Die Trichterlinge (Clitocybe) sind eine Gattung der Blätterpilze, die aus hunderten von Arten besteht. Die Unterscheidung ist für Nicht-Experten schwierig und erfordert oft die Analyse mikroskopischer Details. Abgesehen von einigen wenigen, leicht bestimmbaren Arten werden Trichterlinge selten zum Verzehr gesammelt.

Die Typusart ist die Nebelkappe (Clitocybe nebularis).

Merkmale Makroskopische Merkmale Die Trichterlinge umfassen Arten mit kleinen bis sehr großen Fruchtkörpern. Das Farbspektrum reicht von überwiegend weiß über grau bis hin zu fleischrötlichen und -bräunlichen Tönen. Die Hüte haben einen trichterförmig niedergedrückten, aber auch genabelten Habitus. Der Rand ist anfangs eingerollt. Die Oberfläche kann trocken und glatt, feinfilzig, feinschuppig oder bereift ausfallen. Hygrophane Hüte zeigen eine durchscheinende Riefung. An den Unterseiten befinden sich überwiegend schwach bis deutlich herablaufende Lamellen, die sich nicht von der Huttrama ablösen lassen. Die Blätter sind dünn, ungegabelt und engstehend. Die Farbpalette erstreckt sich von weiß über cremefarben bis hin zu grau-bräunlich. Das Sporenpulver ist weiß, creme bis rosalich gefärbt. Der meist zentrale und zylindrische Stiel hat eine feste bis elastische Konsistenz. Er ist kaum brüchig, fleischig-weich, aber nicht knorpelig. Die stets trockene Stielrinde ist kahl, faserig oder bereift. Das untere Stielende ist oft filzig-zottig besetzt, schließt Substrat-Teilchen ein und kann in wurzelartigen Rhizomorphen auslaufen. Das selten verfärbende Fleisch ist weich, jedoch nicht lederig oder zäh.

Ökologie Sie leben saprob, indem sie Bodenabfälle zersetzen.

Phylogenie und Systematik Anhand phylogenetischer Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Trichterlinge polyphyletisch waren. Infolgedessen wurden einige Arten, die zuvor zu den Trichterlingen gezählt wurden, abgespalten und in eigene Gattungen ausgegliedert. Im Jahr 2003 stellte der Mykologe Harri Harmaja 13 Taxa in die Gattung Infundibulicybe. Im Jahr zuvor landeten 3 Taxa in den Gattung Ampulloclitocybe. Weitere Gattungen mit Arten, die ehemals zu Clitocybe gezählt wurden, sind Atractosporocybe, Bonomyces, Clitopaxillus, Hygrophorocybe, Leucocybe, Musumecia, Paralepistopis, Rhizocybe, Singerocybe, Spodocybe oder Trichocybe.

Arten

Für Europa werden rund 50 Arten angegeben beziehungsweise erwartet.Peter Specht & Raphael Rickmann: Trichterlinge in trockenen Habitaten – Teil 2. In: Der Tintling, Nr. 142, 2023, S. 52–60.

Trichterlinge (Clitocybe) in Europa Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Wiesen-Trichterling Clitocybe agrestis Bereifter Anis-Trichterling Clitocybe albofragrans Violettreagierender Trichterling Clitocybe alkaliviolascens Grünerlen-Trichterling Clitocybe alnetorum Schwarzerlen-Trichterling Clitocybe alni-glutinosae Erdigriechender Trichterling Clitocybe amarescens Clitocybe americana Wohlriechender Trichterling Clitocybe anisata Nabelingsartiger Trichterling Clitocybe barbularum Schokoladenbrauner Trichterling Clitocybe cacabus Wachsstieliger Trichterling Clitocybe candicans Zistrosen-Trichterling Clitocybe cistophila Fleischfalber Trichterling Clitocybe diatreta Schlankstieliger Trichterling Clitocybe dionysae Doppelgeruch-Trichterling Clitocybe diosma Kleinsporiger Mehl-Trichterling Clitocybe ditopa Silberwurz-Trichterling Clitocybe dryadicola Eleganter Trichterling Clitocybe elegantula Heide-Trichterling Clitocybe ericetorum Rundsporiger Anis-Trichterling Clitocybe erubescens Fleischbrauner Trichterling Clitocybe eugeniae Clitocybe fennica Wachsbleicher Trichterling Clitocybe festiva Stinkender Almen-Trichterling Clitocybe festivoides Dung-Trichterling Clitocybe fimiphila Stinkender Trichterling Clitocybe foetens Bruchstiel-Trichterling Clitocybe fragilipes Dunkelscheibiger Duft-Trichterling Clitocybe fragrans Clitocybe fragrans var. harmajae Brauner Duft-Trichterling Clitocybe frysica Clitocybe fuscosquamula Modrigriechender Trichterling Clitocybe georgiana Clitocybe gilvaoides Clitocybe gracilis Clitocybe graminicola Clitocybe harperi Rosa Trichterling Clitocybe houghtonii Clitocybe incilis Hohlstiel-Trichterling Clitocybe inflatipes Ungewöhnlicher Trichterling Clitocybe krizii-josephii Ziegelroter Trichterling Clitocybe lateritia Kastanienbrauner TrichterlingClitocybe legaliae Hellrosabrauner Trichterling Clitocybe leucodiatreta Sylter TrichterlingClitocybe lichtkaempferi Faserstieliger Trichterling Clitocybe lituus Hellrandiger TrichterlingClitocybe lohjaënsisNiedlicher TrichterlingClitocybe marginella Menthol-Trichterling Clitocybe menthiodora Staubfüßiger Trichterling Clitocybe metachroa Clitocybe metachroa var. aquosoumbrina Striegeliger Trichterling Clitocybe metachroides Olivgrauer Trichterling Clitocybe mortuosa Nebelgrauer Trichterling Clitocybe nebularis Clitocybe nebularis var. alba Tiefgenabelter Trichterling Clitocybe nitriolens Aschgrauer Trichterling Clitocybe nuoljae Fleischbräunlicher Duft-Trichterling Clitocybe obsoleta Grüner Anis-Trichterling Clitocybe odora Weißer Anis-Trichterling Clitocybe odora var. alba Lederbrauner Anis-Trichterling Clitocybe odora var. fallax Clitocybe opala Dünnstieliger Trichterling Clitocybe ornamentalis Clitocybe paropsis Kremplings-Trichterling Clitocybe paxillus Clitocybe percomis Bleiweißer Firnis-Trichterling Clitocybe phyllophila Eichenblatt-Trichterling Clitocybe quercina Feld-TrichterlingClitocybe quisquiliarum Bereifter Trichterling Clitocybe radicellata Rinnigbereifter Trichterling Clitocybe rivulosa Mehlgeruch-Trichterling Clitocybe rivulosa var. augeana Nadelkompost-Trichterling Clitocybe rufoalutacea Greisen-Trichterling Clitocybe senilis Clitocybe subbulbipes Brauner Trompeten-Trichterling Clitocybe subcordispora Rosabrauner Trichterling Clitocybe subsalmonea Hygrophaner Trichterling Clitocybe subspadicea Gedrechselter Firnis-Trichterling Clitocybe tornata Weißer Holz-Trichterling Clitocybe truncicola Seidigweißer Trompeten-Trichterling Clitocybe tuba Geriefter Mehl-Trichterling Clitocybe vibecina

Toxizität Einige Arten der Gattung Clitocybe sind essbar, viele jedoch (teilweise stark) giftig. Sie enthalten unter anderen das Nervengift Muskarin.

Quellen

Einzelnachweise Achim Bollmann, Andreas Gminder, Peter Reil: Begleit-CD mit den Beschreibungen von Pilzgattungen. Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze, 4. üb. Aufl. Arbeitsgemeinschaft Pilzkunde Stuttgart (APS). 2007. .

Harri Harmaja: Notes on Clitocybe s. lato (Agaricales). In: Ann. Bot. Fennici 40(3). 2003. S. 213–218. . (PDF; 118 kB)

Harri Harmaja: Nomenclatural novelties in Ann. Bot. Fennici 40(3), 2003. In: Ann. Bot. Fennici 40(3). 2003. S. 232. . (PDF; 45,4 kB)

Eric Strittmatter: Die Gattung Clitocybe. Auf: fungiworld.com. Pilz-Taxa-Datenbank. Abgerufen am 15. April 2011.

Bettina Haberl, J.J. Kleber, Thomas Zilker: Pilzdatenbank: Gifttrichterlinge. Toxikologische Abt. der II. Med. Klinik der TU München. 2000. Abgerufen am 20. April 2011.

Weblinks

Clitocybe at mushroomexpert.com