mini|Die Westerkirche im 17. Jahrhundert mini|Grundriss mini|Turm der Westerkerk in Enkhuizen mini|Innenansicht der Westerkerk mini|Innenansicht mit Orgel nach Westen Die Wester- oder Sint Gommaruskerk ist eine Kulturkirche in der niederländischen Stadt Enkhuizen aus dem 15. Jahrhundert. Das Gotteshaus ist seit dem Jahr 1966 als Rijksmonument eingestuftRijksdienst voor het Cultureel Erfgoed und wurde in eine Stiftung überführt.Stichting de Westerkerk Auch der freistehende Glockenturm ist als Rijksmonument denkmalgeschützt.Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed

Geschichte Die Westerkerk wurde um 1470 als dreischiffige Kirche (hallenkerk) gebaut. Bis zur Reformation war die Kirche eine dem heiligen Gummarus von Lier geweihte Kirche. Nach der Reformation, die in Enkhuizen 1572 vollzogen wurde, übernahm die Nederduitse Gereformeerde Kerk die Kirche. Fortan hieß sie „Westerkerk“. Bis in die 1990er Jahre war sie die Sommerkirche der Niederländisch-Reformierten Kirche (Nederlands Hervormde Kerk) in Enkhuizen. Heute dient sie als Kulturzentrum und zählt zu den Top 100 der niederländischen Kulturdenkmäler.

Architektur Die Westerkerk ist dreischiffige Hallenkirche errichtet, wobei die Differenzierung in ein fünfjochiges Langhaus, Querhaus und Chor am Außenbau lediglich durch die Polygonbildung der Chorfassade, im einheitlich wirkenden Innenraum durch die Rhythmisierung der Arkaden angedeutet ist. Die Schiffe sind durch Holztonnengewölbe gedeckt, die mit den drei parallel verlaufenden Satteldächern verzimmert sind. Der Chorfassade vorgesetzt ist das ursprünglich freistehende Glockenhaus, dekoriert mit einer Supraposition klassischer Säulenordnungen, südlich anschließend eine Portalvorhalle mit Ziergiebel in Formen der niederländischen Renaissance, auf der Südseite eine weitere Portalvorhalle mit angebauter Bibliothek. Zur reformatorischen Ausstattung der Kirche gehören der Predigtstuhl und die Chorschranke.

Glockenhaus und Glocken Die hölzerne Glockenhaus mit dem Glockenstuhl entstand 1509. Am Chorbereich wurde noch um die Mitte des 16. Jahrhunderts gebaut. Ein eigentlicher Turm war ursprünglich an der Westseite der Kirche geplant, wurde aber nie realisiert. Die von Geert van Wou gegossene Glocke aus dem Jahr 1509 mit dem Namen „Salvator“ war zu schwer für diesen Holzkern und wurde auf den Zuider-Turm (auch Sint-Pancras-Turm genannt) verlegt. Eine kleinere Glocke aus dem mittelalterlichen Glockenspiel der Zuidertoren wurde an ihrer Stelle aufgehängt, aber später als Stundenschlag in die Drommedaris verlegt. Heute hängt die Läuteglocke von Geert van Wou in der Versammlungskirche (Ontmoetingskerk) in der Klopperstraat. In das Glockenhaus wurde eine Läuteglocke aus der Enkhuizen-Gießerei von Anthony Wilkes gehängt. Noch heute vorhanden, zusammen mit einem unsignierten kleineren, der die halben Stunden anzeigt.

Orgel mini|hochkant|Orgel Das prächtige Orgelgehäuse stammt aus dem Jahr 1549 und wurde wahrscheinlich von dem Orgelbauer Hendrik Niehoff und dem Schreiner Adriaan Schalcken und seinem Sohn Jan gebaut. Das Instrument verfügte über drei Manuale und Pedal und war vermutlich ähnlich disponiert wie die Orgel, die Niehoff 1539–1545 in der Amsterdamer Oude Kerk baute. Die heutigen Prospektpfeifen stammen von Roelof und seinem Sohn Johannes Duyschot, die 1679–1683 unter Verwendung von viel altem Pfeifenmaterial von Niehoff ein neues Werk im alten Gehäuse schufen, das 1899 von Steenkuyl und Recourt ersetzt wurde. 2003 wurde das Instrument von Flentrop Orgelbouw (Zaandam) zerlegt. 2010–2011 folgte die Restaurierung des Gehäuses zusammen mit den 111 Duyschot-Prospektpfeifen durch dieselbe Firma. Im historischen Gehäuse wird seit 2021 an einem neuen und passenderen Orgelwerk gearbeitet. Das Innenwerk von Steenkuyl und Recourt von 1899 erhielt einen anderen Bestimmungsort auf der ehemaligen Insel Urk, wo die Orgelmakerij Boogaard damit eine neue Orgel baute.

Im Jahr 2018 wurden drei niederländische Orgelbauer in einer Ausschreibung aufgefordert, einen Plan für eine neue Orgel im alten Niehoff-Schalcken-Gehäuse unter Verwendung der Duyschot-Prospektpfeifen zu erstellen. Ausgewählt wurde der Entwurf der Firma Verschueren Orgelbouw aus Ittervoort. In einem ersten Bauabschnitt wurde das Oberwerk mit Traktur, Klaviaturen und Balg erstellt und von Ton Koopman am 16. Oktober 2021, am 400. Todestag von Jan Pieterszoon Sweelinck, mit einem Konzert in Gebrauch genommen. Das Hauptwerk und Pedalwerk wurden 2024 fertiggestellt.Das Orgelprojekt auf der Website der Westerkerk, abgerufen am 2. Juli 2024.

Disposition der Duyschot-Verschueren-Orgel: I Rugpositief CDE–d3Prestant 8′Quintadeen 8′Oktaaf 4′Roerfluit 4′Oktaaff 2′Sifflet ′Sexquialter IIMixtuur III–IVKromhoorn 8′ II Hoofdwerk C–d3Prestant 16′Oktaaf 8′Holpijp 8′Oktaaff 4′Superoktaaf 2′Ruispijp II–IVMixtuur III–IV *)Scherp III III Bovenwerk C–d3 Prestant 8′ Roerfluit 8′ Viola da Gamba 8′ Oktaaf 4′ Open fluit 4′ Nasard ″ Gemshoorn 2′ Sifflet 1′ Mixtuur IV Cornet IV Trompet 8′ Vox Humana 8′ Pedaal C–d1 Subbas 16′ Oktaaf 8′ Roer-Quint Oktaaf 4′ Bastrompet 16′ Trompet 8′ mechanische Traktur Normalkoppeln Klavierteilung in Bass und Diskant Tremulant Stimmung nach J. H. Lambert Nachtegaal

Weblinks

Website der Westerkerk

Einzelnachweise

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