Haasgang (fränkisch: HoosgangE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 90. Dort folgendermaßen transkribiert: „hōsgang“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage In der Nähe des Dorfes entspringen der Eisengraben und der Hanggraben, beides rechte Zuflüsse des Mettlachbachs. Im Südwesten befinden sich der Geißberg und der Eisengraben, im Südwesten liegt das Waldgebiet Adelmannsdorfer Schlag. Die Kreisstraße AN 9 führt nach Rügland zur AN 17 (1 km nordwestlich) bzw. nach Neubronn (1,3 km südlich).
Gemarkung Die Gemarkung Haasgang liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Weihenzell, teils auf dem Gemeindegebiet von Dietenhofen. Sie hat eine Fläche von 13,868 km² und ist in 1424 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9738,65 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Adelmannsdorf, Höfen, Moratneustetten und Neubronn.
Geschichte Der Ort wurde um 1300 als „Hasegank“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname nimmt wohl Bezug auf einen reichen Hasenbestand in dieser Gegend.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 90. Der Ort gilt aufgrund seiner eher ungünstigen Lage als Spätgründung, die nicht vor dem 10. Jahrhundert stattgefunden hat.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Haasgang 10 Mannschaften verzeichnet: 6 Halbhöfe unterstanden dem Hofkastenamt Ansbach und 2 Halbhöfe dem Vogtamt Unternbibert. Außerdem gab es das Hirtenhaus und ein Schmiedegut, die beide kommunal genutzt wurden. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 1433. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 684.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Haasgang 11 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alleiniger Grundherr war das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1 Hof, 3 Halbhöfe, 4 Güter, 1 Leerhaus; Vogtamt Unternbibert: 2 Höfe). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Schmiede).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 863. Es gab zu dieser Zeit 14 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 519. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.
Im Jahre 1806 kam Haasgang an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Haasgang dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Wernsbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Wernsbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Am 27. Juli 1830 kam es zur Bildung der Gemeinde Haasgang: Haasgang, Moratneustetten und Neubronn wurden von Wernsbach umgemeindet, Adelmannsdorf und Höfen von Weihenzell.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 948.K. Rosenhauer: Der Landkreis Ansbach, S. 11. Die Gemeinde Haasgang war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt). Ab 1862 gehörte sie zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1870 beim Landgericht Ansbach, von 1870 bis 1879 war das Stadt- und Landgericht Ansbach zuständig, seit 1880 ist es das Amtsgericht Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 992 f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 11,514 km². Am 30. Juni 1972 wurde sie im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Haasgang, Moratneustetten und Neubronn wurden nach Weihenzell eingemeindet, Adelmannsdorf und Höfen nach Dietenhofen.
Baudenkmal Steinkreuz, wohl aus dem 15. Jahrhundert, 300 m nordwestlich der Ortschaft auf dem Weg nach Rügland
Bodendenkmäler In der Gemarkung Haasgang gibt es fünf Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Haasgang Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 439 407 434 424 420 430 431 421 408 396 424 376 382 389 355 379 383 356 411 422 397 345 366HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 74 78 83 80 77 67 68 66 Quelle Im Historischen Gemeindeverzeichnis hat die Gemeinde 418 Einwohner.
Ort Haasgang Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2011 2017 2025Einwohner 87 83 105 95 78 86 84 89 73 67 73 97 86 85 81Häuser 14 15 17 16 14 15 14 19 Quelle Günther Roesner: Weihenzell, S. 152.
Religion Haasgang ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Jakob (Weihenzell) gepfarrt, seit 1827 ist die Pfarrei St. Margaretha (Rügland) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Weihenzell Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1300 Kategorie:Gemeindegründung 1830 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach