mini|Fischereikennzeichen für Hetlingen Das Fischereikennzeichen ist ein vorgeschriebenes Kennzeichen am Bug von Seefischerschiffen. Das Kennzeichen besteht aus einer Buchstabenfolge, die den Heimathafen bezeichnet, gefolgt von einer Registriernummer ().
Allgemeines Historisch bedingt sind zwei Buchstabensysteme zu unterscheiden: ein älteres System aus zwei Buchstaben (ab 1884); es betrifft Fahrzeuge der Hochseefischerei in der Nordsee aus den westlichen Bundesländern ein jüngeres System aus drei oder mehr Buchstaben (ca. ab 1917); es betrifft Fahrzeuge der Küstenfischerei aus den westlichen Bundesländern sowie alle Fahrzeuge aus Mecklenburg-Vorpommern.
Neben dem Fischereikennzeichen können größere Schiffe eine IMO-Nummer und ein Rufzeichen tragen. So führt beispielsweise der Trawler Mark seitlich am Bug das Fischereikennzeichen ROS777, hinten am Deckshaus die Nummer IMO 9690688 und seitlich am Deckshaus das Rufzeichen DKAL2.Gerold Conradi: Kutterregister – ROS777
Zwei Buchstaben mini|Karte des deutschen Küstenmeeres Für Fahrzeuge der Hochseefischerei in der Nordsee (also jenseits des Küstenmeeres) aus den westlichen Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein ist die Buchstabenfolge zweistellig; der erste Buchstabe bezeichnet das Bundesland (früher: Bundesstaat, Provinz oder Regierungsbezirk), der zweite den Heimathafen bzw. eine Unterregion. Rechtsgrundlage ist das Übereinkommen vom 1. Juni 1967 über das Verhalten beim Fischfang im Nordatlantik; BT-Drs. 7/3501 (zuvor: Internationaler Vertrag vom 6. Mai 1882 betreffend die polizeiliche Reglung der Fischerei in der Nordsee außerhalb der Küstengewässer)RGBl. 1884 S. 25 in Verbindung mit Art. 2 Abs. 3 des Zustimmungsgesetzes und ausführenden Landesverordnungen sowie EU-Recht.Art. 8 der i. V. m. Art. 6 der Nachstehende Tabelle umfasst geltende und (grau unterlegt) historische Fischereikennzeichen und folgt in ihrer Anordnung dem Küstenverlauf (von West nach Ost; zur alphabetischen Ordnung kann die Sortierfunktion verwendet werden).
Abkürzung Heimathafen Schiffe2025Fischereiflottenregister der EU (Art. 24 der i. V. m. ) Schiffe1910Statistik des Deutschen Reichs (1914), S. 42 f. Übersicht 25: Deutsche Fischereifahrzeuge, die in der Nordsee außerhalb der Küstengewässer Fischerei betreiben, nach dem Bestande vom 1. Januar der Jahre 1910 bis 1913. N– Niedersachsen: § 2 und Anlage der Niedersächsischen Küstenfischereiordnung (NKüFischO) vom 3. März 2006 14 NZ Borkum NG Greetsiel 5 ND Norddeich NA Accumersiel NH Neuharlingersiel NW Wilhelmshaven NF Fedderwardersiel, Burhaversiel in Butjadingen NB Brake NC Cuxhaven 9 A– Provinz Hannover, Regierungsbezirk Aurich (alt) 165 AR Rhaudermoor (alt) AL Leer (alt) 14 AM Leerort (alt) 1 AT Terborg (Moormerland) (alt) 4 AO Oldersum (alt) AH Ditzum (alt) 4 AE Emden (alt) 101 AX Borkum (alt) ➔ NZ AG Greetsiel (alt) ➔ NG 1 AJ Juist (alt) AV Norden (alt) AY Norddeich (alt) ➔ ND 12 AN Norderney (alt) 9 AQ Neßmersiel (alt) 1 AU Baltrum (alt) 1 AA Westeraccumersiel (alt) ➔ NA 1 AB Bensersiel (alt) 1 AD Langeoog (alt) 1 AZ Neuharlingersiel (alt) ➔ NH 12 AS Spiekeroog (alt) 1 AW Wilhelmshaven (alt) ➔ NW AC Carolinensiel (alt) 1 AF Friedrichsschleuse (alt) O– Oldenburg (alt) 87 OW Wangerooge (alt) 1 OR Rüstringen (Wilhelmshaven) (alt) OV Varel (alt) OE Elsfleth (alt) 33 OB Brake / Unterweser (alt) ➔ NB 45 ON Nordenham (alt) ➔ NF 7 OX Blexen (alt) 0 OO Oldenburg in Holstein (alt) 1 B– Bremen: Verordnung vom 1. Juni 1884, betreffend die Eintragung und Bezeichnung der zur Fischerei in der Nordsee außerhalb der Küstengewässer bestimmten Fahrzeuge 2 129 BX Bremerhaven 2 46 BV Bremen-Vegesack (alt) 40 BB Bremen (alt) 43 H– Hamburg: § 11 der Verordnung zur Durchführung des Hamburgischen Fischerei- und Angelgesetzes (HmbFAnGDVO) vom 4. Juni 2019 3 140 HF Hamburg, Kleine Hochsee- und Küstenfischerei 3 HF Hamburg-Finkenwärder (alt) 107 HH Hamburg (alt) ➔ HF 17 HC Cuxhaven (alt) ➔ NC 16 P– Provinz Hannover, Regierungsbezirk Stade (alt) 92 PC Cranz bis 31. März 1938 (bis PC 21) ➔ HFCuxhaven bis April 1949 ➔ NC 8 PG Geestemünde (alt) ➔ BX 84 L– Provinz Hannover, Regierungsbezirk Lüneburg (alt) 3 LA Altenwärder (alt) ➔ HF LF Finkenwerder (alt) ➔ HF 3 S– Schleswig-Holstein: Landesverordnung über die Registrierung und Kennzeichnung von Fischereifahrzeugen in der Nordsee vom 20. September 1976 78 94 SD Altona (alt) ➔ HF 22 SY Teufelsbrück (alt) ➔ HF SM Mühlenberg (alt) ➔ HF SB Blankenese (alt) ➔ HF 34 SS Wedel (Schulau) SE Elmshorn (einschließlich Seestermühe) SG Glückstadt 20 SD Friedrichskoog (einschließlich Neufeld, Marne) 23 SC Büsum 22 2 SX Helgoland ST Tönning 7 SU Husum (einschließlich Pellworm) 8 SH Husum (alt) ➔ SU SP Pellworm (alt) ➔ SU 1 SA Amrum 3 SW Föhr (Wyk) 6 2 SV Sylt (List, Hörnum, Munkmarsch) SK Keitum (alt) ➔ SV SR Kirkeby auf Rømø (alt) SF Flensburger Förde (Langballigau, Flensburg) SM Schlei (Maasholm, Kappeln, Arnis) 2 SR Eckernförder Förde (Eckernförde) SK Kieler Förde (Strande, Kiel, Laboe, Heikendorf) 5 SH Heiligenhafen (einschließlich Großenbrode) 5 SB Fehmarn (Burgstaaken) SN Neustadt in Holstein (einschließlich Sierksdorf) SO Niendorf (einschließlich Haffkrug) SL Lübeck
Drei oder mehr Buchstaben Für Fahrzeuge der Küstenfischerei aus den westlichen Bundesländern sowie alle Fahrzeuge aus Mecklenburg-Vorpommern ist die Buchstabenfolge drei- oder mehrstellig; zumeist handelt es sich um die Anfangsbuchstaben des Heimathafenortes (Ausnahmen unten kursiv). Rechtsgrundlage ist Art. 3 des Zustimmungsgesetzes zu oben genanntem Übereinkommen in Verbindung mit ausführenden Landesverordnungen: § 15 der Küstenfischereiverordnung (KüFVO) vom 3. Dezember 2018: § 22 der Küstenfischereiverordnung (KüFVO M-V) vom 28. November 2006 Hamburg: § 11 der Verordnung zur Durchführung des Hamburgischen Fischerei- und Angelgesetzes (HmbFAnGDVO) vom 4. Juni 2019Mecklenburg-Vorpommern: § 22 der Küstenfischereiverordnung (KüFVO M-V) vom 28. November 2006Niedersachsen: § 2 und Anlage der Niedersächsischen Küstenfischereiordnung (NKüFischO) vom 3. März 2006Schleswig-Holstein: § 15 der Küstenfischereiverordnung (KüFVO) vom 3. Dezember 2018 sowie EU-Recht. Ein den Ziffern nachgestelltes N steht für Nebenerwerb. Schon früher gab es entsprechende Bestimmungen, beispielsweise in § 42 der preußischen Polizeiverordnung zum Fischereigesetz (Fischerei-Ordnung) vom 29. März 1917.in der Fassung vom 5. Juni 1923, Kreisblatt für den Kreis Anklam S. 70