Kammerforst (fränkisch: KammafuaschtE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 106 f. Dort folgendermaßen transkribiert: „kaməʳfūəscht“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Kammerforst liegt in der Gemarkung Hennenbach.
Geografie Das Dorf bildet mit Ansbach im Süden, der Galgenmühle im Osten und mit Hennenbach im Norden eine geschlossene Siedlung. 0,25 km nordöstlich liegt die Flur Urlas, auf der sich heute ein Schießplatz der US Army befindet. Die Kreisstraße ANs 2/AN 9 führt nach Ansbach zur Bundesstraße 13 (1 km südwestlich) bzw. nach Weihenzell (5,5 km nördlich). Eine Ortsstraße führt zum Rabenhof (0,5 km östlich).
Geschichte Der Ort wurde 1294 als „Cammerforst“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet zu dem der Kammer (des Gumbertusstiftes) gehörenden Wald. Vermutlich ist Kammerforst wie Wengenstadt ein Rodungsort, der im 10. Jahrhundert entstanden ist.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 106 f.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Kammerforst 7 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren Hofkastenamt Ansbach (4), der Bürgermeister und Rat zu Ansbach (1) und die Familie Ayrer (1). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. 1689 verkaufte Johann Bernhard Ayrer seine Anwesen an die Markgrafen.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 354. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 685.
Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kammerforst 7 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Ansbach als Grundherrn (Hofkastenamt Ansbach: 1 Hof, 5 Güter; Ansbacher Rat: 1 Halbhof). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Schmiede, Hirtenhaus, Brechhaus) und einen markgräflichen Sommersitz.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 873.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 526. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 994.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kammerforst dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Hennenbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Hennenbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.
Im Topo-geographisch-statistischen Lexicon vom Königreiche Bayern (1831) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:
Am 1. Juli 1972 wurde Kammerforst im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert.
Ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 1: Fachwerkscheune mit Satteldach und Schleppgauben wohl des 18. JahrhundertsG. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 116. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 2 (markgräflicher Sommersitz): zweigeschossiger Massivbau des 18. Jahrhunderts. Zugehörige Zehntscheune, Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts mit Krüppelwalm und Schleppgauben, tonnengewölbter Keller, im Garten Steintisch des 18. Jahrhunderts
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 59 77 89 63 63 97 89 210 125 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1961 als Wohngebäude. 10 11 11 16 16 24 21 Quelle Wird hier überhaupt nicht aufgelistet. Bewohner werden wahrscheinlich dem Ortsteil Ansbach zugerechnet. Wird hier überhaupt nicht aufgelistet. Bewohner werden wahrscheinlich dem Ortsteil Ansbach zugerechnet.
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannis (Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Christ König (Ansbach) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1294