Dautenwinden (fränkisch: Daudewin bzw. Ejbadaudewin und UndadaudewinE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 64. Dort folgendermaßen transkribiert: „daudəwin“ bzw. „eibəʳdaudewin“ und „undəʳdaudewin“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Dautenwinden liegt in der Gemarkung Elpersdorf bei Ansbach.
Geografie Das Dorf gliedert sich in Ober- und Unterdautenwinden und die Höfstetter Mühle. Im Ort entspringt der Schreinermühlbach, ein linker Zufluss der Altmühl. Unmittelbar westlich liegt das Herbstfeld, 0,5 km südwestlich das Waldgebiet Steinlach, 0,5 km östlich das Feuchtlachfeld.
Es führt eine Gemeindeverbindungsstraße nach Kurzendorf (1,3 km östlich) bzw. die Staatsstraße 2248 kreuzend an Mittelbach vorüber die Staatsstraße 1066 kreuzend nach Höfen (2,7 km nordwestlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Elpersdorf (1 km nördlich) und an Höfstetten vorüber nach Hohenberg (3 km südlich).
Geschichte Im Jahre 911 beschloss König Konrad I. auf dem Reichstag zu Forchheim, Wenden aus dem Maingebiet dem St. Gumbertuskloster Ansbach zuzuweisen. Diese wurden im 10. Jahrhundert in einem Ring um Ansbach angesiedelt. Im Jahre 1288 wurde der Ort in dem Testament des Wolfram von Dornberg erstmals als „Tutenwinden“ urkundlich erwähnt. An dem Grundwort des Ortsnamens „–winden“ ist erkennbar, dass es sich um eine Wendensiedlung handelt. Das Bestimmungswort ist der Personenname „Tudo“. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 64.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Dautenwinden 10 Mannschaften verzeichnet: 6 Anwesen unterstanden dem Hofkastenamt Ansbach und 4 Anwesen dem eichstättischen Kastenamt Herrieden. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 524. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 681.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Oberdautenwinden mit Unterdautenwinden eine Realgemeinde. In Oberdautenwinden gab es 6 Anwesen (1 Bräuhaus mit Wirtschaft, 4 Köblergüter, 1 Schmiedgut). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alle Anwesen hatten Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn. Neben diesen Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 894. In Unterdautenwinden gab es 4 Anwesen mit 6 Untertansfamilien (2 Höfe, 1 Gut, 1 Mühlgut). Alle Anwesen hatten das Kastenamt Herrieden als Grundherrn.So M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 917.Nach J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 577: „Dautenwind, Eichstättischer zum Stadtvogtey- und Probstamte Herrieden gehöriger Weiler, liegt eine Stunde nördlich von Herrieden, theils auf dem Martinsberge, und zur dortigen Martinskirche eingepfarrt, theils unterhalb desselben. Es wird deßwegen dieser Weiler, Weiler in dem Obern und Untern, oder in Ober- und Unter-Dautenwind eingetheilt, wovon jener aus 10, dieser aber aus 4 Haushaltungen besteht.“Ebenso Von 1797 bis 1808 unterstanden die Orte dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 985 f.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurden Ober- und Unterdautenwinden dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Elpersdorf und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Elpersdorf zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Diese wurde am 1. Juli 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert.
Ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 3: Türsturz bezeichnet „1688“, renoviert 1816; zweistöckiges Haus mit Satteldach; in der Gaststube Ofen mit Gusseisenplatten, darauf Reliefdarstellungen des Jüngsten Gerichts und der TempelreinigungG. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 91. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
Einwohnerentwicklung Jahr 1806 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 47 60 81 85 92 96 97 86 128 88 81 74HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. In den Jahren 1806 und 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 7 13 13 15 16 17 17 17 22Quelle Oberdautenwinden: 6 Feuerstellen, 25 Einwohner; Unterdautenwinden (S. 94): 7 F., 35 E. Oberdautenwinden: 48 Einwohner, 7 Häuser; Unterdautenwinden: 33 E., 6 H. Oberdautenwinden: 59 Einwohner; Unterdautenwinden: 33 E.
Religion Oberdautenwinden gehört zur Kirchengemeinde St. Laurentius (Elpersdorf bei Ansbach), einer Filiale von St. Nikolaus (Schalkhausen), die seit Einführung der Reformation im Fürstentum Ansbach im Jahr 1528 evangelisch ist. Unterdautenwinden blieb katholisch. Eine Wirtshausrauferei zwischen Protestanten und Katholiken im Jahr 1598 war der Anlass, dass Elpersdorf einen eigenen Pfarrer bekam. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Vitus und Deocar (Herrieden) gepfarrt,M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 917. seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Ludwig (Ansbach) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1288