mini|Alfred Halm, 1902 mini|Alfred Halm mit seiner Familie, 1905. Foto von J. Egers. Alfred Halm, Pseudonym H. Fredall (* 9. Dezember 1861 in Wien; † 5. Februar 1951 in Berlin, eigentlich Alfred HahnStA Charlottenburg I, Heiratsurkunde Nr. 214/1901) war ein österreichischer Schauspieler, Theaterregisseur, Theaterleiter, Drehbuchautor und Filmregisseur.
Leben Er begann seine Laufbahn als Schauspieler auf Bühnen unter anderem in Hanau, Gießen, Barmen und Elberfeld und am Flora-Theater in Zürich. Zu Beginn der 1890er Jahre kam er nach Berlin und wurde im Fach jugendlicher Held und Liebhaber eingesetzt.
Am Lobe-Theater in Breslau sammelte er nicht nur seine ersten Regie-Erfahrungen, sondern stieg auch zum Co-Direktor des Sommertheaters auf. 1906 übernahm er in Berlin die Leitung des Theaters am Nollendorfplatz. Er führte dieses Theater bis zum Konkurs im Jahr 1912. Bei seinen Inszenierungen stand häufig der mit ihm befreundete Schauspieler Josef Kainz im Mittelpunkt.
1913 wechselte er zum Film, wo er zu verschiedenartigen Stoffen Regie führte und meist auch das Drehbuch beisteuerte. 1915 gründete er mit Ernst Gotthelft und Paul Heidemann die Teddy Film GmbH.Handelsregister Berlin HRB Nr. 13771 Zu seinen späteren Filmerfolgen gehörte die Filmadaption von Gerhart Hauptmanns Rose Bernd mit Henny Porten und Emil Jannings in den Hauptrollen. Nach 1926 beschränkte Halm sich auf das Schreiben von Drehbüchern, später schrieb er Bühnenstücke und arbeitete als Übersetzer. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 erhielt der konfessionsloseStA Schöneberg II, Heiratsurkunde Nr. 531/1920 Alfred Halm aufgrund seiner jüdischen Herkunft keine Aufträge mehr.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde er mit seiner zweiten Ehefrau ins Ghetto Theresienstadt verschleppt. Beide überlebten das Ghetto und kehrten nach der Befreiung nach Berlin zurück. Er starb 1951 im Behring-Krankenhaus in Zehlendorf an Arterienverkalkung. Zuletzt lebte er an der Spanischen Allee 166.StA Zehlendorf von Berlin, Sterbeurkunde Nr. 225/1951
Familie 1901 heiratete er in Charlottenburg die Kaufmannstochter Minnie Landes (1873–1919) aus New York. Aus der Ehe entsprangen die Kinder Harry und Evelyn. Harry wurde Schauspieler und Evelyn Schriftstellerin.
Nach dem Tod seiner Ehefrau heiratete er 1920 in Berlin-Schöneberg die 29-jährige Kaufmannstochter Fabienne Heymann.
Filmografie (als Regisseur und/oder Drehbuchautor) 1914: Ihr Unteroffizier 1914: Vater und Sohn 1915: Amor im Quartier 1915: Die kleine Heldin (nur Regie) 1915: Der Majoratserbe (nur Regie) 1915: Teddys Geburtstagsgeschenk (Regie, Produktion) 1915: Teddys Frühlingsfahrt (Regie, Produktion) 1916: Teddy züchtet Notkartoffeln (Regie, Produktion) 1916: Die Bettlerin von St. Marien 1916: Teddy und die Hutmacherin (Regie, Produktion) 1916: Teddy’s Badeabenteuer (Regie, Produktion) 1917: Das Doppelgesicht (Regie) 1917: Der Ring der Giuditta Foscari 1917: Die Krone von Kerkyra (nur Drehbuch) 1917: Das Glück der schönen Creszenz 1917: Er muß sie haben 1917: Das schwindende Herz 1917: Das verlorene Paradies (Beteiligung unsicher) 1917: Das Geschlecht der Schelme, 1. Teil 1917: Das Edelfräulein 1918: Die Serenyi 1918: Die Rose von Dschiandur 1918: Das Geschlecht der Schelme, 2. Teil 1918: Am anderen Ufer als H.Fredal 1918: Am Scheidewege (nur Regie) als H.Fredal 1918: Frau Marias Erlebnis 1918: Halkas Gelöbnis 1918: Eine junge Dame von Welt 1918: Die Dreizehn (nur Regie) 1918: Jadwiga (nur Drehbuch) 1918: Das Frühlingslied 1918: Die Nonne und der Harlekin 1919: Das Werkzeug des Cosimo 1919: Rose Bernd 1919: Die Tochter des Mehemed 1919: Margarete. Die Geschichte einer Gefallenen (nur Drehbuch) 1919: Pogrom 1919: Die Sühne der Martha Marx 1919: Die Fahrt ins Blaue (nur Drehbuch) 1919: Eugen Onegin 1919: Der goldene Klub 1919: Lucas, Kapitel 15 1919: Die kleine Staszewska 1919: Die Peruanerin 1920: Der galante König – August der Starke 1920: Die goldene Krone 1920: Die letzten Kolczaks (nur Regie) 1920: Die Marchesa d’Armiani 1921: Aus dem Schwarzbuch eines Polizeikommissars, 2. Teil: Verbrechen aus Leidenschaft 1921: Das zweite Leben 1921: Die kleine Dagmar 1921: Der Schwur des Peter Hergatz 1922: Die Dame und der Landstreicher 1922: Marquise von Pompadour 1922: Das Weib auf dem Panther (nur Regie) 1923: Freund Ripp (nur Regie) 1923: S.O.S. Die Insel der Tränen (nur Schauspieler) 1924: Auf Befehl der Pompadour (nur Drehbuch) 1924: Geknechtete Seelen 1925: Finale der Liebe (nur Drehbuch) 1925: Der Mann auf dem Kometen 1926: Familie Schimek 1926: Försterchristl (nur Drehbuch) 1926: Im weißen Rößl (nur Drehbuch) 1926: Als ich wiederkam (nur Drehbuch) 1926: Wien, wie es weint und lacht (nur Drehbuch) 1926: Vater werden ist nicht schwer 1926: Der Mann seiner Frau (nur Drehbuch) 1927: Was die Kinder ihren Eltern verschweigen 1927: Wie heirate ich meinen Chef? (nur Drehbuch) 1927: Das Fräulein von Kasse 12 (nur Drehbuch) 1928: Die schönste Frau von Paris (nur Drehbuch) 1928: Villa Falconieri (nur Drehbuch) 1928: Das Girl von der Revue (Idee) 1929: Wer wird denn weinen, wenn man auseinandergeht (nur Drehbuch) 1929: Liebe im Schnee (nur Drehbuch) 1930: Dolly macht Karriere (nur Drehbuch) 1930: Das Mädel aus U.S.A. (Idee) 1932: Kreuzer Emden (nur Drehbuch) 1933: Kaiserwalzer (nur Drehbuch) 1933: Es war einmal ein Musikus (nur Drehbuch)
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Dritter Band F – H. Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 496 f.
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Einzelnachweise
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