Eisschildmodelle verwenden numerische Methoden, um die Evolution, Dynamik und Thermodynamik von Eisschilden wie z. B. dem grönländischen Eisschild, dem antarktischen Eisschild oder den großen Eisschilden der Nordhemisphäre während der letzten Eiszeit zu simulieren. Typische Anwendungsbeispiele sind Studien der Vereisung der Erde während vergangener Klimazyklen sowie Projektionen des Rückzugs der Eisschilde unter Bedingungen der globalen Erwärmung.
Funktionsprinzip Eisschildmodelle berechnen, wie das Gletschereis in den großen Eisschilden der Erde unter Einfluss verschiedener Faktoren an Masse gewinnt oder verliert. Die Modelle berücksichtigen dabei viele Faktoren, wie die Akkumulation durch Schneefall, die Ablation durch Schmelze, die Strömungsgeschwindigkeiten und die Geometrie des Eisschildes, die Temperaturverteilung im Eis, das Schmelzen an der Oberfläche und an der Basis, das Kalben ins Meer, die Beeinflussung durch den Ozean an den Rändern, z. B. an den Auslassgletschern.
Siehe auch Klimamodelle
Eisschildmodelle im Internet CISM - Community Ice Sheet Model, wird als Landeiskomponente des Community Climate System Model (CCSM) entwickelt. Elmer/Ice, ein Finite-Elemente-Modell mit speziellen Modulen für Full-Stokes-Dynamik (d. h., es werden keine Spannungskomponenten vernachlässigt). ISSM - Ice Sheet System Model, ein parallelisiertes, auf Finiten Elementen basierendes Eisschildmodell. PISM - Parallel Ice Sheet Model, welches Schelfeise und Eisströme beinhaltet. SICOPOLIS - SImulation COde for POLythermal Ice Sheets, ein dreidimensionales Eisschildmodell, das polytherme Bedingungen (Koexistenz von Eis auf dem Druckschmelzpunkt und unter dem Druckschmelzpunkt in verschiedenen Teilen eines Eisschilds) berücksichtigt.
Weblinks ISMIP - Ice Sheet Model Intercomparison Project
Einzelnachweise
Kategorie:Glaziologie Kategorie:Klimatologie