Die Klapperschlange ist ein US-amerikanischer dystopischer Science-Fiction-Film von John Carpenter. Er hatte am 10. Juli 1981 Premiere in den USA und startete am 3. September 1981 in den bundesdeutschen Kinos. Der Film zählt zu den umsatzstärksten der frühen 1980er Jahre, gilt als Vorläufer des Cyberpunk-Genres und brachte der Karriere des Hauptdarstellers Kurt Russell eine entscheidende Wende.
Handlung New York im Jahr 1997: Die Kriminalität hat in den 1980er Jahren derart zugenommen, dass herkömmliche Gefängnisse nicht mehr ausreichen. Daher wurde Manhattan 1988 aufgegeben und die ganze Insel in ein Hochsicherheitsgefängnis verwandelt. Rund um den Stadtbezirk Manhattan erhebt sich eine 20 Meter hohe Mauer. Alle Brücken, die aus der Stadt herausführen, sind vermint. Wer dorthin verlegt wird, wird zuvor sterilisiert und dann sich selbst überlassen, abgeschottet von der Außenwelt und ohne Aussicht, jemals wieder von der Insel zu entkommen. Es gibt keine Wächter innerhalb der Mauern, sondern ausschließlich Inhaftierte. Dies hat dazu geführt, dass die Gefangenen inzwischen eigene Gesellschaftsformen entwickelt haben.
1997 befindet sich die NATO im Krieg mit der Sowjetunion und ein nuklearer Holocaust droht. Als der Präsident der Vereinigten Staaten mit der Air Force One auf dem Weg zu Friedensverhandlungen mit China und der Sowjetunion ist, entführen Terroristen das Flugzeug und lassen es gezielt in Manhattan abstürzen. Die Sicherheitsmannschaft setzt den Präsidenten rechtzeitig in eine rote eiförmige Rettungskapsel, zusammen mit einem Aktenkoffer, in dem ein Sender aktiviert wurde, und einer Audiokassette, die Informationen zu einer neuartigen Energiequelle enthält, der Kernfusion. Der Präsident überlebt so den Absturz inmitten der Gefängniszone und wird von den Häftlingen als Geisel genommen.
Als Polizeikräfte den Präsidenten bergen wollen, werden sie von Romero empfangen, dem Handlanger des Duke, Herrscher von Manhattan. Romero macht ihnen klar, dass der Präsident umgebracht würde, sollten weitere Rettungsversuche erfolgen. Daher lässt Polizeichef Hauk den Sträfling und Ex-Elite-Soldaten Snake Plissken zu sich kommen, der eben nach Manhattan verlegt werden sollte. Hauk verspricht Plissken die Freiheit, wenn es ihm gelingt, den Präsidenten mitsamt der Audiokassette heil aus Manhattan herauszuholen. Wegen der bevorstehenden Friedensgespräche ist die Zeit knapp und Plissken bleiben nur 22 Stunden Zeit. Um ihn gefügig zu machen, lässt Hauk ihm explosive Miniaturkapseln in den Hals einspritzen, die nach Ablauf der 22 Stunden detonieren und ihn so töten sollen.
Mit einem Segelflugzeug gelangt Plissken unbemerkt nach Manhattan und landet auf dem Dach des früheren World Trade Centers. Er findet heraus, dass der Präsident sich in den Händen des Duke befindet. Der plant mit dem Präsidenten als Schutzschild eine Flucht über die mit Minen gespickte Queensboro Bridge aus dem Gefängnis. Dafür lässt er sich von seinem Berater Harold „Brain“ Helman, einem ehemaligen Freund von Plissken, eine Landkarte zur Umgehung der Minen anfertigen. Plissken zwingt Brain und dessen Gefährtin Maggie, ihm bei der Suche nach dem Präsidenten zu helfen. Nach und nach verliert Kämpfer Plissken wichtige Gegenstände seiner Ausrüstung, zum Beispiel zerschellt sein Funkgerät, mit dem er Kontakt mit Polizeichef Bob Hauk hält, auf dem Straßenasphalt und sein Peilsender verschwindet. Dann wird Plissken von Dukes Männern gefangen genommen.
In der Grand Central Station, Dukes Residenz, muss Plissken einen Kampf auf Leben und Tod bestehen, während Brain und Maggie den Präsidenten befreien. Plissken siegt und führt den Präsidenten sowie Brain und Maggie zum World Trade Center, doch inzwischen wurde sein Flugzeug von den „Crazies“ zerstört, einer in der Kanalisation lebenden Untergrundgang. Da taucht der Taxifahrer Cabbie auf und bietet an, sie über die Brücke in die Freiheit zu fahren. Er hat auch die Audiokassette dabei, die er von Romero bekommen hat.
Von Duke und dessen Meute verfolgt, erreichen sie in Cabbies Taxi die Brücke. Bei der weiteren Flucht sterben Cabbie, Brain und Maggie, und nur Plissken und der Präsident erreichen die Mauer am Ende der Brücke. Da taucht der Duke auf, wird jedoch vom Präsidenten erschossen, der zusammen mit Plissken von den Polizeikräften über die Gefängnismauer in Sicherheit gebracht wird.
Inzwischen sind die 22 Stunden fast vergangen, und die Minikapseln in Plisskens Hals werden Sekunden vor ihrer Explosion entschärft. Währenddessen bereitet sich der Präsident darauf vor, per Satellit zu den Teilnehmern der Friedenskonferenz zu sprechen. In einem letzten Gespräch befragt Plissken den Präsidenten über seine Haltung zu den Häftlingen, die bei dessen Rettung starben. Der Präsident reagiert mit einer herablassenden, überheblichen und geringschätzenden Antwort über diese Menschen. Als während seiner Rede die Audiokassette mit den Informationen über die neue Energiequelle abgespielt wird, stellt sie sich als Musikkassette aus Cabbies Taxi heraus. Plissken hatte die Kassetten vertauscht und zerstört im Weggehen die richtige.
Produktion Vorproduktion Kurt Russell als Hauptdarsteller Ursprünglich waren die Schauspieler Charles Bronson. Dokumentarfilm, 2005, 76 Min. Regie: Julien Dunand. Eine Produktion von Morgane Production + Section 5 + Cinecinema + Centre national du cinéma et de l’image animée. Auf DVD erschien der Dokumentarfilm unter dem Titel John Carpenter – Fürst der Dunkelheit oder Tommy Lee JonesAudiokommentar der Filmjournalisten Kai-Oliver Derks und Alexander Büttner von 2010, enthalten im Bonusmaterial der Blu-ray Disc Die Klapperschlange, November 2016, Constantin Film Verleih GmbH, München für die Hauptrolle des Snake Plissken vorgesehen; der Regisseur John Carpenter bestand jedoch darauf, diese Rolle mit einem jüngeren Darsteller zu besetzen.Audiokommentar von Regisseur John Carpenter und Hauptdarsteller Kurt Russell, enthalten im Bonusmaterial der Blu-ray Disc Die Klapperschlange, November 2016, Constantin Film Verleih GmbH, München Um körperlich in Form zu kommen und athletische Muskeln aufzubauen, trainierte Kurt Russell vier Monate lang mit einem Trainer in einem Fitnessstudio. Für Russell stellte die Hauptrolle in Die Klapperschlange einen Wendepunkt in seiner Karriere dar und war für ihn von entscheidender Bedeutung, in Hollywood zu einem großen Star aufzusteigen.Dokumentarfilm Rückkehr zur Klapperschlange (Return to Escape from New York), 23 Minuten, produziert von Regisseur Michael Gillis mit Mogo Media und MGM Home Entertainment LLC, 2003, enthalten im Bonusmaterial der Blu-ray Disc Die Klapperschlange, November 2016, Constantin Film Verleih GmbH, München Als Snake Plissken vollzog sich für Russell, der früher in familientauglichen Walt-Disney-Filmen wie Superhirn in Tennisschuhen spielte, ein -Wechsel. Für den Fernsehfilm Elvis hatten John Carpenter und Kurt Russell bereits zwei Jahre davor erstmals zusammengearbeitet, in dieser Filmbiografie von 1979 verkörperte Russell den King of Rock ’n’ Roll Elvis Presley.
Eines Nachts, so berichtet Russell, sei er während der Dreharbeiten allein und in voller Snake-Ausstattung und -Bewaffnung durch eine verlassene Straße von einem Ort des Filmsets zu einem anderen gelaufen. Er traf dort plötzlich auf eine Gruppe junger Männer, die wiederum auf sein Erscheinen mit „Hey, man, easy, easy“ reagierte und es vorzog, sich leise zu entfernen. Russell suchte daraufhin schnell Carpenter auf und erzählte ihm, dass die Figur des Snake wohl funktionieren würde („I think this guy’s gonna work.“). Russell bezeichnet Snake Plissken im Rückblick als „most iconic character I’ve ever played“.
Drehortsuche Im Vorfeld der Dreharbeiten war der Location-Manager Barry Bernardi quer durch die Vereinigten Staaten gereist, um nach geeigneten Drehorten zu suchen. Dabei empfahl Bernardi die Stadt St. Louis, in der eine für die Aufnahmen ideale Brücke stand, die das Filmteam für einen symbolischen US-Dollar dem United States Army Corps of Engineers abkaufte. Im damals stillgelegten Bahnhof von St. Louis baute die Crew das Hauptquartier des Gangsterchefs Duke auf, als fiktiver Madison Square Garden.Audiokommentar von Produzentin Debra Hill und Ausstatter Joe Alves, enthalten im Bonusmaterial der Blu-ray Disc Die Klapperschlange, November 2016, Constantin Film Verleih GmbH, München Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten fand die Filmcrew im verlassenen Bahnhof etliche vermüllte Räumlichkeiten vor, was sich das Team zunutze machte und als dreckige postapokalyptische Kulisse verwendete. Einige Zeit später eröffneten in dem umgebauten Bahnhofsgebäude ein Einkaufszentrum und ein Hyatt-Hotel.
Dreharbeiten Drehorte Den Großteil des Films drehte das Filmteam in St. Louis, Missouri. Im Jahr 1976 hatte es in der Stadt St. Louis einen Großbrand gegeben, der etliche Häuser zerstört hatte, die hinterher nicht wieder aufgebaut worden waren. Diese heruntergekommene Atmosphäre benutzte das Filmteam als authentische Kulisse. Außerdem drehte die Crew in einem eigens gebauten Kulissenbild nahe dem Sepulveda-Damm im San Fernando Valley, zum Beispiel das filmische Finale, wenn Snake Plissken und der US-Präsident die Betonmauer, die das Filmteam aufgebaut hatte, hochgezogen werden. Die nächtliche Anfangsszene mit dem kleinen Flüchtlingsboot und dem verfolgenden Helikopter wurde in Long Beach aufgenommen. Eine der wenigen Szenen, die tatsächlich in New York gedreht wurden, ist jene zu Beginn des Films mit dem Helikopter, der über die nächtlich beleuchtete Freiheitsstatue hinwegfliegt. Für diese Szene baute die Crew ein Wachhäuschen mit der Aufschrift „Liberty Island Security Control“ am Fuße der Freiheitsstatue auf, in dem der Schauspieler Tom Atkins als Wachmann mit Schnurrbart den Telefonhörer eines weißen Telefons abhebt. Aufgrund des begrenzten Budgets von 6,5 Millionen US-Dollar, inklusive 360.000 US-Dollar für die Spezialeffekte, konnte das Filmteam keinen Nachbau der Freiheitsstatue errichten. Während dieser eröffnenden Kamerafahrt überbrücken komplett schwarze Bildfelder den Übergang von Szenenbild zu Szenenbild, ein schnitttechnisches Stilmittel, das Alfred Hitchcock, dessen Schaffen nachhaltigen Einfluss auf das Sehen und Denken von Ausstatter Joe Alves ausgeübt hat, häufig anwandte. Ferner fanden diverse Außenaufnahmen in Century City statt.
Die Filmaufnahmen mit dem musikalischen Theaterstück, das sich der Taxifahrer Cabbie anschaut, trugen sich im Wiltern Theatre, welches sich damals vor der Renovierung in einem desolaten Zustand befand, auf dem Wilshire Boulevard in Los Angeles zu. Allerdings wurden die Aufnahmen, bevor Plissken das Gebäude betritt, vor dem Fox Theatre in St. Louis gemacht. Dem Regisseur Carpenter gefiel die Art-déco-Atmosphäre darin, weshalb er sich für das Wiltern Theatre als Drehort der Innenaufnahmen entschied.
Für die Aufnahmen des Unterschlupfs von Harold „Brain“ Helman suchte das Filmteam eine Bibliothek der philosophischen Fakultät auf dem Campus der University of Southern California (USC) in Los Angeles auf. Carpenter war Student an der USC gewesen. Dagegen entstanden die Bilder im Freien vor dem Freimaurertempel The New Masonic Temple.