mini|hochkant=1.5|Frankfurter Wolkenkratzer 2024 mini|hochkant=1.5|Blick vom Main Tower in Richtung Messe

Frankfurt am Main ist bekannt für seine stadtbildprägende Skyline aus Hochhäusern und Wolkenkratzern. Die Skyline insgesamt und einzelne Hochhäuser werden als Wahrzeichen Frankfurts empfunden. Mehr als 40 Gebäude erreichen eine strukturelle Höhe von über 100 Metern, darunter 20 der 22 Wolkenkratzer Deutschlands.

Historischer Überblick Im Jahr 1922 war in Frankfurt eines der ersten modernen Hochhausprojekte Deutschlands geplant: ein rund 60 Meter hoher Turmbau nahe der heutigen Messe, entworfen vom Architekten Fritz Voggenberger für die Herrenkleiderfabrik Fritz Vogel & Co. Das Gebäude sollte Büros, eine Telegrafenstation und öffentliche Einrichtungen enthalten und fand zunächst breite Zustimmung in Stadtverwaltung und Presse. Nach Einsprüchen benachbarter Grundstückseigentümer wurde das Vorhaben jedoch aufgegeben; realisiert wurde nur ein niedriger Gebäudeteil. Auf dem Gelände entstand später das Poseidon-Hochhaus (heute Leo-Tower, fertiggestellt 1986).

Als älteste bestehende Hochhäuser Frankfurts gelten der Mousonturm (1923–1926), das I.G.-Farben-Haus (1928–1931) – heute Hauptgebäude der Goethe-Universität – und das Gewerkschaftshaus (1930–1931). Die drei zwischen 31 und 35 Meter hohen Gebäude existieren bis heute, werden aber im Vergleich mit späteren Bauten nicht mehr als Hochhäuser wahrgenommen.

Nach der Zerstörung der Innenstadt durch die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg entstanden ab 1949 zahlreiche Häuser von immer größerer Höhe. Der 1972 fertiggestellte und am 2. Februar 2014 gesprengte AfE-Turm überragte als erstes Hochhaus mit über 100 Metern Höhe auch erstmals die neugotische Spitze des gotischen Doms. Das Plaza-Hotel und das Dresdner-Bank-Hochhaus waren Ende der 1970er Jahre die ersten Wolkenkratzer mit über 150 Metern Höhe. mini|Hochhäuser im Europa- und Bankenviertel (Blick vom One Forty West, Juli 2021) Seit 1998 regelt ein Hochhausrahmenplan, wo und wie Hochhäuser gebaut werden dürfen. Die meisten Hochhäuser stehen im Bankenviertel, entlang der Mainzer Landstraße und im Europaviertel am Messegelände. Einen Gegenakzent setzen die Türme des Palaisquartiers in der Innenstadt und der Neubau der Europäischen Zentralbank im Ostend.

Lange Zeit war der Hochhausbau in Frankfurt umstritten. Während des Frankfurter Häuserkampfes Anfang der 1970er Jahre entstanden die Schimpfnamen Bankfurt und Mainhattan als Inbegriff einer Stadtplanung, die Investoreninteressen zu Lasten der alteingesessenen Bevölkerung fördere. Seit den 1980er Jahren entwickelte sich die Frankfurter Skyline zum Wahrzeichen der Stadt und zum Symbol für Prosperität und Zukunftsorientierung. Die Bevölkerung identifizierte sich zunehmend mit ihren Hochhäusern. Seit 1996 wird in unregelmäßigen Abständen (bislang 1996, 1998, 2001, 2007 und 2013) das Wolkenkratzer-Festival gefeiert. Die SkyArena, eine multimediale Inszenierung der Frankfurter Skyline, wurde zur Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 weltweit übertragen. Auch das seit 2000 alle zwei Jahre stattfindende Lichtkunst-Festival Luminale setzt die Hochhäuser der Stadt in Szene.

Die steigende Immobiliennachfrage, der Austritt Großbritanniens aus der EU und die günstige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland führten ab dem Jahr 2015 zu einem neuen „Boom“ von Hochhausbauten. Neben dem 185 Meter hohen Neubau der Europäischen Zentralbank verkörpern Hochhausprojekte wie der Omniturm, das Maintor-Areal und die Bebauung des ehemaligen Deutsche-Bank-Areals mit vier Hochhäusern zwischen 120 und 228 Metern diese Entwicklung. Mit dem 180 Meter hohen Grand Tower befindet sich seit seiner Fertigstellung 2020 Deutschlands höchstes Wohnhochhaus in Frankfurt am Main.

Hochhäuser in Frankfurt am Main Diese Liste umfasst alle Frankfurter Hochhäuser, die ohne Aufbauten eine Höhe von mindestens 50 Metern erreichen. Die Höhenangaben entstammen großteils der Datenbank des Council on Tall Buildings and Urban Habitat (Rat für hohe Gebäude und städtischen Lebensraum) In: The Scycraper Center. Council on Tall Buildings and Urban Habitat (englisch). und Emporis Emporis.. Alle Gebäude werden nach der offiziellen Höhe geordnet. Diese beinhaltet Turmspitzen, wenn diese Teil der Gebäudearchitektur sind, jedoch keine Funkantennen oder ähnliche technische Aufbauten. Gelistet werden ferner Gebäude, die sich zwar noch im Bau befinden, aber ihre Gesamthöhe bereits erreicht haben.

Ergänzend werden Bauwerke aufgeführt, die nicht als Hochhäuser klassifiziert werden, da weniger als 50 Prozent der Gesamthöhe als nutzbare Fläche verfügbar sindTall Building Criteria. In: Skyscraper Center. Council on Vertical Urbanism (englisch). (beispielsweise Fernsehtürme, Kirchen, Stadien). Eine vollständige Übersicht hierzu findet sich in der Liste der höchsten Bauwerke in Frankfurt am Main.

Rang Name Bild Höhe (m) Etagen Eröffnung Standort Architekt(en) Bemerkungen 1 Commerzbank Tower 80px 259,0 56 1997 Große Gallusstraße 17–19, Innenstadt Norman Foster 1997–2003 höchstes Gebäude Europas.1997–2012 und 2020–2022 höchstes Gebäude in der EU. Seit 1997 höchstes Gebäude Deutschlands.Höhe mit Antenne 300 Meter.Konzernzentrale der Commerzbank. 2 Messeturm 80px 256,5 55 1990 Friedrich-Ebert-Anlage 49, Westend-Süd Helmut Jahn 1990–1997 höchstes Gebäude Europas.1990–1997 höchstes Gebäude in der EU.1990–1997 höchstes Gebäude Deutschlands.3Four 1 80px233,0592025Neue Schlesingergasse 14, InnenstadtUNStudioHauptsitz der DekaBank Deutsche Girozentrale. 4 Westendstraße 1 80px 208,0 53 1993 Westendstraße 1, Westend-Süd Kohn Pedersen Fox; Nägele, Hofmann & Tiedemann Hauptsitz der DZ Bank. 5 Main Tower 80px 200,0 55 1999 Neue Mainzer Straße 52–58, Innenstadt Schweger associated architects Höhe mit Antenne 240 Meter.Hauptsitz der Landesbank Hessen-Thüringen.In den obersten Stockwerken befindet sich ein Fitnessstudio, ein Restaurant, ein Café und eine öffentlich zugängliche Aussichtsterrasse. 5 Tower 185 80px 200,0 55 2011 Friedrich-Ebert-Anlage 35–37, Gallus Christoph Mäckler Hauptsitz von PricewaterhouseCoopers in Deutschland. 7 One 80px 190,9 49 2022 Gallus, Brüsseler Straße 1–3 Meurer Architektur + Stadtplanung Teil des Skyline-Plaza-Gebäudekomplexes. Beherbergt ein Hotel, Büros und eine öffentlich zugängliche Bar im obersten Stockwerk. 8 Omniturm 80px 190 45 2019 Innenstadt, Große Gallusstraße 16–18 Bjarke Ingels Group Gemischt genutzter Turm mit Büros und Wohnungen 9 Trianon 80px 186,0 45 1993 Mainzer Landstraße 16–24, Westend-Süd Novotny Mähner Assoziierte; HPP International; Albert Speer & Partner 10 Neubau der Europäischen Zentralbank 80px 185,0 45 2014 Sonnemannstraße/Rückertstraße, Ostend Coop Himmelb(l)au Hauptsitz der Europäischen Zentralbank seit 2014.Der Nordturm ist mit Antenne 201 Meter hoch. 11 Grand Tower 80px 179,9 47 2020 Gallus, Osloer Straße/Europa-Allee Magnus Kaminiarz & Cie Höchstes reines Wohngebäude Deutschlands, 413 Wohnungen 12Four 2 80px173,0502024Große Gallusstraße, InnenstadtUNStudioEndhöhe erreicht. Fertigstellung geplant für Dezember 2024. 13 Opernturm 80px 170,0 42 2009 Bockenheimer Landstraße 2–4, Westend-Süd Christoph Mäckler Hauptsitz von UBS in Deutschland. 13 Taunusturm 80px 170,0 40 2014 Taunustor 1–3, Innenstadt Gruber + Kleine-Kraneburg Der Taunusturm wurde spekulativ ohne Vorvermietung errichtet. 15 Silberturm 80px 166,3 32 1978 Jürgen-Ponto-Platz 1, Bahnhofsviertel ABB Architekten 1978–1990 höchstes Gebäude Deutschlands.Ehemalige Zentrale der Dresdner Bank.Hauptmieter ist seit 2012 DB Systel, der ICT-Dienstleister der Deutschen Bahn. 16 Westend Gate 80px 159,3 47 1976 Hamburger Allee 2–4, Westend-Süd Siegfried Hoyer; Richard Heil 1976–1978 höchstes Gebäude Deutschlands.Hauptmieter ist die Hotelkette Marriott International. 17 Deutsche Bank I 80px 155,0 40 1984 Taunusanlage 12, Westend-Süd Walter Hanig, Heinz Scheid, Johannes Schmidt Konzernzentrale der Deutschen Bank. 17 Deutsche Bank II 80px 155,0 38 1984 Taunusanlage 12, Westend-Süd Walter Hanig, Heinz Scheid, Johannes Schmidt Konzernzentrale der Deutschen Bank. 17 Marienturm 80px 155,0 37 2019 Taunusanlage 9–10, Bahnhofsviertel Thomas Müller und Ivan Reimann Architekten, Berlin Bürogebäude. Hauptmieter ist Goldman Sachs. (HHRP08)Frankfurter Rundschau, 20. September 2013.Rainer Schulze: Die Taunusanlage wird zum Central Park. In: FAZ.NET. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Oktober 2013. 20 Skyper 80px 153,8 38 2004 Taunusanlage 1, Bahnhofsviertel JSK Hauptmieter ist die Deutsche Bundesbank. 21 Eurotower 80px 148,0 39 1977 Willy-Brandt-Platz 2, Innenstadt Richard Heil 1994–2014 Hauptsitz der Europäischen Zentralbank. Seit 2015 Sitz der einheitlichen Bankenaufsicht der EZB. Ehemalige Hauptverwaltung der Bank für Gemeinwirtschaft (1977–1993). 22 One Forty West 106x106px|alternativtext= 145Wie hoch ist eigentlich das Hochhaus One Forty West? Skyline Atlas, 9. September 2019. 40 2020 Westend-Süd, Senckenberganlage 15 Cyrus Moser Architekten