Johann Michael Fischer (* 23. September 1717 in Veitshöchheim; † 27. März 1801 in Dillingen an der Donau) war ein deutscher Bildhauer.Lebensbild auf der Homepage der Gemeinde Veitshöchheim, abgerufen am 16. April 2017 Er ist nicht zu verwechseln mit dem bayerischen Architekten Johann Michael Fischer aus Burglengenfeld (1692–1766).
Leben Fischer war Schüler von Johann Wolfgang von der Auwera in Würzburg. Während seiner Wanderschaft lernte er auch die Stuckiertechnik. Er heiratete 1746 die Tochter des 1736 verstorbenen Bildhauers Stephan Luidl (1684–1736) und übernahm 1746 in Dillingen dessen Werkstatt. Er wurde bald zum führenden Bildhauer der Region. Sein künstlerischer Durchbruch war laut Benno Gantner die Ausstattung der Studienkirche der damaligen Jesuiten-Universität Dillingen an der Donau. Er schuf Heiligenfiguren, Altäre, Kanzeln und ganze Innenausstattungen in 53 schwäbischen Kirchen; weltliche Werke sind von ihm nicht bekannt. Die Jesuiten vermittelten ihm auch Aufträge außerhalb von Schwaben. Der Übergang vom Barock zum Klassizismus macht sich in Fischers Figuren bemerkbar. In Oberelchingen haben die Darstellungen von Petrus und Paulus noch den starken Faltenwurf, während die Gewänder von Benedikt und Scholastika „beruhigt“ sind; in Eggelstetten (1789) sind bei der Kirchenpatronin Margarethe alle ausladenden Drapierungen verschwunden.
Seine Grabinschrift überliefert, dass er Mitglied des Stadtrates und der Bürgerwehr in Dillingen an der Donau war.
Werke (Auswahl) mini|Brückenfigur St. Nepomuk, Dillingen Mönchsdeggingen, Klosterkirche, Kreuzaltar, 1747 Steinheim an der Donau bei Dillingen, Heiligkreuzkapelle, Altar, um 1750 Dillingen, Jesuitenkirche (Studienkirche Mariä Himmelfahrt), Altäre und Kanzel, 1755–1760 Kanzelentwurf, Privatbesitz, um 1755–60 Bergen bei Neuburg, Pfarrkirche Heilig-Kreuz, 1758–60 Violau, Wallfahrtskirche St. Michael, Nebenaltäre, um 1760–63 Ingolstadt, St. Maria de Victoria, Hochaltar, um 1763 Pfarrkirche Edelstetten, Gesamtausstattung, um 1765 Schöntal an der Jagst, Klosterkirche, Hochaltar, 2 Seitenaltäre, 1773 Dillingen an der Donau, Brückenfigur St. Nepomuk, bei Donaustraße 1 Steinheim, Pfarrkirche Mariä Reinigung, Hochaltar, 1776–77 Pfarrkirche St. Nikolaus in Oberndorf am Lech, Hochaltar, 1781 ehemalige Benediktinerklosterkirche St. Peter und Paul in Oberelchingen, Altäre, 1774 und 1785–86
Literatur AK Bayerische Rokokoplastik: Vom Entwurf zur Ausführung. München 1985, S. 247. Benno C. Gantner, Friedrich Kaeß: Johann Michael Fischer (1717–1801). Ein Barockbildhauer in Schwaben. München 2001. Franz Xaver Portenlänger: Die barocke Kunsttätigkeit des Klosters Kaisheim. Speyer 1980. Peter Volk: Rokokoplastik. München 1981, S. 95–96.
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