rechts|miniatur|Kreis Timbuktu vor 2023Timbuktu ist der Name eines Kreises (franz. cercle de Tombouctou) in der gleichnamigen Region Timbuktu. Der Verwaltungssitz des Kreises, der Region und des gleichnamigen Zentralbezirks ist die Stadt Timbuktu.
Geschichte In der Kolonialzeit wurde der Kreis kurz nach der Eroberung der Stadt Timbuktu 1894 errichtet und diente als Verwaltungsbezirk in Französisch-Westafrika. In unterschiedlichen Konstellationen bestand er bis zu Unabhängigkeit fort.
Der Kreis Timbuktu war einer der 24 Kreise der Sudanesischen Republik, die im Juni 1960 im Zuge der Unabhängigkeits Malis gebildet wurden. Er wurde zusammen mit den Kreisen Gao und Goundam in der Region Gao errichtet. In einer Situationsfeststellung des Innenministeriums 1961 umfasste der Kreis die Gemeinde Timbuktu, die eingeschränkten Selbstverwaltungsrechten besaß (franz. commune de moyen exercice) und er war untergliedert in die drei Bezirk Taoudéni, Bezirk Araouane und Bezirk Inakouder. Mit dem Typ AN in der Verwaltungsgliederung wurden die sozioökonomischen Realitäten der Bevölkerung berücksichtigt.
1977 wurde der Kreis Timbuktu aus der Region Gao ausgegliedert und als Teil der neuen Region Timbuktu etabliert. Zu diesem Zeitpunkt umfasste der Kreis die Gemeinde Timbuktu und die sieben Bezirke Zentralbezirk Timbuktu, Aglal, Ber, Bourem-Inaly und Tin-Aguelhaj (Tangoutranat).
Zum Zeitpunkt der Kommunalreform von 1999 wurden die Bezirke aufgelöst und die Kreise in Gemeinden gegliedert. Der Kreis Timbuktu umfasste sechs Gemeinden: Timbuktu, Alafia, Ber, Bourem Inaly, Lafia und Salam.
Mit dem Ziel einer stärkeren Dezentralisierung wurde 2012 wurde die weitergehende Aufteilung auf 19 Regionen beschlossen. Die Gemeinde Salam sollte dabei aus dem Kreis Timbuktu ausgegliedert werden, um die neue Region Taoudénit zu schaffen. Die Siedlungen sollten auf neue Kreise verteilt werden. Sie sollten vorwiegend dem Kreis Araouane zugeordnet werden. Aufgrund von Unruhen im Norden wurde die Reform auf Verwaltungsebene erst 2016 durch die UN Mission MINUSMA angestoßen, MINUSMA, 28. März 2016 (siehe II. 4.).. Die neuen Gebietskörperschaften für die neuen Regionen wurden schließlich 2018 gesetzlich verankert.
Im Zuge der Verwaltungsreform 2023 wurden eine weitere Gemeinde aus dem Kreis Timbuktu ausgegliedert: Das Gebiet der Gemeinde Ber bildet den neuen Kreis Ber, Kreis 12 der Region Timbuktu.
Gliederung Seit der Verwaltungsreform 2023 ist der Kreis Nummer 0601 in 3 Bezirke, 4 Gemeinden und 74 Dörfer, Ortsteile oder Stadtviertel (VFQ, franz.: villages, fractions oder quartiers) unterteilt.
+Bezirke und Gemeinden im Kreis TimbuktuCodeBezirkBezirke CodeGemeinde Gemeinde Hauptort VFQ060101Zentralbezirk Timbuktu 06010101 Alafia Toya 27 06010102 Timbuktu Timbuktu 8060102Bezirk Aglal 06010201 Lafia Aglal 28060103Bezirk Bourem Inaly 06010301 Bourem Inaly Bourem Inaly 11
Bevölkerungszahlen Die Einwohnerzahl betrug beim Zensus 2009 124.546 Einwohner. (PDF-Datei; 815 kB) Umgerechnet auf die neue Verwaltungsgliederung im Jahr 2023 entspricht dies 86.899 Einwohner.
Im Jahr 2023 wurden 147.901 Einwohner erfasst.
Einzelnachweise
Kategorie:Landkreis in Mali Kategorie:Region Timbuktu