Diemerode ist ein Stadtteil von Sontra im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. Es liegt westlich des Kernortes Sontra. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3249.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Diemerode erfolgte unter dem Namen Dimenrodt im Jahr 1363, als halb Diemerode durch Heinrich von Hundelshausen gekauft wurde.
Im Ort lebten zeitweise etwa zehn jüdische Familien.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Die bis dahin selbständige Gemeinde Diemerode wurde zum 31. Dezember 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil nach Sontra eingegliedert. Für Diemerode, wie für alle bei der Gebietsreform nach Sontra eingegliederten Gemeinden, wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet. Mit Sontra kam der Ort 1972 zum Landkreis Eschwege und 1974 in den neugebildeten Werra-Meißner-Kreis.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Diemerode angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Spangenberg ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Spangenberg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Spangenberg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Bischhausen ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Spangenberg (zuletzt Amt Bischhausen) ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis EschwegeVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August, S. 72 f. (kurhess GS 1821)Trennung von Justiz (Justizamt Bischhausen) und Verwaltung ab 1836: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Rotenburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege, Stadt Sontra ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis, Stadt Sontra
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Breitau 342 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 51 Einwohner unter 18 Jahren, 114 zwischen 18 und 49, 90 zwischen 50 und 64 und 87 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 150 Haushalten. Davon waren 45 Singlehaushalte, 48 Paare ohne Kinder und 45 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 39 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 87 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung • 1585: 40 Haushaltungen, davon 7 hessisch • 1747: 50 Haushaltungen
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 283 evangelische (= 88,44 %), 37 jüdische (= 11,15 %) Einwohner • 1961: 269 evangelische (= 93,72 %), 14 katholische (= 4,88 %) Einwohner
Kultur und Sehenswürdigkeiten Die alte Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. 1757 wurde ein Saalbau angebaut. Die Orgel stammt aus dem Jahre 1784. An der Nordseite ist noch eine Wehrmauer zu sehen. Zahlreiche Grabsteine des 18. und 19. Jahrhunderts zeugen von Frömmigkeit und Geschichte der evangelischen Gemeinde in Diemerode. Der jüdische Friedhof im Ort wird von der Freiwilligen Feuerwehr gepflegt.
Infrastruktur In Diemerode steht ein Dorfgemeinschaftshaus mit einem Raum für die Jugend.
Literatur Pfeiffer, Götz J.: Beredte Zeugnisse der Vergangenheit. Grabsteine an der Kirche in Diemerode, in: Festausschuss „700 Jahre Diemerode“ (Hg.): Chronik. Erinnerungen an die 700-jährige Geschichte eines Dorfes und seiner Bewohner, Diemerode, 2009, S. 149–156
Weblinks Stadtteil Diemerode. In: Webauftritt der Stadt Sontra.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Werra-Meißner-Kreis Kategorie:Geographie (Sontra) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Werra-Meißner-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1363 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971