mini|Kreis Niafunké vor 2023 Niafunké ist der Name eines Kreises (franz. cercle de Niafunké) in der Region Timbuktu. Verwaltungssitz des Kreises ist der Ort Niafunké.

Geschichte In der Kolonialzeit war der Kreis auch unter dem Namen Cercle de Issa Ber bekannt. Er wurde durch eine Verordnung am 14. Februar 1905 errichtet und diente als Verwaltungsbezirk in Französisch-Westafrika. In unterschiedlichen Konstellationen bestand er bis zu Unabhängigkeit fort.

Der Kreis Niafunké war einer der 24 Kreise der Sudanesischen Republik, die im Juni 1960 im Zuge der Unabhängigkeits Malis gebildet wurden. Er wurde zusammen mit den Kreisen Mopti, Bandiagara, Douentza und Ténenkou in der Region Mopti errichtet. In einer Situationsfeststellung des Innenministeriums 1961 war der Kreis in drei Bezirke gegliedert: Bezirk N'Gorkou und die beiden Bezirk Léré und Bezirk Soumpi. Mit diesem Typ der Verwaltungsgliederung wurden die sozioökonomischen Realitäten der Bevölkerung berücksichtigt. Im Verlauf des Jahr 1961 wurden weitere Bezirke eingerichtet oder umgegliedert, so dass im Juli auch die vorher dem Kreis Douentza zugeordneten Bezirke Banikané, Sah, Saraféré und Youvarou unter dem Kreis Niafunke geführt wurden.

1977 wurde der Kreis Niafunké aus der Region Mopti ausgegliedert und als Teil der neuen Region Timbuktu etabliert. Zu diesem Zeitpunkt umfasste der Kreis die sieben Bezirke Zentralbezirk Niafunke, Banikane, Koumaïra, Léré, N'Gorkou, Saraféré und Soumpi. Die Bezirke Youvarou und Sah sind dabei ausgegliedert worden und verblieben als neuer Kreis Youvarou in der Region Mopti.

Zum Zeitpunkt der Kommunalreform von 1999 wurden die Bezirke aufgelöst und die Kreise in Gemeinden gegliedert. Der Kreis Niafunke umfasste acht : Banikane Narhawa, Dianké, Fittouga, Koumaïra, Léré, N'Gorkou, Soboundou und Soumpi. Anmerkung: Die Gemeinde Tittouga im Kreis Niafunke ist falsch geschrieben. Der korrekte Name lautet Fittouga.

Spätestens seit 2012 ist die Region direkt vom Krieg in Mali betroffen.

Im Zuge der Verwaltungsreform von 2023 wurde der Kreis auf zwei Gemeinden reduziert: Soboundou und Soumpi. Er verlor wie alle Kreise seinen Status als Gebietskörperschaft und behielt nur den Status eines Verwaltungsbezirks unter der Leitung eines Präfekten.

6 Gemeinden wurden aus dem Kreis ausgegliedert und bilden neue Kreise in der Region Timbuktu: Die vier Gemeinden Banikané Narhawa, Fittouga, N'Gorkou und Koumaïra bilden den neuen Kreis Saraféré, Kreis 7 in der Region Timbuktu. Die beiden Gemeinden Léré und Dianké bilden den neuen Kreis Léré, Kreis 9 in der Region Timbuktu.

Gliederung Seit der Verwaltungsreform 2023 ist der Kreis Nummer 0604 in 2 Bezirke, 2 Gemeinden und 86 Dörfer, Ortsteile oder Stadtviertel (VFQ, franz.: villages, fractions oder quartiers) unterteilt.

+ Bezirke und Gemeinden im Kreis NiafunkéCode BezirkBezirke Code Gemeinde Gemeinde Hauptort VFQ FlächeODHD Mali, Profil socioéconomique des 703 communes du Mali, Annexe 1 p.158, 2021(km2)060401Zentralbezirk Niafunké 06040101 Soboundou Niafunké 51 1.402060402Bezirk Soumpi 06040201 Soumpi Soumpi 35 1.460

Bevölkerungszahlen Die Einwohnerzahl betrug beim Zensus 2009 184.285 Einwohner. (PDF-Datei; 815 kB) Umgerechnet auf die neue Verwaltungsgliederung im Jahr 2023 entspricht dies 57.373 Einwohner.

Im Jahr 2023 wurden 62.525 Einwohner erfasst.

Einzelnachweise

Kategorie:Landkreis in Mali Kategorie:Region Timbuktu