mini|Werner Wächter Werner Wächter (* 9. Mai 1902 in Erfurt; † August 1946) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und Parteifunktionär.

Leben und Wirken Wächter wurde ab 1908 zehn Jahre in preußischen Kadettenanstalten in Köslin, Oranienstein und Lichterfelde ausgebildet.Willi A. Boelcke (Hrsg.): Kriegspropaganda 1939–1941. Geheime Ministerkonferenzen im Reichspropagandaministerium, 1966, S. 100ff Nach Kriegsende absolvierte Wächter eine kaufmännische Lehre in Berlin und Drewitz.

1922 trat Wächter in SA und die NSDAP ein und wurde Mitbegründer der Ortsgruppe Potsdam.Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 634. 1923 wurde Wächter Vertreter der Firma OLEX Deutsche Benzin und Petroleum GmbH. Zum 5. Oktober 1925 trat er der neugegründeten NSDAP bei (Mitgliedsnummer 20.251).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/46421346 1929 wurde Wächter Gruppenleiter und 1932 Bezirksführer (Bezirk Westen des Gaus) und Kreisleiter 2 im Gau Berlin. In dieser Eigenschaft wurde er einer der engsten Mitarbeiter des Berliner Gauleiters Joseph Goebbels, als dessen „rechte Hand“ er galt. Bei der Reichstagswahl vom Juli 1932 wurde Wächter als Kandidat der NSDAP für den Wahlkreis 3 (Potsdam II) in den Reichstag gewählt, dem er zunächst bis zum November desselben Jahres angehörte. Im November 1933 kehrte er für seinen alten Wahlkreis in den nationalsozialistischen Reichstag zurück, dem er diesmal ohne Unterbrechung bis zum Mai 1945 angehörte.

Nach 1933 wurde Wächter Gaupropagandaleiter im Gau Berlin und Landesstellenleiter des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. In der Reichspogromnacht 1938 führte er die Zerstörung der Berliner Synagoge Fasanenstraße an.Götz Aly: Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945. Frankfurt am Main: S. Fischer, 2025, S. 463 1939 leitete er in Berlin das Reichspropagandaamt. 1940 übernahm er die Leitung des Amtes I im Ministerium.Karlheinz Schmeer: Die Regie des öffentlichen Lebens im Dritten Reich, 1956, S. 30. 1942 wurde er SA-Gruppenführer und 1943 Chef des Propagandastabes der NSDAP.

Wächter galt nach dem Zweiten Weltkrieg als vermisst und wurde zum 31. Dezember 1950 offiziell für tot erklärt.Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 635.nach Willi A. Boelcke, S. 102, FN 24, wurde Wächter 1945 von den Russen verhaftet. Boelcke kolportiert noch weitere Gerüchte. Angaben aus sowjetischen Archiven nach wurde Wächter, nachdem er im September 1945 von sowjetischen Behörden festgenommen wurde, als hochrangiger NS-Funktionär zum Tode durch Erschießen verurteilt und wahrscheinlich im August 1946 hingerichtet.Andreas Weigelt, Klaus-Dieter Müller, Thomas Schaarschmidt, Mike Schmeitzner (Hrsg.): Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947). Eine historisch-biographische Studie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-36968-5, S. 733.

Literatur

Willi A. Boelcke (Hrsg.): Kriegspropaganda 1939–1941. Geheime Ministerkonferenzen im Reichspropagandaministerium. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1966.

Weblinks

Einzelnachweise

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