Grüb (fränkisch: GriabE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 89. Dort folgendermaßen transkribiert: „grīɘb“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Grüb liegt in der Gemarkung Gebersdorf.

Geografie Unmittelbar nördlich des Dorfes entspringt der Muckenwiesengraben, ein rechter Zufluss der Rippach. 0,5 km nordwestlich erhebt sich der Grübesberg (). Im Osten liegen die Flur Gründle und das Waldgebiet Winterschlag. Die Kreisstraße AN 9/ANs 2 führt am Schmalnbachshof vorbei nach Neumühle (2,5 km nördlich) bzw. nach Kammerforst (3,5 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die AN 9 kreuzend nach Wernsbach bei Ansbach zur AN 10 (1,8 km nördlich).

Geschichte Der Ort wurde 1150 als „Grube“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist eine Lageangabe.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 89. Grüb soll Sitz einer gleichnamigen adeligen Familie gewesen sein; er ging dann später an die Herren von Dornberg über.

Im Jahre 1460 überfielen Herzog Ludwig IX. von Bayern und dessen Verbündete den Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles. Dabei plünderten und zerstörten sie durch Feuer Eyb und die benachbarten Dörfer Alberndorf, Grüb, Hirschbronn, Katterbach, Obereichenbach, Pfaffengreuth und Untereichenbach.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Grüb 11 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (2 Höfe, 6 Köblersgüter), das Stiftsamt Ansbach (1 Anwesen), der Bürgermeister und Rat zu Ansbach (1 Anwesen) und die Deutschordenskommende Virnsberg (1 Anwesen). Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 1179, 394. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 683 f.

Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Grüb 11 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Alleiniger Grundherr über alle Anwesen war das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1 Hof, 2 Halbhöfe, 1 Gut, 1 Köblergut, 3 Gütlein, 1 Schmiedgut; Stiftsamt Ansbach: 1 Gut; Ansbacher Rat: 1 Halbhof).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 862.Nach (= J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, S. 416) gab es 11 Untertansfamilien, von denen nur 10 ansbachisch waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.

Im Jahre 1806 kam Grüb an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Grüb dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Hennenbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Hennenbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Grüb nach Weihenzell umgemeindet. Am 18. März 1830 stellten Gebersdorf, Grüb und Wippendorf einen Antrag eine Ruralgemeinde zu bilden, was am 8. April selbigen Jahres genehmigt wurde. Die Gemeinde hieß zunächst Gebersdorf, erst ab den 1840er Jahren Grüb.Die Kataster von 1832 und 1843 geben als Gemeindenamen Gebersdorf an (M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 949). Ab 1846 und später heißt die Gemeinde Grüb. Die Gemeinde war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt). Ab 1862 gehörte sie zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1870 beim Landgericht Ansbach, von 1870 bis 1879 war das Stadt- und Landgericht Ansbach zugeordnet, seit 1880 ist es das Amtsgericht Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 991. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,853 km². Am 1. Januar 1974 wurde sie im Zuge der Gebietsreform in Bayern wieder nach Weihenzell eingemeindet.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Grüb Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 193 182 184 185 200 202 189 189 190 192 191 167 163 157 152 161 156 138 212 210 217 174 161HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 34 33 29 31 33 27 26 27 Quelle

Ort Grüb Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2011 2017 2025Einwohner 70 80 64 80 67 76 64 84 73 66 57 69 63 60 62Häuser 13 14 12 15 12 11 11 11 Quelle Günther Roesner: Weihenzell, S. 152.

Religion Grüb ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakob (Weihenzell) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Weihenzell Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1150 Kategorie:Gemeindegründung 1830 Kategorie:Gemeindeauflösung 1973