkmal Bauernhaus Nr. 1: zweigeschossiges Haus des 18. Jahrhunderts mit Ladeerker und SchleppgaubenG. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 92. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 68 69 90 68 82 76 95 138 112 105 82HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 11 13 14 16 15 19 21 21Quelle
Historische Beschreibung Gottfried Stieber beschreibt den Ort in seinem 1761 erschienenen Werk Historische und topographische Nachrichten von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach folgendermaßen:
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Johannis (Ansbach) gepfarrt,M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 847. seit 1961 gehören sie zur Pfarrei Christuskirche (Meinhardswinden). Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt und gehören zu deren Filialkirchengemeinde Unsere Liebe Frau (Meinhardswinden).
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1288