mini|hochkant|James Herbert McNair James Herbert McNair (* 23. Dezember 1868 in Glasgow, Schottland; † 22. April 1955 in Innellan, Argyll, Schottland) war ein schottischer Maler und Kunsthandwerker des Jugendstils. James Herbert McNair, seine Ehefrau Frances MacDonald McNair, deren Schwester Margaret MacDonald Mackintosh und deren Schwager, der bekannte Künstler und Architekt Charles Rennie Mackintosh, gehörten der Glasgow School an und bildeten zusammen die Künstlergruppe The Four.

Leben und Werk mini|hochkant|The Gift of Doves (1904) mini|hochkant|Poster 1895 James Herbert McNair, geboren und aufgewachsen in Glasgow, begann seine künstlerische Laufbahn 1887 mit Studien in Rouen in Frankreich. 1888 nahm er in Glasgow an einem Architekturpraktikum von John Honeyman teil. Von 1888 bis 1889 besuchte der die Abendschule des Glasgow and West of Scotland Technical College. Ab 1888 ließ er sich am Architekturbüro Honeyman & Keppie ausbilden, wo er auf Charles Rennie Mackintosh traf. Ab 1889 besuchte er auch die Abendschule der Glasgow School of Art, wo er zusammen mit Mackintosh die MacDonald-Schwestern Frances und Margaret kennenlernte, deren Kunstverständnis in Inhalt, Technik und Form ihrer Auffassung entsprach.

Bald bildeten die vier eine kreative Allianz und stellten 1894 erstmals ihre avantgardistische neue Kunst vor, die große Aufmerksamkeit erregte und sie als The Four bekannt machte. Gemeinsam prägten sie im Arts and Crafts Movement den Glasgow Style und übten später großen Einfluss auf die Entwicklung des Jugendstils aus. 1895 verließ McNair die Glasgow School of Art, beendete die Ausbildung bei Honeyman & Keppie und gründete ein unabhängiges Studio in Glasgow, wo er aber nicht als Architekt, sondern als Maler, Grafiker und Kunsthandwerker schöpferisch tätig wurde. 1898 feierte er mit einer Ausstellung seiner Aquarelle in London große Erfolge.

Am 14. Juni 1899 heiratete James Herbert McNair seine langjährige Freundin Frances MacDonald. Gemeinsam gingen sie nach Liverpool, wo McNair an der School of Architecture and Applied Art unterrichtete. Das Paar entwarf die Innenräume ihrer Wohnung in der Oxford Street 54 und stellte ein Lady’s Writing Room auf der Internationalen Ausstellung für moderne dekorative Kunst in Turin aus. Frances begann auch zu unterrichten und entwickelte bemerkenswerte Fähigkeiten in Schmuck- und Textilhandwerk. Am 18. Juni 1900 wurde ihr Sohn Sylvan geboren.

Die Schließung der Architekturschule 1905 führte zu einem allmählichen Niedergang in der künstlerischen Laufbahn des Paares. Dazu kamen finanzielle Ausfälle aufgrund von Fehlinvestitionen. Zusammen mit einem Kollegen hatte McNair die Gründung einer Kunstschule versucht, musste diese aber bald wieder schließen. 1908 zog das Paar schließlich wieder zurück nach Glasgow. Ihre Ausstellungen waren allerdings erfolglos, so dass sie nach 1912 keine weiteren unternahmen. Von McNair sind ab 1911 bis zu seinem Tod 1955 keinerlei künstlerischen Arbeiten mehr überliefert.

1913 reiste das Paar nach Kanada, kehrte aber 1914 vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges wieder nach Schottland zurück. Nach dem Tod seiner Frau 1921 vernichtete McNair einen Großteil ihrer Werke. In den frühen 1920er Jahren betrieb McNair zusammen mit seinem Sohn Sylvan eine Autowerkstatt in Linlithgow. Ende der 20er Jahre emigrierte Sylvan nach Rhodesien. McNair zog nach Argyll, wo er 1955 in Innellan starb. Die meisten seiner Bilder befinden sich heute an der Hunterian Museum and Art Gallery in Glasgow und in der Walker Art Gallery in Liverpool.

Ausstellungen 1894: Teilnahme an der Herbstausstellung des Glasgow-School-of-Art-Club 1895: Ausstellung im Salon de l’Art Nouveau in Paris 1895: Ausstellung im Queen’s Rooms in Glasgow 1896: Ausstellung am Royal Aquarium in London 1896: Teilnahme an der Herbstausstellung der Walker Art Gallery in Liverpool 1897: Teilnahme an der Herbstausstellung der Walker Art Gallery in Liverpool 1898: Ausstellung an der Gutekunst Gallery in London 1899: Ausstellung auf der 3. Biennale di Venezia 1899: Ausstellung an der International Society of Sculptors, Painters and Gravers in London 1900: Teilnahme an der 8. Ausstellung der Wiener Secession 1900: Teilnahme an der Educational Exhibition in Liverpool 1901: Teilnahme an der Internationalen Kunstausstellung in Dresden 1902: Teilnahme an der Internationalen Ausstellung für moderne dekorative Kunst in Turin 1906: Ausstellung an der Liverpool Academy 1908: Ausstellung in den Sandon Studios in Liverpool 1908: Ausstellung an der Allied Artists Association in London 1909: Ausstellung an der Allied Artists Association in London 1911: Ausstellung in den Sandon Studios in Liverpool 1911: Ausstellung in der Baillie Gallery in London 1912: Ausstellung in den Sandon Studios in Liverpool

Literatur Pamela Robertson: Doves And Dreams: The Art of Frances MacDonald and James Herbert McNair. Lund Humphries Publishers 2006, ISBN 0-85331-938-3

Weblinks

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