Westbahn (voller Firmenwortlaut Westbahn Management GmbH) ist ein österreichisches Eisenbahnverkehrsunternehmen, das Personenverkehr in Österreich und Deutschland anbietet. Ziele sind Wien, Salzburg, Stuttgart, Lindau am Bodensee, Saalfelden am Steinernen Meer sowie Graz, Klagenfurt und Villach. Aktiv am Markt ist das Unternehmen seit Dezember 2011, als zwischen Wien und Salzburg auf der namensgleichen Strecke der Betrieb aufgenommen wurde.

Geschichte Die Gründung des Unternehmens geht auf die Idee von Stefan Wehinger zurück, welcher von Oktober 2004 bis März 2008 Vorstand der ÖBB Personenverkehr AG war. Den Namen Westbahn wählte Wehinger wegen des Kürzels WE(hinger) ST(efan), welches intern bei den ÖBB als sein Personalkürzel verwendet wurde. Wehinger gewann Hans Peter Haselsteiner als Investor für die Gründung am 8. Oktober 2008.

Im Juni 2009 wurde mit der ÖBB-Infrastruktur eine Rahmenvereinbarung über die Zuweisung von Fahrwegkapazitäten für die Jahre 2011 bis 2016 geschlossen. Damit wurde fahrplantechnisch sichergestellt, dass die Westbahn einen Taktverkehr zwischen Wien und Salzburg anbieten kann.Ex-SBB-Chef Weibel fordert ab 2011 Österreichs Staatsbahn heraus. In: Tages-Anzeiger, 19. Juni 2009.

Nachdem die ÖBB mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 die Direktverbindung zwischen Graz und Linz gestrichen hatten, wurde Anfang Februar 2011 bekannt, dass die Westbahn erwog, auch diese Linie zu bedienen.WESTbahn-Verbindung Linz-Graz angedacht. In: ooe.orf.at, Februar 2011, abgerufen am 2. Februar 2011. Als die ÖBB kurz darauf ankündigten, diese Strecke doch wieder selbst mit einer Direktverbindung zu bedienen, wurden diese Pläne verworfen.Westbahn und ÖBB steuern auf harten Konfrontationskurs zu. In: Wirtschaftsblatt, 8. Februar 2011, abgerufen am 27. Mai 2011. Seit August 2011 ist die französische Bahngesellschaft SNCF über ein Joint Venture mit 26 % am Unternehmen beteiligt.Frankreich steigt bei Westbahn ein. In: wien.orf.at, 23. August 2011, abgerufen am 23. August 2011.

Die Westbus GmbH war ein gemeinsames Tochterunternehmen der Blaguss Reisen GmbH und der Rail Holding AG. 51 % des Unternehmens hielt die Blaguss GmbH, 49 % die Rail Holding AG. 2016 zog sich die Rail Holding aus dem Busgeschäft zurück und verkaufte ihren 49-prozentigen Anteil an Blaguss.

Zwischen Jänner und Ende November 2025 waren 13 % der Westbahnzüge (ausschließlich Fernverkehr) und 5 % (Nah- und Fernverkehr insgesamt) der ÖBB-Züge mehr als fünf Minuten zu spät.

Unternehmen Gesellschaftsstruktur Eigentümer der Westbahn ist die Railholding AG. Diese wurde im Oktober 2008 zu jeweils 50 % von Stefan Wehinger und Hans Peter Haselsteiner gegründet. Die Westbahn Management GmbH wurde zeitgleich als 100-prozentige Tochter eingetragen.Ex-ÖBB-Vorstand macht Bahn Konkurrenz. In: Format, Oktober 2008.

Anteilseigner: Bis 22. August 2011: Haselsteiner Familien-Privatstiftung (35 %), Stefan Wehinger Beteiligungs- und Beratungs GmbH (35 %), Oldro AG (30 %)Schweizer Investoren für Haselsteiners Westbahn. In: Der Standard, 29. Jänner 2010 Bis 5. Juni 2012: Stefan Wehinger Beteiligungs- und Beratungs GmbH (knapp 26 %), Haselsteiner Familien-Privatstiftung (26 %), SNCF (26 %), Augusta-Holding (Schweiz; 22 %) Bis 19. April 2013: Haselsteiner Familien-Privatstiftung (35 %), SNCF (35 %), Augusta-Holding (30 %) In: Wirtschaftsblatt, 29. Juni 2012. Abgerufen am 8. Juli 2012. Seit 19. April 2013: Haselsteiner Familien-Privatstiftung (46,9 %), SNCF (28 %), Augusta-Holding (25,1 %)Haselsteiner wird Haupteigentümer. In: Kurier, 23. April 2013. In: oe24.at, 23. April 2013. Seit 1. April 2015: Haselsteiner Familien-Privatstiftung (49,9 %), SNCF (17,4 %), Augusta-Holding (32,7 %) Seit 26. März 2024: Haselsteiner Familien-Privatstiftung (49,9 %), Kolomani Holding GmbH (32,7 %), SNCF (17,4 %)

Vorstand: Thomas Posch und Marco Ramsbacher. Vorgänger waren Erich Forster (2014 – Februar 2022), Clemens Schneider und Florian Kazalek. Aufsichtsrat: Andreas J. Ludwig (Vorsitzender), der 2022 Benedikt Weibel ablöste.

Geschäftsergebnisse Die Westbahn fuhr im Geschäftsjahr 2012 einen Verlust von 23,45 Millionen Euro ein. Weitere 1,7 Millionen Euro Verlust habe der Betrieb des Westbus erbracht. Bei der Vorstellung des Geschäftsberichts bezeichnete das Unternehmen den ursprünglichen Businessplan als zu ambitioniert. Nach eigenen Angaben habe die Gesellschaft ab Sommer 2013 operativ ein positives Ergebnis erwirtschaftet.

Am 5. Juni 2012 trat Stefan Wehinger von seinem Posten als Geschäftsführer zurück.Lokführer geht. Stefan Wehinger verlässt Westbahn. In: Der Standard, 5. Juni 2012. Erich Forster übernahm den PostenFliegender Wechsel bei der Westbahn. In: Der Standard, 5. Juni 2012. und ging dann mit 28. Februar 2022 in den Ruhestand. 2022 war der Geschäftsumsatz 90 Millionen Euro. 2023 wurden erstmals 120 Millionen erreicht und der Gewinn stieg von 4 auf 10 Millionen Euro. Die hohen Anfangsverluste konnte das nicht ausgleichen. Geschäftsführer waren bis zum September 2024 Thomas Posch und Florian Kazalek, die diese Position seit 1. März 2022 innehatten, mit September 2024 wechselte Florian Kazalek zur grosso rail GmbH, Marco Ramsbacher rückte nach.

Liniennetz Weststrecke: Wien – Salzburg mit Verlängerungen und Seitenästen

Das Unternehmen bietet tagsüber seit Dezember 2011 in Konkurrenz zu den InterCity-Zügen einen Fernverkehr im Einstundentakt auf der 317 Kilometer langen Linie zwischen Wien Westbahnhof und Salzburg an. Bis zum 1. September 2013 wurden die Züge wegen fehlender Abstellkapazitäten im Salzburger Hauptbahnhof bis Freilassing mit Zwischenhalt in Salzburg Taxham Europark verlängert.Westbahn nicht mehr bis Freilassing. In: Bahn-Report, Heft 5/2013, S. 32, Herausgeber: Interessengemeinschaft Schienenverkehr e.V., Rohr, . Zwischen Wien und Salzburg verkehren dabei dreizehn Zugpaare von Donnerstag bis Freitag, zwischen Wien und Linz sind es bis zu vierzehn Zugpaare. Die Reisezeit beträgt seit Eröffnung eines Hochgeschwindigkeitsabschnittes in Niederösterreich zwei Stunden und 30 Minuten. Zwischenhalte sind Wien-Hütteldorf, St. Pölten Hbf, Amstetten, Linz Hbf, Wels Hbf, Attnang-Puchheim, Vöcklabruck und Salzburg Hbf. Wie auch die ÖBB-Personenverkehr muss das Unternehmen der ÖBB-Infrastruktur drei Euro pro Trassenkilometer bezahlen.

Im Mai 2012 wurden drei Züge in Tagesrandlage gestrichen und ein zusätzlicher Nachmittagszug von Wien nach Salzburg eingesetzt. Anfang 2013 wurde bekannt, dass die Westbahn kein Geld vom Salzburger Verkehrsverbund für die Bedienung der Linie Salzburg Hauptbahnhof – Freilassing bekommen hatte und daher die Haltestelle Salzburg-Taxham-Europark und den Bahnhof Freilassing nicht mehr bedient. Die Linie war zu Beginn nur angeboten worden, weil der Salzburger Hauptbahnhof aufgrund des Umbaus keine ausreichenden Abstellplätze zur Verfügung hatte. Nach Einführung des Taktfahrplans und wegen zu geringer Auslastung wurde die Teillinie Salzburg–Freilassing ab Anfang September 2013 nicht mehr bedient. Im Dezember 2013 erklärte das Unternehmen seinen De-facto-Ausstieg aus dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR). Anlass war die vom VOR abgelehnte Forderung nach höheren Zahlungen, als dem Unternehmen nach dem Einnahmenaufteilungsschlüssel des VOR gewährt wurden.Clinch mit Verkehrsverbünden: Westbahn wird teurer. In: Der Standard, 9. Dezember 2013.

Bis ins Jahr 2015 plante das Unternehmen Westbahn eine Verlängerung der Reiseroute von Wien kommend über Salzburg hinaus über die Salzburg-Tiroler-Bahn bis Innsbruck Hbf. Diese Planung wurde jedoch verworfen, da es an der notwendigen Streckeninfrastruktur fehlte.

Ab Fahrplanwechsel im Dezember 2017 verdoppelte die Westbahn ihr Angebot zwischen Wien und Salzburg. Die Anzahl der täglichen Abfahren pro Richtung erhöhte sich damit von 16 auf 31; das Unternehmen investierte dafür 180 Millionen Euro. Die Anzahl der Mitarbeiter stieg von 250 auf 400. Der neue Fahrplan sah vor, dass stündlich ein Zugpaar mit dem Namen WESTgreen weiterhin die Relation Wien Westbahnhof – Hütteldorf – St. Pölten – Amstetten – Linz – Wels – Attnang-Puchheim – Salzburg bedient. Ein weiteres, ebenfalls stündlich verkehrendes Zugpaar mit der Bezeichnung WESTblue begann nun in Wien Praterstern und benutzte die Stammstrecke der S-Bahn mit Halten in Wien Praterstern, Wien Mitte, Wien Rennweg, Wien Quartier Belvedere, Wien Hauptbahnhof (Südtiroler Platz), Wien Meidling, fuhr über den Lainzer Tunnel auf die Westbahn und hielt anschließend ebenfalls in St. Pölten, Amstetten, Linz, Wels, Attnang-Puchheim und Salzburg. Diese neue Linie wurden mit Fahrplanwechsel im Dezember 2019 wieder eingestellt.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurden vom 20. April 2020 bis 7. Juli 2021 zusätzlich die Bahnhöfe Wien Meidling, Tullnerfeld und St. Valentin bedient; der Halt in Wien Hütteldorf entfiel.

Im Fahrplanjahr 2022 hielten einzelne Züge in Straßwalchen, Neumarkt am Wallersee und Seekirchen am Wallersee. Diese hatten eine frühere Abfahrt bzw. spätere Ankunft in Salzburg.

Für das Fahrplanjahr 2022 wurde ein Antrag auf einen Zweistundentakt für die Linie Salzburg–München gestellt. Dafür wurden bereits im April 2021 in München Lokführer für Kiss-3-Züge gesucht.

Anfang Dezember 2021 gab die Westbahn bekannt, dass sich der Betrieb von und nach München bis April 2022 verzögern wird, weil die Kiss-3-Züge noch nicht auf dem deutschen Bahnnetz zugelassen waren.https://aviation.direct/westbahn-muss-start-der-muenchen-zuege-verschiebenhttps://westbahn.at/fragen-antworten/muenchen Seit 8. April 2022 wird die Linie München–Wien fahrplanmäßig bedient. Baustellenbedingt fuhren anfangs erst vier Zugpaare täglich nach München, ab dem 12. Juni 2022 täglich bis zu sechs Züge.

Die Westbahn plante 2021 eine Linie Wien–München–Bregenz, die mit einer Fahrzeit von sechs Stunden eine Alternative zur Arlbergstrecke bieten soll. Wegen Trassenkonflikten mit der SBB war ein eigenständiger Betrieb in die Schweiz damals nicht möglich.

Für das Fahrplanjahr 2023 wurden für die Linie Salzburg–Innsbruck Trassen für fünf Zugpaare beantragt. Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 wurden drei Zugpaare Wien–Salzburg über Zwischenhalte in Kufstein und Wörgl nach Innsbruck verlängert. Mit dem kleinen Fahrplanwechsel am 11. Juni 2023 kam ein vierteshttps://westbahn.at/timetable/lookup/from/innsbruck/to/wien-westbahnhof/date/2023-06-11 und zum 4. September 2023 ein fünftes Zugpaar Wien–Salzburg–Innsbruck dazu.

Seit 10. Dezember 2023 verkehrt die Westbahn erstmals mit einem Zugpaar zwischen Wien Westbahnhof und Bregenz.https://www.oeamtc.at/news/tirol/westbahn-seit-10-dezember-wien-bregenz-62139536 Ab Dezember 2024 wurden zwei Zugpaare von Wien kommend über München hinaus bis Stuttgart verlängert, sowie ein weiteres Zugpaar bis Bregenz und Lindau, zudem ein Zugpaar in Tagesrandlage über Salzburg und Bischofshofen nach St. Johann im Pongau.

Im August 2025 wurde bekannt, dass es mit dem Fahrplanwechsel zum 14. Dezember 2025 zu einer Angebotserweiterung nach Lindau-Insel kommen soll. Demnach sollen ab/bis Innsbruck sieben statt bisher fünf und ab/bis Bregenz ebenso sieben statt bisher zwei Zugpaare geführt werden. Damit wird es mit 7 Zugpaaren einen durchgehenden 2-Stunden-Takt von Wien Westbahnhof über Innsbruck und Bregenz nach Lindau-Insel und zurück geben.

Südstrecke: Wien – Graz – Klagenfurt – Villach

Im Jänner 2024 gab die Westbahn bekannt, nach der Inbetriebnahme des Koralmtunnels Ende 2025 einen eigenen Verkehr zwischen Wien und Villach über Graz und Klagenfurt über die Südbahn und die Koralmbahn anzustreben. Da durch das Lichtraumprofil auf der Semmeringbahn vor der für 2030 geplanten Inbetriebnahme des Semmering-Basistunnels keine Fahrten mit den Doppelstockfahrzeugen der Westbahn möglich sind, prüfte das Unternehmen die Beschaffung einstöckiger Fahrzeuge. Stadler Rail lieferte drei SMILE-Gliederzüge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.