mini|Blick von der Festung Königstein auf Königstein Königstein (Sächsische Schweiz) (offiziell: Königstein/Sächs. Schw.)Königstein/Sächs. Schw., Stadt auf statistikportal.de; abgerufen am 4. Februar 2026 ist eine Stadt im Südosten Sachsens an der Elbe. Die zum Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gehörige Stadt ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Königstein/Sächs. Schw. Auf der gleichnamigen Anhöhe liegt die Festung Königstein.

Geographie Geographische Lage Die Stadt Königstein liegt zwischen Pirna und der tschechischen Grenze an der Mündung der Biela in die Elbe im Süden des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Deutschland. Hier mitten im Elbsandsteingebirge sind vielfältige landschaftliche Formationen zu beobachten. Die Festung auf dem Königstein steht auf einem Sandsteinfelsen oberhalb des Elbtals. Die durch Bäche und Flüsse herausgespülten Täler lassen, wie überall in der Region, bizarre Hang- und Felslandschaften entstehen. Das bei Leupoldishain gelegene größte Moor der Sächsischen Schweiz wurde 1870 entwässert und ist anhand der typischen Restvegetation noch feststellbar.

Die Nikolsdorfer Wände sind neben ihrer geologischen Attraktivität ein beliebtes Klettergebiet. Im Ortsbereich von Pfaffendorf, benachbart zum Pfaffenstein steht eines der Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, die 35 m hohe Nadel der Barbarine, ein geologisches Naturdenkmal, das 1905 erstmals bestiegen wurde. Zahlreiche Funde dokumentieren die Besiedlung seit der Bronzezeit.

Ortsgliederung Nach der sächsischen Gemeindeordnung besteht Königstein nur aus den Ortsteilen Königstein, Pfaffendorf und Leupoldishain. Ebenheit, Elbhäuser, Halbestadt und Hütten sind formell keine Ortsteile, sie werden aber einer gewissen Abgrenzung wegen, aufgrund ihrer von Königstein deutlich räumlich getrennten Lage sowie ihrer Historie als Ortsteile bezeichnet.

Ebenheit

Ebenheit, ein Waldhufendorf, liegt auf auf der gegenüberliegenden Elbseite auf einer ebenso bezeichneten geomorphologischen Flächeneinheit unterhalb des Liliensteins. Bereits 1489 erwähnt, waren die ehemaligen Siedler vermutlich der Fron unterworfene Bauern der ehemals auf der Anhöhe angesiedelten Burg. Heute noch vorhanden sind zwei Wohn-Stall-Behausungen aus den Jahren 1747 und 1824, wie noch an den Eingangssteinen zu erkennen ist.

Halbestadt mini|Blick von der Festung Königstein über die Elbe auf Halbestadt, die auf der Hochebene darüber liegenden wenigen Häuser von Ebenheit und den Lilienstein

Halbestadt, ebenfalls rechtselbisch gelegen, entstand im 15. Jahrhundert um ein dem Königsteiner Kloster zugehöriges Vorwerk. Hier, am sogenannten Napoleonsteig zum Lilienstein aus den Befreiungskriegen findet sich noch ein für die Region typisches Umgebindehaus. Die Stadt Königstein hatte das umliegende fruchtbare Gelände per Kauf 1550 in ihren Besitz gebracht. Im Zuge der Elbregulierungen 1864 bis 1865 entstand ein kleiner Flusshafen. Zwischen Halbestadt und dem gegenüberliegenden Stadtzentrum verkehrt eine Elbfähre.

Hütten

Der im Bielatal unterhalb der Festung Königstein gelegene Ortsteil wurde erstmals 1445 als Hüttensiedlung erwähnt. Der Name weist auf mehrere Eisenhämmer (mittlerer und unterer Reichhammer, Greifenhammer) hin, in denen Eisen verhüttet wurde. Dieses war in kleinen Mengen als Roteisenstein im Sandstein selbst enthalten, der Großteil wurde aber mit Fuhrwerken aus den Eisenerzgruben um Berggießhübel an die Biela transportiert. Im oberen Bielatal kann in Brausenstein ein rekonstruierter mittelalterlicher Hochofen besichtigt werden. In diesem Zusammenhang wird in der Region auch vom Pirnisch Eisen bzw. der Pirnaer Eisengusskunst gesprochen. Aus einer der Hammerhütten ging im 16. Jahrhundert eine Papiermühle hervor, die sich später unter Hugo von Hoesch zu einer angesehenen Papierfabrik entwickelte. Dabei ist das hier produzierte Papier keineswegs gewöhnlich. Seit dem Ersten Weltkrieg wurde hier Banknotenpapier, später auch Dokumentenpapier für Reisepässe, Personalausweise und andere Grenzübertrittsdokumente hergestellt. Heute werden ausschließlich Banknoten-, Scheck-, Pass- und Werttitelpapiere hergestellt, die ausgesprochen fälschungssicher sein sollen. Hinter der Papierfabrik befand sich eine bis ins frühe 20. Jahrhundert betriebene Kaltwasserheilanstalt Bad Königsbrunn, ein Sommersitz des sächsischen Königshauses. Vom Königsteiner Bahnhof aus verkehrte 1901 eine der ersten O-Bus-Linien der Welt nach Hütten. Die von Max Schiemann konzipierte Strecke, die sogenannte Bielatalbahn, wurde aber bereits 1904 stillgelegt und nach Wurzen verlegt. mini|Blick von der Festung Königstein in das Bielatal mit dem Ortsteil Hütten sowie auf den Quirl

Leupoldishain

Das im Zuge der Ostkolonisation gegründete Waldhufendorf wurde erstmals 1379 als Leuchtholdshayn erwähnt. Der 1904 angegliederte Ortsteil Nikolsdorf, ebenfalls ein Waldhufendorf, wurde im gleichen Jahr als Niklasdorff erwähnt. Leupoldishain befindet sich auf der sogenannten Struppener Ebenheit etwa 3 km westlich von Königstein. Für die Entwicklung des Dorfes war bis in die jüngere Vergangenheit die Landwirtschaft prägend. Davon zeugen noch heute einige gut erhaltene Bauernhöfe. Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich zudem der Tourismus. In den 1950er Jahren wurde im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes sogar eine Naturbühne mit 1.100 Sitzplätzen errichtet. Dem aufstrebenden Fremdenverkehr setzte allerdings der Uranbergbau eine Grenze. 1963 wurde in Leupoldishain eine von der SDAG Wismut erkundete Uranerzlagerstätte aufgeschlossen. Aus dieser wurden bis 1990 etwa 18.000 t Uran gewonnen. Dabei wurde auch die Naturbühne dem Bergbau geopfert. Zeitweise arbeiteten über 2.300 Menschen im Leupoldishainer Bergwerk. Die Sanierung des 1990 stillgelegten Bergwerkes (heute Wismut GmbH Niederlassung Königstein) ist unter Tage abgeschlossen, die Flächensanierung über Tage wird voraussichtlich noch bis zum Jahr 2026 andauern. Konkrete Nachnutzungspläne für das über 80 ha große Hauptbetriebsgelände liegen noch nicht vor. Favorisiert wird eine künftige gewerbliche Nutzung bzw. die Etablierung touristischer Angebote.

Pfaffendorf mini|Blick vom Pfaffenstein auf Pfaffendorf und den Lilienstein

Das 1437 erstmals als Pfaffindorff erwähnte Waldhufendorf befindet sich unterhalb des Pfaffensteins in einer flachen zur Biela hin abfallenden Mulde. Der Name leitet sich vom früheren Lehnsherren, dem Pfaffen von Königstein ab, an den die Bewohner Zinszahlungen zu leisten hatten. Durch Pfaffendorf verlief früher ein Strang der sogenannten „Alten Tetschener Straße“, die als Handelsweg das Elbtal über Kleingießhübel mit Děčín (Tetschen) verband. Den Höhenunterschied zwischen Königstein und Pfaffendorf überwand die Straße mit wenigen steilen Serpentinen. Die wirtschaftliche Prägung erfolgte bis ins 19. Jahrhundert hinein durch die Landwirtschaft. 1755 befanden sich in Pfaffendorf acht Güter. Darüber hinaus war der Ort wirtschaftlich von jeher eng an Königstein gebunden. Zahlreiche Einwohner Pfaffendorfs arbeiteten zum Beispiel als Sandsteinbrecher, Schiffer oder Hammerwerksarbeiter im Elb- und Bielatal. Der Wandel vom Bauerndorf zum Touristenort vollzog sich nach dem Ersten Weltkrieg. 1938 übernachteten 193 Gäste im Ort. Bis 2010 hatte Pfaffendorf den Status eines staatlich anerkannten Erholungsortes und ist wegen seiner Nähe zum Pfaffenstein und der zahlreichen gut erhaltenen Dreiseithöfe auch heute noch ein beliebter Ausflugs- und Ferienort.

Geschichte

Königstein wurde 1379 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort trägt seinen Namen von der den böhmischen Königen gehörigen Burg (1241 „in lapide regis“ – [lat.] auf dem Stein des Königs), die von hier aus das Elbtal oberhalb Pirnas kontrollierten.

1901 nahm zwischen Königstein und Hütten die Bielatalbahn als einer der ersten Oberleitungsbusbetriebe der Welt den Verkehr auf. Der Betrieb wurde jedoch schon drei Jahre später wieder eingestellt.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Naturfreundehaus Halbestadt 13 enteignet und zu einem frühen Konzentrationslager, dem KZ-Außenlager Königstein, umgewandelt, in dem 70 bis 100 politische NS-Gegner aus Pirna und umliegenden Orten interniert und misshandelt wurden. Zu DDR-Zeiten wurde das Haus Jugendherberge und trug den Namen Julius Fučíks. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von November 1944 bis April 1945 wurde das Außenlager Königstein des KZ Flossenbürg errichtet: ein Lager an der Eselswiese mit 1.000 Häftlingen, sowie ein wesentlich größeres Lager im Wald Milchweg/Schwarzer Weg zwischen Thürmsdorf und Leupoldishain, von dem aus Häftlinge im Ortsteil Weißig-Strand unterirdische Stollen für die Braunkohle Benzin AG (BRABAG) zur Benzinherstellung unter dem Decknamen Schwalbe II bauen mussten, wozu später Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter anderer Nationen hinzukamen. Ein weiteres Kommando mit 250 Häftlingen schuftete in Porschdorf im Polenztal.

Von 1961 bis 1990 gab es einen bedeutenden Abbau von Uran durch die SDAG Wismut.

2002 war die Stadt vom Jahrhunderthochwasser der Elbe schwer betroffen.

Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl Wohngebäude 1300 250geschätzt nach überlieferten Hauszahlen aus dem 16. Jahrhundert, vgl. BLASCHKE 2003 1445 29 Haus- und Grundbesitzer (etwa 200 Einwohnern) 1501 35 Haus- und Grundbesitzer (etwa 240 Einwohnern) 1550 341 Einwohnererrechnet nach Steuerlisten, vgl. BLASCHKE 2003 1779 271 Wohnparteien mit 667 Einwohnern über 10 Jahre 1801 1077 1815 1364 1834 2349 248 Häuser (ohne Festung, mit Halbestadt, Ebenheit, Hütten und Strand),in der Stadt selbst wahrscheinlich 165 Häuser mit 1.673 Einwohnern 1871 3261 1890 3988 1900 4274 1910 4082 1925 3745 1939 4598 1946 5139 1950 5160 1964 4806 Jahr Einwohnerzahl Wohngebäude Wohnungen 1990 2989 1995 3000 1998 3256 661 1.664 2000 3065 2005 2847 680 1.673 2010 2284 2015 2122 2020 2104 Zusammenstellung nach BLASCHKE 2003, Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1957, Mittelschule Königstein 2004, SCHIFFNER 1840 und Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen, ab 1990: Stand zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Eingemeindungen 1933: Eingemeindung von HüttenHütten im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen 1. März 1994: Eingemeindung von PfaffendorfGemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt 1. Januar 1999: Eingemeindung von LeupoldishainStBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999

Gedenkstätten FIR-Gedenkstein am Naturfreundehaus Halbestadt 13 für den NS-Gegner Fritz Gumpert, der hier 1933 ermordet wurde Mahnmal von 1977 neben dem ehemaligen Amtsgericht an der Pirnaer Straße zur Erinnerung an die umgekommenen Häftlinge der KZ-Außenlager Gedenktafel an der Pforte der Festung Königstein, die über das Kriegsgefangenenlager Oflag (Offizierslager) IV B sowie seine Befreiung durch die Rote Armee informierte; sie wurde nach 1990 entfernt.

Wappen

mini|Wappentafel über den Eingang der Stadtkirche St. Marien: Oberes Wappen: Das Kursächsisches Wappen, welches nach der Übernahme der Herrschaft durch die Wettiner (Kurfürsten von Sachsen) angebracht wurde und die Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Sachsen symbolisiert (gekreuzte Kurschwerter und der Rautenkranz auf Schwarz-Gold). Unteres Wappen: Der doppelschwänzige, böhmische Löwe, der an die böhmische Geschichte der Stadt und der Burg Königstein erinnert, die bis 1404 unter böhmischer Herrschaft standen. Die Hand: Die Schwurhand, die der Löwe in seinen Vorderpranken hält, deutet auf die Gerichtsbarkeit hin, die dem Ort Königstein verliehen wurde (meist die niedere Gerichtsbarkeit), und ist eine Erinnerung an die Verhängung von Körperstrafen oder die Eidesleistung.

Politik Stadtrat

Seit der Stadtratswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 14 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: Freie Wähler Königstein (FW): 5 Sitze CDU: 3 Sitze