Walter Schmidthässler (* 1. Juli 1864 in Leipzig; † 4. Dezember 1923 in Berlin; eigentlich Walter Schmidt-Hässler) war ein deutscher Schauspieler, Filmregisseur und Drehbuchautor.
Leben Der Sohn eines Papierfabrikanten nahm Schauspielunterricht in Hamburg bei Marie Stolte. Er begann seine Bühnenkarriere in Amsterdam und spielte ab 1885 im Fach des jugendlichen Helden an Theatern in Magdeburg, Dessau, St. Gallen, Budapest, Riga sowie am Hoftheater Meiningen.
In Meiningen wechselte Schmidthässler in das Charakterfach und war Titelfigur in Hamlet, Don Carlos und Richard III., weitere wichtige Figuren stellte er als Shylock in Der Kaufmann von Venedig und Mephisto dar. Auch in Komödien übernahm er tragende Rollen wie Striese in Der Raub der Sabinerinnen und Giesecke in Im weißen Rößl. Er verfasste auch selbst einige Bühnenstücke, darunter das einaktige Schauspiel Herbst (Ua 25. November 1909, Kleines Theater, Berlin).
Für die Deutsche Vitascope GmbH inszenierte er ab 1910 zahlreiche Kurzfilme, bei denen er gelegentlich auch selbst mitwirkte. Er entdeckte mehrere später bekannte Stummfilmstars wie Max Mack, Wanda Treumann, Hans Junkermann, Theodor Loos, Emil Jannings und Hanni Weisse.
mini|Der deutsche Schmied, 1915 1911 gründete er in Berlin die Schmidthässler-Film GmbH, aus der am 5. Februar 1912 die Continental-Kunstfilm GmbH wurde. Schmidthässlers Partner war der Ingenieur Max Rittberger. Die Firma bezog das alte Studio der Deutschen Vitascope in Berlin, Chausseestraße 123. Schmidthässler verließ jedoch die Continental nach wenigen Monaten und kehrte im April 1912 als Regisseur und Autor zur Deutschen Vitascope zurück.
Ab 1915 wirkte er in mehreren Aufführungen des Spiels „Der deutsche Schmied“ im Zirkus Schumann in Berlin mit. In den 20er Jahren beschränkte Schmidthässler sich auf das Schreiben von Drehbüchern.
Filmografie (Auswahl) 1910: Welke Rosen (auch Schauspieler) 1910: König und Page 1911: Knospen 1911: Komtesse und Diener (auch Schauspieler) 1911: Die Ballhaus-Anna 1911: Die Braut des Freundes 1911: Ihr Jugendfreund (auch Schauspieler) 1911: Dienertreue 1911: Vergebens 1911: Der ehrliche Finder (auch Schauspieler) 1911: Besiegte Sieger 1911: Bist du der Weihnachtsmann? 1911: Das Testament des Junggesellen 1911: Der grosse König und sein Kammerhusar (auch Schauspieler) 1911: Ein Frühlingstraum 1911: Mondnachtzauber 1911: Ninon de l'Enclos 1911: Opfer der Liebe 1911: Seemanns Lieb und Leid 1911: Trotziges Blut 1911: Vater und Sohn 1911: Zahn um Zahn 1912: Das Weib ohne Herz (2 Teile) 1912: Der Zug des Herzens 1913: Die Wasser schweigen 1913: Das silberne Kreuz 1913: Draußen vor der Tür 1913: Das goldene Bett (auch Drehbuch) 1913: Die Spur im Schnee 1913: Gräfin Spinarosa tanzt 1914: Ein Kindesherz (auch Drehbuch) 1914: Die Ehe auf Kündigung 1914: Die Toten leben 1914: Das weiße Pferd 1914: Im Schützengraben (auch Drehbuch) 1914: Das Paradies der Damen (nur Drehbuch) 1914: Der Schuß um Mitternacht 1915: Der Hermelinmantel (auch Schauspieler) 1915: Wenn drei dasselbe tun... (auch Drehbuch) 1915: Die rätselhafte Frau 1915: Spinolas letztes Gesicht 1916: Und das Wissen ist der Tod 1916: Die Wunderlampe des Hradschin 1916: Die grüne Phiole (auch Drehbuch) 1916: Der Gürtel der Dollarfürstin 1916: Das Wunder der Madonna 1916: Der Trödler von Prag 1916: Der Handwerksbursche (auch Drehbuch) 1916: In letzter Sekunde (auch Drehbuch) 1916: Der Schloßschrecken 1916: Der verkaufte Schlaf 1916: Wege, die ins Dunkle führen 1916: Das Weisenhauskind 1916: Welker Lorbeer (auch Drehbuch) 1917: John Riew – Ein Mädchenschicksal (auch Drehbuch) 1918: Das EskimobabyNeuere Forscherinnen geben Heinz Schall als Regisseur des Films an. Vgl. Das Eskimobaby. In: Heide Schlüpmann, Karola Gramann (Hrsg.): Asta Nielsen. Band 2: Karola Gramann: Nachtfalter. Asta Nielsen, ihre Filme. 2. Auflage. Verlag Filmarchiv Austria u. a., Wien u. a. 2010, ISBN 978-3-902531-83-4, S. 235. 1918: Die Rose der Wildnis 1918: Edelwild 1918: Das Gift der Medici 1918: Das Land der Sehnsucht 1918: Liebesopfer (auch Drehbuch) 1918: Liebe und Leben, 1. Teil: Die Seele des Kindes 1918: Liebe und Leben, 2. Teil: Die Tochter des Senators 1918: Die Vision (auch Drehbuch und Schauspieler) 1918: Der Wahn ist kurz 1918/19: Kain (4 Teile) 1919: Die Feste des Fürsten von Ferrara 1919: Das Tor der Freiheit 1919: Treu der Jugend (nur Drehbuch und Schauspieler) 1921: Der Held des Tages (nur Drehbuch) 1921: Arme kleine Eva, 2. Teil (nur Drehbuch) 1921: Die Geschwister Barelli (nur Drehbuch) 1921: Die schwarze Schlange (nur Drehbuch) 1922: Die Schneiderkomteß (nur Drehbuch) 1922: Das Geheimnis der Gräfin Herta (nur Drehbuch)
Literatur Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 897, (). Jerzy Maśnicki, Kamil Stepan: Walter Schmidthässler – Regisseur, Autor, Schauspieler. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 28, 1996. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Siebter Band R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 134 f.
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