Die Bundesautobahn 14 (Abkürzung: BAB 14) – Kurzform: Autobahn 14 (Abkürzung: A 14) – ist eine Autobahn in Deutschland, die aktuell in drei Abschnitten von Wismar über Schwerin bis Karstädt, von Stendal-Süd bis Wolmirstedt sowie von Dahlenwarsleben über das Kreuz Magdeburg an der A 2, Halle (Saale) und Leipzig bis zum Dreieck Nossen an der A 4 führt.
Der Lückenschluss, die sogenannte Nordverlängerung, vom Kreuz Schwerin bis Magdeburg ist teils in Planung, teils im Bau und in Teilen für den Verkehr freigegeben. Die komplette Fertigstellung ist für spätestens 2032 geplant.
Obwohl die Autobahn überwiegend in Nord-Süd-Richtung verläuft, ist sie entgegen der in Deutschland üblichen Systematik mit einer geraden Zahl nummeriert, die sonst nur Autobahnen in West-Ost-Richtung tragen. Der Grund hierfür ist der Verlauf des zuerst gebauten südlichen Teilstücks, das noch annähernd in West-Ost-Richtung verläuft und erst später nach Norden verlängert wurde.
Die Nordverlängerung der A 14 durch Sachsen-Anhalt wird auch Altmark-Autobahn genannt. Der Abschnitt zwischen dem Kreuz Schwerin und der Anschlussstelle Schwerin-Ost wurde Schweriner Anschluss genannt.
Geschichte Die Autobahn wurde in mehreren zeitlich recht weit auseinanderliegenden Abschnitten eröffnet. Am 25. April 1936 erfolgte die Freigabe zwischen der Anschlussstelle Halle/Peißen und Leipzig (Wiederitzsch). Am 27. September 1936 erfolgte die Verlängerung bis zur Dübener Landstraße und schließlich am 12. Dezember 1936 bis Engelsdorf. Ende der 1930er Jahre wurden zwischen Leipzig (Ost) und Klinga die Bauarbeiten fortgesetzt und dabei nahezu alle Brücken fertiggestellt. Infolge des Zweiten Weltkriegs wurden die Bauarbeiten jedoch eingestellt.
In einer Karte um 1958 war der Plan einer Autobahnverbindung von Wismar über Schwerin, Magdeburg und Leipzig nach Dresden eingezeichnet worden.Planungskarte um 1958 auf: autobahn-online.de Diese Planungen wurden in der DDR nur zum Teil umgesetzt. Im Süden wurde 1970 die Strecke von Leipzig (Ost) bis Grimma eröffnet, 1971 von Grimma bis zum Autobahndreieck Nossen (A 4). Im Norden war von 1984 bis 1986 ein etwa 20 Kilometer langes, teilweise nur einspurig befahrbares Teilstück von der Autobahn Berlin-Hamburg (Dreieck Schwerin) bis zur heutigen Anschlussstelle Schwerin-Ost fertiggestellt worden, bevor aus Kostengründen der Weiterbau bis nach Wismar eingestellt wurde. Man sprach fortan vom „Schweriner Anschluss“.Axel Doßmann: Begrenzte Mobilität. Eine Kulturgeschichte der Autobahnen in der DDR. Klartext Verlag, Essen 2003, ISBN 3-89861-153-1. Nach der Deutschen Wiedervereinigung erhielt dieser Abschnitt die Bezeichnung A 241.
Abschnitt Magdeburg–Halle Im Rahmen der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE Nr. 14) erfolgte der Neubau der Autobahn ab der A 2 zwischen dem neu errichteten Autobahnkreuz Magdeburg und Halle (Anschlussstelle Halle/Peißen) und wurde 2000 abgeschlossen. 1996 wurde als erstes Teilstück die Strecke zwischen Löbejün und Könnern eröffnet. Im November 1997 folgte das Teilstück zwischen den Anschlussstellen Magdeburg-Stadtfeld und Magdeburg-Reform, im Oktober 1998 das anschließende Teilstück zwischen Magdeburg-Reform und Schönebeck und schließlich am 27. Oktober 1999 das Teilstück zwischen Magdeburg-Stadtfeld und dem Autobahnkreuz Magdeburg. Im selben Jahr wurde am 23. November das Teilstück zwischen Halle/Peißen und Löbejün freigegeben, am 8. November 2000 folgte das Teilstück zwischen Dahlenwarsleben und dem Autobahnkreuz Magdeburg und am 30. November 2000 das letzte Teilstück zwischen Könnern und Schönebeck.
Ab dem 31. August 2006 wurde mit dem Anschluss zur A 38 (Südharzautobahn) am Dreieck Parthenaue eine Alternative für den Verkehr in Richtung Erfurt/München/Dresden geschaffen, welche die A 14 im Leipziger Norden zudem entlasten soll.
Zudem ist die Verlängerung der A 143 bis zur A 14 im Bau, die über das ebenfalls im Bau befindliche Autobahndreieck Halle-Nord angebunden und somit den Autobahnring um Halle und auch die Mitteldeutsche Schleife schließen wird.
Dagegen wurde für die vom Land Sachsen-Anhalt im Frühjahr 2013 für den Bundesverkehrswegeplan 2030 angemeldete Nordverlängerung der A 71 vom Autobahndreieck Südharz bis zur A 14 wegen des starken Bevölkerungsrückgangs im Mansfelder Land ein zu geringes Kosten-Nutzen-Verhältnis festgestellt. Die Verlängerung wurde deshalb nicht in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen.
Abschnitt Schwerin–Wismar Am 24. August 2006 wurde der Abschnitt zwischen dem Kreuz Wismar und Jesendorf dem Verkehr übergeben. In der Planung war dieser rund elf Kilometer lange und 50 Millionen Euro teure Abschnitt noch Teil der A 241. Mit der Freigabe des Abschnittes wurden alle bestehenden Abschnitte der A 241 in A 14 umbenannt.
Der Weiterbau zwischen Wismar und Schwerin verzögerte sich aufgrund finanzieller und vor allem umweltrechtlicher Probleme. Erster Spatenstich des letzten Teilstücks zwischen den Anschlussstellen Jesendorf und Schwerin-Nord war der 30. Oktober 2007. Am 21. Dezember 2009 erfolgte die Verkehrsfreigabe für die nun zwischen A 20 und A 24 durchgängig befahrbare Autobahn.A 14-Lückenschluss zwischen Wismar und Schwerin. auf: eautobahn.de
Lückenschluss Schwerin–Magdeburg Planungen In der Verkehrsuntersuchung Nord-Ost (VUNO) wurden 1995 verschiedene Varianten der Weiterführung untersucht. Bei der sogenannten X-Variante, welche unter anderem vom ADAC befürwortet wurde, verliefe sie von Magdeburg nach Lüneburg, während die A 39 von Wolfsburg nach Schwerin verlängert werden sollte.
In der sogenannten I- oder Hosenträgervariante, der 2004 der Vorzug gegeben wurde, verläuft hingegen die A 14 nach Schwerin und die A 39 nach Lüneburg. Salzwedel soll dabei durch eine „leistungsfähige“ Bundesstraße, die B 190n, in Ost-West-Richtung an beide Autobahnen angebunden werden. Hierunter ist eine 2+1-Lösung zu verstehen. Bei dieser Variante ergeben sich zusammen mit der A 7 drei parallel in Nord-Süd-Richtung verlaufende Autobahnen im Abstand von je etwa 50 Kilometern.
Geplant ist nun eine Verlängerung der A 14 nach Norden über Wolmirstedt, Stendal, Osterburg (Altmark), Wittenberge, Karstädt und Ludwigslust mit einem Anschluss an das nördliche Teilstück am Kreuz Schwerin. Das Raumordnungsverfahren für den Streckenverlauf wurde am 22. November 2004 abgeschlossen. Am 12. April 2005 wurde die Vorzugslinie der A 14 durch den Bundesverkehrsminister nach § 16 des Bundesfernstraßengesetzes bestimmt. Am 20. Juni 2007 unterzeichneten Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und die Verkehrsminister der betroffenen Bundesländer den Vertrag über den Bau der Strecke. Demnach sollte der Lückenschluss bis spätestens 2015 abgeschlossen sein. Im März 2011 wurde die Fertigstellung für 2020 erwartet. In: Mitteldeutsche Zeitung. 2. März 2011.
Der Finanzierungsplan sah Gesamtkosten in Höhe von 775 Millionen Euro vor, die von Bund, Ländern und der Europäischen Union getragen werden. Im Mai 2008 wurde eine neue Kostenschätzung der DEGES publik, wonach die Kosten hauptsächlich wegen Umweltauflagen auf etwa 1,3 Milliarden Euro steigen könnten. In: Märkische Allgemeine. 8. Mai 2008. Im Oktober desselben Jahres wurde festgelegt, dass der Bau dieses Teils in drei Phasen erfolgen soll. Die erste wurde nochmals in drei Abschnitte unterteilt und hätte 2015 beendet sein sollen. Dies waren Wolmirstedt–Stendal, Osterburg–Karstädt und Grabow–Schwerin. Die Kosten dieser Phase betrugen 775 Millionen Euro, von denen 42 %, also rund 325 Mio. Euro, aus dem 2015 auslaufenden EU-Förderprogramm EFRE entnommen werden sollten. Die zweite Phase wurde in die Abschnitte Stendal–Osterburg und Karstädt–Grabow unterteilt. Der Lückenschluss zwischen Wolmirstedt und Magdeburg wurde erst für eine dritte Phase vorgesehen. Bis dahin soll zwischen dem Kreuz Magdeburg und Wolmirstedt die A 2 und die teilweise vierstreifige B 189 genutzt werden. auf: mdr.de, 28. Oktober 2008.
Bis Sommer 2012 konnte lediglich mit dem Bau eines 5,6 km langen Abschnittes bei Colbitz begonnen werden.Antwort der Landesregierung Sachsen-Anhalt auf Große Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 13. September 2012. Für alle anderen Abschnitte in Sachsen-Anhalt lag aufgrund von Verzögerungen bei der Planung kein Baurecht vor.Landesverkehrsminister Webel vor dem Landtag am 19./20. Juli 2012. Durch die Verzögerungen in den Planungen wurde davon ausgegangen, dass die Autobahn in Sachsen-Anhalt frühestens 2022 komplett fertiggestellt sein kann, wenn alle planfestgestellten Bauabschnitte unverzüglich gebaut werden können.Hanno Taufenbach: A14 erst 2022 komplett: Die große Trasse rückt näher In: svz.de, 25. Juli 2017, abgerufen am 20. Dezember 2017. Später wurden 2024 und auch 2027 als Fertigstellungsziele genannt. Aufgrund von Verzögerungen im Abschnitt von Osterburg nach Seehausen wird frühestens 2030 das Gesamtprojekt zusammen mit dem Abschnitt in Sachsen-Anhalt vollendet sein.
Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gab im Dezember 2024 bekannt, dass die Kosten des gesamten Lückenschlusses um weitere 400 Millionen Euro auf insgesamt etwa 2,3 Milliarden Euro steigen.
Übersicht der Bau-Abschnitte VKE Abschnitt StatusLandesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Lückenschluss BAB 14, Magdeburg – Wittenberge – Schwerin, Information zum Stand der Realisierung. Stand 21. März 2013, veröffentlicht bei der Vereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure in Sachsen-Anhalt (PDF), abgerufen am 30. August 2015. Länge(km) 1.1 AS Dahlenwarsleben – AS Haldensleben–AS Wolmirstedt im Bau (seit 4. Dezember 2023, Fertigstellung voraussichtlich 2029) 11,50 1.2 AS Wolmirstedt – nördl. AS Colbitz fertiggestellt (Baubeginn November 2011; Freigabe 29. Oktober 2014) 5,56 1.3 nördl. AS Colbitz – AS Tangerhüttefertiggestellt (Baubeginn 16. August 2017; Freigabe 14. September 2020) 8,51 1.4 AS Tangerhütte – AS Lüderitz fertiggestellt (Baubeginn 27. August 2018; Freigabe am 14. Dezember 2023) 14,83 1.5 AS Lüderitz – AS Stendal-Süd – AS Stendal-Mitte im Bau (seit 9. September 2021, Eröffnung am 29. Juni 2026 (AS Lüderitz-AS Stendal-Süd) und 2028 (AS Stendal-Süd–AS Stendal-Mitte)) 12,89 2.1 AS Stendal-Mitte – AS Osterburg im Bau (seit 9. September 2021, Fertigstellung voraussichtlich 2028) 18,23 2.2 AS Osterburg – südl. AS Seehausen-Nord Planfeststellungsbeschluss vom 14.12.2020, Baurecht seit 10. Mai 2022 (Baubeginn frühestens 2026, Fertigstellung voraussichtlich 2030) 16,78 3.1/3.2a AS Seehausen-Nord – Landesgrenze BB/ST im Bau (seit 16. Oktober 2020, Freigabe voraussichtlich 2026). 8,8 3.2b Landesgrenze BB/ST – AS Wittenberge im Bau (seit 16. Oktober 2020, Freigabe voraussichtlich 2026) 2,0 4 AS Wittenberge – AS Karstädt im Bau (seit 29.06.2026, Fertigstellung voraussichtlich 2032) 17,77 5 AS Karstädt – AS Groß Warnow fertiggestellt (Baubeginn Oktober 2011; Freigabe am 21. Dezember 2015) 12,6 6 AS Groß Warnow – AS Grabow fertiggestellt (Baubeginn Juni 2015; Freigabe am 20. Dezember 2017) 9,8 7 AS Grabow – AS Ludwigslust – AK Schwerin fertiggestellt (Baubeginn November 2011; Freigabe am 21. Dezember 2015) 16,2 Summe in Kilometer (km): ~156
Baufortschritt Der symbolische erste Spatenstich erfolgte am 1. November 2012 an der zukünftigen Anschlussstelle Ludwigslust.Nächstes Teilstück der A 14 geht in Bau. Pressemitteilung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, 21. Juni 2012, abgerufen am 31. Oktober 2012.Baubeginn für nächstes Teilstück der A 14. Pressemitteilung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, 24. Oktober 2012, abgerufen am 31. Oktober 2012. Das zum Kreuz umgebaute ehemalige Dreieck Schwerin wurde am 26. Juni 2015 freigegeben.
Der Bau- und Planungsfortschritt ist (Juni 2024) für die einzelnen Abschnitte wie folgend:
Das 16,2 Kilometer lange Teilstück zwischen dem Kreuz Schwerin (A 24) und der Anschlussstelle Grabow (B 5) wurde am 21. Dezember 2015 freigegeben. auf: ndr.de, 21. Dezember 2015, abgerufen am 21. November 2016.